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Kolumne: WOI Weekly - Volkswagen: Kommt nach der Party der Kater?

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Autor WOI Wochenübersicht Bewertung (0):
Erstellt am: 08.10.08 14:56 Antworten: 0  
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Kolumne: WOI Weekly - Volkswagen: Kommt nach der Party der Kater?

Volkswagen: Kommt nach der Party der Kater?

Schon seit einiger Zeit reibt man sich am Aktienmarkt ob der Kursbewegungen bei Volkswagen (http://worldofinvestment.com/wkn/766400/VOW/) in Anlegerkreisen verwundert die Augen. Während die Börse darbt, ist der Aktienkurs des Autobauers geradezu explodiert – und das vor allem an einem Tag, an dem die Autobranche durch zeitweilige Stilllegungen der Produktion aufgrund schleppender Nachfrage Negativschlagzeilen macht.

Die Aufwärtsbewegung begann allerdings schon wesentlich früher. Mitte September startet die „Kursshow“ von Volkswagen, bei zuvor leichten Schwankungen um die 200-Euro-Marke. Mit rasanten Sprüngen geht es seitdem aufwärts, unterbrochen durch eine Konsolidierung zwar, dafür mit exorbitanten Umsätzen in der Aufwärtsbewegung und teils Atem beraubender Intraday-Volatilität. Der Handel am Dienstag ist ein Beispiel hierfür: Gestartet bei 290,20 Euro und damit knapp unter dem Montagsschlusskurs, schoss der Kurs innerhalb von gerade einmal vier Stunden bis auf 452 Euro (!) nach oben, nur um danach weite Teile der Gewinne wieder preiszugeben und am Abend wieder fast das Startniveau zu erreichen.

Am Markt ist man weitgehend ratlos, was die Entwicklung angeht. Klar ist: Der Markt in der VW-Aktie wird enger und enger. Das Land Niedersachsen und der Autobauer Porsche haben große Teile des Aktienbesitzes unter ihrer Kontrolle und haben beide keinen Grund, Anteile abzugeben. Dennoch rätselt man am Markt über die Herkunft der Käufe, vermutet zu deckende größere Shortpositionen sowie den Derivatemarkt als Hintergrund für die Kursexplosion. Meldungen und Gerüchte, zum Beispiel über eine weitere Aufstockung des VW-Aktienpaketes durch Porsche über Optionen auf mehr als 50 Prozent oder gar 75 Prozent, befeuern den Kurs weiter. Porsche bestätigt sogar den Erwerb eines kleineren Aktienpaketes außerbörslich unterhalb des Marktpreises. Marktteilnehmer vermuten daher Deckungszwang bei Banken, die an Kaufoptionen auf VW-Aktien an Porsche veräußert haben. Zudem dürften Momentumtrader am Werk sein und für reichlich „Intraday-Action“ sorgen. So kommen viele Faktoren zusammen, die für die Rallye verantwortlich gemacht werden können.

Marktbeobachter weisen aber darauf hin, dass der VW-Kursparty schnell ein Kater folgen kann – zumal sich die Rallye ausschließlich auf die für Porsche wichtigen VW-Stammaktien konzentriert hat. Die Vorzugsaktien der Wolfsburger kamen zuletzt dagegen massiv unter Druck. So schnell die Aktie gestiegen ist, kann es auch wieder nach unten gehen, besonders da die Papiere fundamental mittlerweile für eine Autoaktie extrem hoch bewertet sind, so Börsianer. Die Intradaybewegung vom Dienstag zeigt, welches Risiko jetzt in dem Papier steckt.



Finanzkrise: „Kein Sparer muss um seine Einlagen fürchten“

1,4 Billionen Dollar – so hoch soll nach Meinung des Internationalen Währungsfonds der Schaden sein, den die Finanzkrise international angerichtet hat. Eine globale Talfahrt der Konjunktur liefern die IWF-Leute als Prognose gleich noch mit, glauben zudem, dass bei den Kreditausfällen der Höhepunkt noch gar nicht erreicht ist.

