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Markus Fugmann: 09.01.09 12:14 Marktausblick vom 09.01.09... |
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Norbert Lohrke: 09.01.09 09:01 Allianz auf Staatskosten |
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Markus Fugmann: 08.01.09 12:31 Marktausblick vom 08.01.09... |
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Autor | WOI Wochenübersicht | Bewertung (0): | |
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| Erstellt am: | 03.12.08 11:35 | Antworten: | 0 | ||
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Berg -und Talfahrt an den Börsen - Cleantech - Branche im Focus der Privatanleger
Zu Wochenbeginn standen wieder einmal die Titel aus der Cleantech-Branche im Mittelpunkt. Haupt-Diskussionspunkt für die meisten Privatanleger dürften dabei die Äußerungen von Anton Milner sein, die der Chef von Q-Cells (http://worldofinvestment.com/wkn/Q_CELLS_SE/555866/QCE/) in der Montagsausgabe der „Berliner Zeitung“ tätigte – und die die ganze Solarbranche unter Druck brachten.
Milner geht infolge der Finanzmarktkrise von einem schwächer als erwarteten Branchenwachstum aus. Das hatten viele schon befürchtet. Die Branche ist unter anderem durch das starke Wachstum sehr fremdkapitalintensiv, sodass hier kurzfristige Auswirkungen der Finanzmarktkrise durchaus aufkommen können. Manche Banken vergeben derzeit nur mit besonderer Vorsicht Kredite, sodass bei dem einen oder anderen Solarprojekt die Finanzierung wackeln könnte.
Milner sieht unter anderem Auswirkungen auf den Kapazitätsaufbau. Es sei ein „plötzlicher, kräftiger Stopp beim Bau von neuen Fertigungsanlagen zu erkennen“, sagt der Q-Cells-Lenker im Gespräch mit der „Berliner Zeitung“ und befürchtet, dass auch die Nachfrageseite leiden könnte. Beides würde zu einem weniger stark als erwartet ausfallenden Branchenwachstum führen. Prozentual zweistellige Kursverluste, auch bei Q-Cells, waren die Folge. Das Minus ging quer durch die Branche, erreichte Produzenten wie auch Zulieferer, zum Beispiel die Manz-Aktie (http://worldofinvestment.com/wkn/MANZ_AUTOMATION_AG/A0JQ5U/M5Z/).
Milners Äußerungen fielen auf fruchtbaren Boden. Die Anleger sind derzeit ohnehin bis auf das Äußerste verunsichert. Jede Kleinigkeit kann zu wahren Abverkaufswellen führen. Das erwischt selbst die Highflyerbranche Cleantech. So sorgte jüngst schon Nordex (http://worldofinvestment.com/wkn/NORDEX_AG_O_N_/A0D655/NDX1/) mit einer Gewinnwarnung für Verdruss. Der Windenergie-Anlagenbauer kappte die Wachstumserwartungen für das kommende Jahr deutlich. Der Umsatz soll nun nur noch zwischen 10 Prozent und 15 Prozent wachsen, während zur erwarteten Gewinnentwicklung von Unternehmensseite keine Informationen kommen. Die Reaktionen aus dem Markt fallen unterschiedlich aus. Hier und da ändern ein paar Analysten ihre Einstufungen und Kursziele für das Papier, insgesamt bewegt sich am Sentiment für die Aktie aber wenig.
Dass übrigens vieles nicht so heiß gegessen wie es gekocht wird, zeigt indes die Entwicklung am Dienstag. Nur einen Tag nach den Milnerschen Befürchtungen ging es mit den meisten Titeln der Branche wieder deutlich nach oben. Q-Cells gewann am späten Nachmittag rund 15 Prozent, Phoenix Solar (http://worldofinvestment.com/wkn/PHOENIX_SOLAR_AG_O_N_/A0BVU9/PS4/) rund 13 Prozent – beide Titel preschten bei der Erholung des TecDAX vorneweg. Es setzte sich die Einsicht durch, dass alles gar nicht so schlimm ist, wie es auf den ersten Blick ausschaut. Bleiben wir bei Q-Cells: Die Produktion 2009 ist zu 90 Prozent bereits verkauft und die Finanzierung ist gesichert. Damit ist das TecDAX-Unternehmen auf der Seite, die Börsianer neudeutsch gerne als „visibel“ bezeichnen – berechenbar mit kalkulierbaren Risiken. Eine Gewinnwarnung, die befürchtet wurde, wollte das Unternehmen mit den Äußerungen Milners ausdrücklich nicht verbunden wissen.
