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Kolumne: Vorsicht Deutsche Bank. Keep Away!

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Autor Norbert Lohrke Bewertung (0):
Erstellt am: 14.04.08 08:51 Antworten: 0  
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Kolumne: Vorsicht Deutsche Bank. Keep Away!

Wer meinen Vortrag am Samstagnachmittag auf der Anlegermesse Invest in Stuttgart besucht und gehört hat, wird eine Botschaft sicher mit nach Hause genommen haben: „Lassen Sie derzeit die Finger von Finanzinstitutionen“, war und ist meine Botschaft, die ich gebetsmühlenartig wiederhole. Wenn die sich nicht einmal soweit vertrauen, dass sie sich gegenseitig Geld leihen, sollten Sie das auch nicht tun.

 

Bestärkt fühlte ich mich darin erneut, durch die Meldung vom Freitag, die ich in meinem Newsletter Kapitalmarkt-Trends wiedergegeben und kommentiert habe. Darin verwies ich auf die Citigroup, die 12 Mrd. Dollar Schulden aus Unternehmensübernahmen mit einem über -10 %-igen Abschlag verkauft hat. 1 Dollar war plötzlich nur noch 90 Cent wert. Dieses Geschäft bedeutet für die Citigroup Wertberichtigungen von ca. 1,2 Mrd. Dollar. Welche Summe genau wertberichtigt werden musste ist nicht ganz klar, da der Kurs für diese Schulden im Februar noch bei 86 Cent lag.

 

Gleichzeitig wies ich darauf hin, dass man allgemein davon ausgeht, dass noch weitere 150 Milliarden Dollar dieser Schulden in den Büchern der Banken stehen. Allein die Citigoup hat weitere 35 Milliarden Dollar, die dem Weiterverkauf und damit weiteren Wertberichtigungen harren.

 

Und insofern war ich nicht überrascht, als ich jetzt die Meldung erhielt, dass auch unsere Deutsche Bank AG mit ihrem Ober-Investmentbanker Ackermann tief in die Scheiße gegriffen hat. Wie man aus gut unterrichteten Quellen hört, soll die Deutsche Bank AG beabsichtigen ein 20 Milliarden Paket dieser sogenannten „leveraged buyouts“ an eine Investorengruppe zu verkaufen. Wenn der Deal zum gegenwärtigen Marktpreis stattfindet, wovon man ausgehen muss, dann hat Herr Ackermann am Wochenende mit seiner Entscheidung sich selbst und seiner Bank soeben einen Verlust von satten 2 Milliarden Dollar beschert.

 

Auch, wenn dies aufgrund eines schwachen Dollars in Euro etwas weniger ist, so zeigt es doch eines. Auch die Deutsche Bank AG steht offensichtlich mit dem Rücken zur Wand. Und muss – wie die Citigroup - diesen kostspieligen Befreiungsschlag durchführen, damit sie wieder ein wenig Spielraum in der Bilanz erhält. Denn eines können Sie mir glauben. Ohne Not würde eine Bank ein solches Geschäft nicht machen. Normalerweise versuchen die nämlich aus 90 Cent einen Dollar zu machen und nicht umgekehrt.

 

Und obwohl die Deutsche Bank im Gegensatz zur Citigroup die 20 Milliarden Dollar nicht in einem Paket mit dem entsprechenden Paketabschlag verkaufen wird, sondern den Betrag in mehrere kleine Pakete aufstückelt, so wird der Abschlag nicht minder in die Gewinn- und Verlustrechnung durchschlagen und den zukünftigen Jahresgewinn erheblich belasten. Und wer weiß, ob das nicht erst der Anfang ist? Und weitere Verlustgeschäfte folgen werden?

 

Trau keinem Ackermann. Trau keiner Deutsche Bank AG. Das ist die Botschaft, die sich mir in den letzten Monaten aufdrängt. Die Bank wusste schon, warum sie ihren Werbespot „Vertrauen ist der Anfang von Allem“ abgesetzt hat und in „Leistung aus Leidenschaft “ umbenannt hat.

 

Die offensichtliche Lücke zur Realität wäre am Ende doch zu groß geworden. Das werden ihm die Marketingleute eindringlich nahegelegt haben. Und, dass – wenn Leidenschaft im Spiel ist – sich ein Fehlverhalten leichter rechtfertigen lässt.

 

Wie Sie sehen ist alles Berechnung und Lüge. Von Anfang an. Hat nicht Ackermann sich damals arrogant über die Fehler bei der IKB geäußert? War es nicht Ackermann, der gerügt hat, dass einfachste Bankregeln außer Acht gelassen wurden? War es nicht Herr Saubermann, der bis zuletzt die Gewinnprognose aufrecht erhielt? Wobei man heute nachträglich vermuten muss, dass dies seinerzeit wider besseres Wissen geschehen ist.

 

Übrigens sind die Verluste noch nicht das Ende der Fahnenstange. Die Deutsche Bank hat nämlich zusammen mit der Citigroup weltweit die größten Positionen von sog. „finance buyouts“ in der Bilanz. Bei der Cititgroup waren es 55 Milliarden Dollar und sind es jetzt nach dem Deal noch 35 Milliarden. Bei der Deutschen Bank spricht man von insgesamt 43 Milliarden Dollar. Bei einem 10 %-igen Abschlag wären das insgesamt Verluste von -4,3 Milliarden Dollar.

 

Herr Ackermann wurde von der Deutschen Bank AG als Vorstand eingekauft, um das internationale Investmentbankgeschäft voranzutreiben. Wie man jetzt feststellen muss, hat Herr Ackermann auf diesem seinem vermeintlichen Fachgebiet aufs Gröbste versagt.

 

Ich verstehe nicht, wie man einem solchen Mann, der seine Anleger belogen und damit dem Ansehen der Bank massiv geschadet hat sowie noch dazu solche Verluste einfährt ein Gehalt von 17 Millionen Euro bezahlen kann. Und dann noch den Vertrag verlängert. Was sitzen da eigentlich für Leute im Aufsichtsrat?

 

Ich kann nur eins feststellen. Die Zeiten, in denen die Deutsche Bank AG eine besondere und herausragende deutsche Bank war, sind vorbei. Kopper mit seinen Peanuts und seiner Rolle bei DaimlerChrysler, Breuer mit dem Bruch des Bankgeheimnisses im Fall Leo Kirch und Ackermann mit seinem Versagen im Investmentbanking. Sie alle haben einen ordentlichen Beitrag dazu geleistet.

 

Wie konntet ihr die Bank eines Hermann Josef Abs und Alfred Herrhausen nur so herabwirtschaften?

 

Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen.

 

Ihr Norbert Lohrke

 

 

 

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