Das Zauberwort in dieser Krise lautet Vertrauen – und das sieht der IWF massiv erschüttert. Kein Wunder, dass sich die Regierungen rund um den Globus sehr deutlich dafür einsetzen, genau dieses Vertrauen wieder herzustellen - so auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die CDU-Politikerin hat am Dienstag in einer Regierungserklärung zur Finanzkrise noch einmal das Eingreifen mit einer Milliarden-Bürgschaft zur Rettung der Hypo Real Estate verteidigt. Bereits zuvor sagte Merkel, dass man es nicht zulassen werde, „dass die Schieflage eines Finanzinstituts zu einer Schieflage des gesamten Systems wird“. Mittlerweile ist man sich unter den europäischen Regierungen einig, dass man alles tun wird, um für das Finanzsystem wesentliche Banken vor dem Zusammenbruch zu bewahren.

Vertrauen wieder herstellen – das wollte die Bundeskanzlerin auch bei den Sparern, groß wie klein. „Kein Sparer muss um seine Einlagen fürchten. Diese Erklärung gilt“, betont Merkel noch einmal während der Regierungserklärung im Parlament. Eine Erklärung, die einen Run auf die deutschen Banken verhindern soll, nachdem zuletzt bereits steigende Abhebungen verzeichnet wurden. Die Sicherung gelte zusätzlich zur ohnehin bestehenden Einlagensicherung deutscher Institute. Eine tatsächliche Stressprobe hat dieses System allerdings noch nicht gesehen und es scheint fraglich, wie die Pleite einer Großbank für das System verkraftbar wäre.

Die Krise wird Folgen haben, soviel steht fest. Die massiven Verwerfungen im Finanzsystem werden zu einer völlig veränderten Bankenlandschaft führen. Zudem werden sich die Spielregeln deutlich verändern. Neue Bilanzierungsregeln und neue Regulierungsvorschriften sind zu erwarten, zum Beispiel was die Bewertung außerbilanzieller Risiken angeht, die beinahe zur Pleite der IKB geführt hätten. Zudem müsse das Finanzsystem selbst adäquate Anreize setzen, dass Unternehmen nicht nur kurzfristige Strategien verfolgen, so die Bundeskanzlerin. Merkel kündigte zudem an, dass die Bundesregierung sich an die Spitze derer stellen wird, die solche Forderungen stellen. Diskussionen dazu gibt es hier: http://www.worldofinvestment.com/forum/891041/LEM/85-74975/ oder auch an dieser Stelle: http://www.worldofinvestment.com/forum/85-76770/



Amitelo: Uf widerluege, Börse!?

Das Kapitel Amitelo (http://worldofinvestment.com/wkn/A0F5YA/) neigt sich am Frankfurter Aktienmarkt dem Ende zu. Zwar wird die Aktie nach der Rückbuchung des Aktiensplitts und der darauf folgenden Börsentrades seit Montag wieder gehandelt, allerdings wird die Notierung im Frankfurter Freiverkehr Ende Oktober eingestellt werden. Auch an der Stuttgarter Börse werde die Notierung eingestellt, so die Auskunft der Börse. Ob der Handel an der Berliner Börse weitergeführt wird, ist derzeit noch offen.

Es ist das bisher letzte Glied einer Kette überraschender Entwicklungen, die sich um das Unternehmen zugetragen haben. So gab es weder für den Rückzug vom Frankfurter Aktienmarkt Anzeichen, noch für die jüngst von Amitelo gemeldete Demission des CEOs Jan Malkus. Der schied mit Eintragung der jüngsten Kapitalerhöhung ins Handelsregister aus dem Vorstand der Gesellschaft aus – plangemäß, wie die Schweizer mitteilten. Überraschend, wie dagegen viele Aktionäre denken. Rätselraten gibt es ferner um den neuen Investor, dessen Amitelo-Aktienpaket im Zuge von zwei Kapitalerhöhungen massiv gewachsen sein dürfte. Waren vor diesen beiden Kapitalmaßnahmen 60 Millionen Aktien ausgegeben, so sind es nun 160 Millionen. Zur Änderung im Aktionärskreis gibt es von den schweigsamen Schweizern keinen Kommentar.

Die Aktie ging  zeitweilig wieder auf Tauchstation, aber erholte sich. Waren, bereinigt um die Rückabwicklung des Splitts, vor der Handelsaussetzung noch Kurse von 6 Cent und mehr zu verzeichnen, so verliert die Aktie nach der erneuten Handelsaufnahe deutlich an Terrain und drittelt sich in der Spitze um dann wieder Richtung 6 Cent zu laufen.

 

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