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Markus Fugmann: 03.12.08 12:07 Update Wochenausblick... |
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WOI Wochenübersicht: 03.12.08 11:35 WOI Weekly - Berg -und... |
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Norbert Lohrke: 03.12.08 08:36 Merger Telekom und Arcandor |
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Autor | Markus Fugmann | Bewertung (0): | |
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| Erstellt am: | 05.09.08 11:03 | Antworten: | 0 | ||
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Mit -3% gingen gestern die US-Indizes aus dem Handel und schickten so auch den lange recht optimistischen Dax auf Talfahrt. Ausschlaggebend für den Abverkauf waren einerseits die Aussagen der EZB, die, wie von uns erwartet, keinerlei Anzeichen einer möglichen Zinssenkung gab und so die Daueroptimisten auf dem falschen Fuß erwischte, die offensichtlich den Auftrag der EZB (Inflationsbekämpfung) nicht verstanden haben. Zudem erschwert die EZB die Refinanzierung von Banken, die nunmehr einige Wertpapiere nurmehr mit deutlichen Abschlägen als Sicherheit hinterlegen können. Hinzu kamen die schwachen US-Erstanträge sowie der ebenfalls eher enttäuschende amerikanische ADP-Arbeitsmarktbericht. Es zeichnet sich nunmehr immer klarer ab, daß der amerikanische Konsument immer mehr in eine Abwärtsdynamik gerät, die jahrelang anhalten wird. Nach wie vor geistert die irrige Vorstellung durch die Medien, daß die USA besser gerüstet sei für den Abschwung als Europa. Das ist ebenso haarsträubend falsch wie weitgehend unwidersprochen. Im Gegensatz zu den USA verfügen viele Länder Europas über ein beträchtliches Sparvolumen, das in schwierigen Zeiten helfen kann, während die Amerikaner bereits jetzt - zu Beginn der Krise - auf dem Zahnfleisch laufen. Wenn nun auch die Bilanzierungstricks der amerikanischen Unternehmen demnächst in sich zusammensacken werden, kommt die häßliche Wahrheit einer reinen Pump-Ökonomie ans Tageslicht, deren vermeintlich passablen, faktisch aber unseriöse Zahlen die marode Grundstruktur lange kaschiert haben (zum Beispiel das US-BIP-Wachstum 2.Quartal 3,3% - nach europäischen Maßstäben sähe die Zahl deutlich anders aus). Charttechnisch hat sich die Lage so dramatisch verschlechtert, daß nunmehr von einem herben Abverkauf in den nächsten Tagen und Wochen auszugehen ist. Unser vorläufiges Kursziel von 5900 Punkten im Dax sollte bald erreicht sein.
Ähnlich katastrophal ist die derzeitige Entwicklung für den Euro. Derzeit kann offensichtlich kommen was will, der Euro fällt und fällt. Man kann nun zwar betonen, daß dies fundamental nicht gerechtfertigt ist, doch unter Tradinggesichtspunkten ist das irrelevant. Der entscheidende Unterstützungsbereich bei 1,43 ist deutlich gebrochen, womit die Tür für weitere Abgaben offen ist. Die nächste wirklich dicke Unterstützung findet sich erst bei 1,3850. Vielleicht kann der Euro seinen ungebremsten Fall im Umfeld der Veröffentlichung der heutigen US-Arbeitsmarktdaten um 14.30Uhr zumindest kurzfristig stoppen. Weitere Hintergründe und Einschätzungen finden Sie im Wochenausblick unten.
Euro-Dollar:
Wieder etwas schwächer verlief der Handel in der letzten Woche im Euro-Dollar. Die europäische Einheitswährung begann im Bereich 1,4780 und pendelte am Montag zwischen 1,47 und 1,48. Dann am Dienstag der vielbeachtete ifo-Index: wie im Vorfeld von uns erwartet, fiel der Index deutlich schlechter aus als erwartet (Geschäftsklimaindex 94,8 gegenüber 97,5 erwartet; Beurteilung der aktuellen Geschäftslage 103,2 gegenüber 105,6 erwartet) und brachte den Euro sofort massiv unter Druck - innerhalb von Sekunden verlor der Euro 100pips von 1,4700 auf 1,4600, nach einer kurzen Gegenbewegung folgten dann weitere Abverkäufe bis 1,4570. Damit war jedoch bereits das Wochentief erreicht, obwohl