Nicht überall ging es so glimpflich ab. Rot prangte bei Conergy (http://worldofinvestment.com/wkn/CONERGY/604002/CGY/) an der Kurstafel. Die Aktie gab trotz der Erholung in der Peer Group knapp 5 Prozent nach. Bei der Aktie belastet die laufende Kapitalerhöhung die Kursentwicklung. Dass in einer solchen Situation ein Wert gegenüber der Peer Group ein Eigenleben entwickelt, ist nicht ungewöhnlich. Charttechnische Aspekte kommen bei der Aktie noch hinzu, denn das Papier hat ein Verkaufssignal gegeben und ist mit den letzten Kursverlusten auf ein neues Verlaufstief gefallen.
Noch nicht so stark im Blickpunkt steht ein anderes wichtiges Ereignis für die Cleantech-Branche. Im polnischen Posen hat die nächste Klimakonferenz der Vereinten Nationen, kurz UN, begonnen. Die Konferenz, die am 1. Dezember anfing, gilt als wichtiger Meilenstein für eine Nachfolgevereinbarung des Kyoto-Protokolls, das 2012 ausläuft. Rund 190 Staaten mit mehr als 10.000 Vertretern ringen um Kompromisse und die Ausgangslage ist alles andere als einfach –auch wenn aus den USA mit dem designierten Präsidenten Barack Obama neue Töne zum Thema Klimaschutz kommen. Doch aus Obamas Regierung wird niemand bei der Konferenz zugegen sein, sodass auch hier unter anderem aufgrund des temporären Machtvakuums in den USA Stillstand droht. Die weltweit drohende Verschlechterung des wirtschaftlichen Umfeldes könnte eine weitere hohe Hürde auf dem Weg zu einem Kompromiss werden.
So liegt vor den Politikern aus rund 190 Staaten ein langer Weg. Klimaschutz ohne die schnell wachsenden Länder Asiens und Lateinamerikas wird es nicht geben. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat deswegen schon im Vorfeld dafür gesorgt, dass die Erwartungen nicht allzu hoch kochen. Dennoch erhofft sich der SPD-Politiker von der Posener Konferenz zumindest Grundzüge eines neuen Vertrages, der dann Ende 2009 auf einem weiteren Treffen in Kopenhagen unterzeichnet und anschließend von den unterzeichnenden Staaten ratifiziert werden soll. Auf Basis dieses Abkommens sollen die Treibhausgasemissionen bis 2020 dann massiv fallen.
Doch die Krise an den Finanzmärkten und in der Wirtschaft könnte ein entscheidendes Hindernis werden und Zugeständnisse nötig machen, wie sie zum Beispiel die EU jüngst in Richtung der Autobauer in Sachen CO2-Emissionsreduktionen gemacht hat. Unter dem Eindruck der schlimmen Verfassung des Automarktes haben sich die EU-Staaten sowie das europäische Parlament auf Klimaschutzauflagen für die Autobauer geeinigt. Auflagen, die bei Umweltverbänden alles andere als auf Zustimmung treffen. Autobauer dagegen, vor allem die Hersteller großer PKWs wie Porsche (http://worldofinvestment.com/wkn/PORSCHE_AUTOM_HLDG_VZO/PAH003/PAH3/) oder Daimler (http://worldofinvestment.com/wkn/DAIMLER_AG_NA_O_N_/710000/DAI/) haben mit den nun verabschiedeten Regelungen wesentlich mehr Raum gewonnen als man erwartet haben dürfte. Beobachter machen neben der Automarktkrise vor allem eine erfolgreiche Lobbyarbeit, unter anderem von Ex-Verkehrsminister Matthias Wissman, der nun Präsident des Verbandes der Automobilindustrie ist, für die Zugeständnisse verantwortlich.
Die Einigung steht unter großer Kritik bei Umweltverbänden und einigen Politikern. So bezeichnet Rebecca Harms, Europaabgeordnete der Grünen, die Entscheidung als „Blamage für die Klimapolitik der EU“. Die „Westfalenpost“ spricht von einer „Lex Mercedes“. Optimal für das Klima ist der ausgehandelte Kompromiss sicherlich nicht. Ob es die Aktionäre der Automobilfirmen dagegen freuen wird, werden die kommenden Tage zeigen. Am Dienstag jedenfalls verzeichneten alle DAX-notierten Autobauer überproportionale Kursgewinne.
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