am selben Tag das US-Verbrauchervertrauen besser als erwartet ausfiel. Am Abend folgte dann das Protokoll der letzten FOMC, das jedoch eher ein non-event wurde, auf das der Markt kaum reagierte. Dennoch ließ die Fed durchblicken, daß der nächste Zins-Schritt eher nach oben denn nach unten erfolgen dürfte (welch Überraschung bei einem bereits negativen Realzins!). Und doch ist vor den US-Wahlen im November ein solcher Schritt keinesfalls zu erwarten, sodaß wir noch einige Zeit bei 2% bleiben werden. Von der fundamentalen Seite her (hier dem Zinsniveau) ist die aktuelle Dollar-Stärke jedenfalls nicht zu erklären. Wodurch aber sonst? Doch zunächst weiter in der Chronologie: Mit Beginn des asiatischen Handels in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch konnte sich der Euro stabilisieren und bis zum nächsten vormittag auf knapp 1,4780 ansteigen. Doch die kurzfristige Euphorie war rasch verflogen mit den deutlich besser als erwartet ausgefallenen US-Auftragseingängen langlebiger Wirtschaftsgüter, die den Euro wieder auf 1,4665 zurückwarfen. Die europäische Einheitswährung fand jedoch erneut Kaufinteresse und konnte im Vorfeld der Veröffentlichung des US-BIP sogar kurz über 1,48 steigen. Doch die erstaunlichen, nur mit der durchaus kreativen Besonderheit amerikanischer Statiskansätze erklärbare Zahl von +3,3% BIP-Wachstum im 2.Quartal warf den Euro erneut zurück in den Bereich 1,4670. Erholungen brachten den Euro wieder in Richtung 1,4770, zumal die persönlichen Einkommen der US-Amerikaner deutlicher zurück gegangen waren als erwartet (-0,7%). Doch wenig später folgten ein deutlich besserer Chicago Einkaufsmanagerindex sowie eine leicht bessere US-Verbraucherstimmung (Uni Michigan), die dem Dollar Auftrieb gaben. Der Euro gab nach auf 1,4640 und beendete die Handelswoche schließlich im Bereich 1,4670. Am Montag schließlich zeigte der Euro erneut Schwäche und fiel im Tief bis 1,4580 und damit nur knapp oberhalb des Tiefs der letzten Handelswoche. Fragt man nach den Ursachen der Dollarstärke, so sollten drei Dinge beachtet werden: zum einen handelt es sich um einen Trend, der ebenso so sinnfrei und ohne jede rationale Begründung funktionieren kann wie die vorherige Euro-Stärke. Die Schwäche der europäischen Einheitswährung erwischt nach wie vor viele auf dem falschen Fuß und verhindert so jede nachhaltigere Erholung. Hinzu kommt, daß insbesondere asiatische Anleger Geld aus Europa abziehen und so die Euro-Währung schwächen (hier lohnt ein Blick auf die Entwicklung im Euro-Yen!). Der zweite Punkt ist eine derzeit zu beobachtende Umkehr der Grundlinien der Globalisierung: durch den dramatischen Anstieg der Energiepreise in den letzten Monaten sind die Exporte insbesondere von China in die USA stark zurückgegangen und erklären so zum Beispiel die deutlich besseren Daten zu den US-Auftragseingängen. Und der dritte Punkt schließlich ist die letztlich irrationale, aber gleichwohl sehr amerikanische Hoffnung, daß die USA das Tal der Tränen bereits durchschritten hätten, während dies Europa noch bevorstehe. Diese Annhame ist falsch, schafft aber gleichwohl (Kurs-)Fakten. Wie geht es nun weiter? In dieser Woche stehen zahlreiche Daten auf der Agenda, von denen die EZB-Sitzung am Donnerstag sowie der amerikanische Arbeitsmarktbericht am Freitag herausragen. Grundsätzlich sind und bleiben Long-Positionen im Euro gefährlich, sodaß wir empfehlen, Erholungen im Euro zu shorten. Die Gegenbewegungen des Euro sind zu lasch, um wirklich zu überzeugen; es kündigen sich somit weitere Abverkäufe an, die den Euro schließlich zum vorläufigen Kursziel von 1,43-1,44 führen sollten. Widerstände finden sich bei 1,4660-70, 1,47 und schließlich um die runde Marke bei 1,48. Auf der Unterseite ist auf einen Bruch des Tiefs der letzten Woche bei 1,4570 zu achten, wodurch weitere Abwärtsdynamik ausgelöst werden sollte.
Dax:
Leichte Erholungstendenzen konnte der Dax in der letzten Handelswoche zeigen. Der Index startete bei 6300 Punkten und erreichte am Montag bei zunächst recht uninspiriertem Handel am Montag ein Hoch bei 6360 Punkten. Doch mit Beginn der US-Session war es vorbei mit der Ruhe: insbesondere eine negative Einschätzung der Credit Suisse zu den höher als bislang angenommenen subprime-Verlusten des weltgrößten Versicherers AIG brachten den Finanzsektor unter Druck und rückten nunmehr auch die Versicherungsbranche in den Fokus des Krisenszenarios. Der Dax reagierte auf die schwachen US-Börsen, die den größten Tagesrückgang seit einem Monat markierten und fiel in den Bereich von 6240 Punkten. Der deutsche Leitindex konnte seine Schwächephase erst mit Eröffnung des US-Handels am Dienstag überwinden, nachdem der am Vortag arg gebeutelte Finanzsektor durch die Bereitschaft von Pacific Investment Management Co (Pimco), hypothekengesicherte Papiere in Höhe von $5 Mrd. übernehmen zu wollen, gestützt wurde. Die optimistischen Amerikaner sahen darin ein Signal, daß das Schlimmste in diesem Bereich überstanden sein könnte und kauften den Markt nach oben. Am Mittwoch dann zunächst Gewinnmitnahmen im Dax, bevor dann die US-Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter die Stimmung deutlich aufhellten und zu einem Anstieg erneut auf 6360 führte. Dieses Widerstandsniveau konnte dann mit dem deutlich besseren US-BIP am Donnerstag deutlich gebrochen werden, sodaß der deutsche Leitindex den Handelstag oberhalb von 6400 Punkten beschließen konnte. Am Freitag dann hielt sich der Dax trotz schwacher US-Börsen erstaunlich gut und pendelte zwischen 6460 und 6400 Punkten. Die schwachen Vorgaben der US-Börsen, die auf Tagestief schlossen sowie die Schwäche der asiatischen Börsen in der Nacht zum heutigen Montag bekamen dem Dax zunächst schlecht und sorgten für einen Abverkauf knapp unter 6340 Punkte, bevor der Wind sich drehte (und das im wörtlichen Sinne: der Hurricane Gustav schwächte sich kontinierlich ab und ließ die Ölpreise stark fallen). Der Dax stieg in der Spitze auf knapp 6450 Punkte und kam erst kurz vor Xetra-Schluß wieder etwas unter Druck. Wie geht es nun weiter? Zunächst bleibt festzuhalten, daß der leichte Anstieg unter dünnem Volumen geschah und somit wenig aussagekräftig ist. Man kann nicht oft genug betonen, daß die derzeit besseren US-Daten nur vorübergehend so positiv bleiben und vorwiegend Sondereffekten geschuldet sind. Nach wie vor gilt: in den USA ist die größte Immobilien-, Kredit- und Liquiditätsblase der Weltgeschichte geplatzt, und es grenzte an ein Wunder, wenn dies nach wenigen Monaten überstanden wäre. Vielmehr ist es wahrscheinlich, daß die derzeitige Seitwärtsbewegung den nächsten Down-move vorbereiten wird, der sehr impulsiv verlaufen sollte. Denn nach wie vor handelt zum Beispiel der Dow Jones auf erstaunlich hohem Niveau, nämlich auf dem Level aus dem Herbst 2006. Aber im Herbst 2006 war die Welt noch in Ordnung, die Amerikaner lebten bedenkenlos über ihre Verhältnisse, die Globalisierung schien den unbegrenzten Aufstieg der Weltwirtschaft auszulösen, und überhaupt würden Aktien ja immer mehr wert, je länger man wartet. Inzwischen aber sind zahlreiche Illusionen geplatzt, die USA erleben einen drastischen und nicht mehr umkehrbaren Abstieg von der totalen Supermacht zu einer Macht neben anderen (der Georgien-Konflikt inklusive amerikanischer Hilflosigkeit macht dies derzeit recht deutlich). Schauen Sie sich ruhig einmal einen etwas längerfristigen Chart an, dann werden Sie sehen, daß die Aufwärtstrends so nachhaltig gebrochen sind, daß eine Wiederaufnahme dieses Trends sehr unwahrscheinlich ist. Vielmehr ist anzunehmen, daß die Jahre 2003-2007 als große Hausse in die Geschichtsbücher eingehen werden, während ab 2008 die große Baisse begann (Umkehr von Globalisierung in Richtung Regionalisierung, Umschlag von sehr moderaten Deflation in eine ausufernde Inflation, Umkehr des chinesischen Wirtschaftswachstums etc.). Man kann nur appellieren, das aus den Jahren 2003-2007 gültige Denken abzulegen und die Augen zu öffnen für die bereits einsetzenden Realitäten eines globalen Abschwungs, der mehrere Jahre anhalten wird und sicher auch zu Übertreibungen nach unten führen wird. Noch aber sind wir nicht an dem Punkt, an dem dies ins breite Bewußtsein dringt. Zwar ist der Dax (wie wir vermuten vorübergehend) in die Seitwärtsrange 6360/80-6630 eingedrungen, doch wird sich bald erweisen, ob dieser leichte Anstieg nachhaltig sein wird. Letztlich ist die Reaktion auf die Abverkäufe des Jahres 2008 mickrig und wohl nur eine Ankündigung weiteren Unheils. Unterstützung findet der Dax im Bereich 6220 und 6260-80, sodann im Bereich 6360-80 und 6420. Auf der Oberseite warten bei 6480 und schließlich noch wichtiger bei 6620/30 die Widerstände. Ob ein Ausbruch aus der Seitwärtsrange gelingen kann, dürfte maßgeblich von der EEZB-Sitzung sowie den amerikanischen Arbeitsmarktdaten am Freitag abhängen.
P.S: der Wochenausblick wird in den nächsten beiden Wochen urlaubsbedingt nicht erscheinen.
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Weitere Informationen direkt vom Autor: Markus Fugmann Tel.:040/44809860
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