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Kolumne: US-Wirtschaft treibt Kurse

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Autor Norbert Lohrke Bewertung (0):
Erstellt am: 12.10.07 07:32 Antworten: 0  
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Kolumne: US-Wirtschaft treibt Kurse

 Eine regelmäßig vom Wallstreet Journal durchgeführte Erhebung bei 60 Volkswirten, die Einschätzungen zu zehn wesentlichen ökonomischen Indikatoren abruft, kommt zu dem Ergebnis, dass die Ökonomen in den letzten Monaten zunehmend optimistischer wurden. Die Befragung, die zwischen dem 5. und 9. Oktober 2007 durchgeführt wurde, zeigt vor allem hohe Wertschätzung für die von der FED am 18. September vorgenommenen deutliche Zinssenkung.

76 % aller Befragten sagen, dass diese Maßnahme von Notenbank-Chef Bernanke angemessen war. Nur 22 % fanden Sie zu aggressiv. So ist es kein Wunder, dass die Bewertung des FED-Chefs mit 90 von möglichen 100 Punkten so hoch ausfiel, wie nie zuvor in seiner Amtszeit. Mervyn King, der Notenbankchef der Bank von England, wurde hingegen mit 78 Punkten für sein unangemessenes Verhalten, dass sich in langen Schlangen vor der Hypothekenbank Northern Rock symbolisch niederschlug, abgestraft.

Die Federal Funds Rate taxieren die meisten Volkswirte am Ende des Jahres einen viertel Punkt niedriger, also bei 4,5 %. Den Immobilienmarkt sehen nahezu alle in einem düsteren Licht. Die Anzahl der zu erwartenden Neubauten wurde in der Vorhersage erneut heruntergesetzt. Der Ölpreis soll am Jahresende bei durchschnittlich 72,57 Dollar pro Barrel und im Juni 2008 bei 68,58 Dollar liegen.

Dazu passt die Meldung, dass der Einzelhändler Wal Mart für seine Läden im 3. Quartal einen positiven Ausblick gab sowie die Veröffentlichung guter ökonomische Daten. Die Arbeitslosen nahmen um -12.000 ab und die Inflationsrate für Importe stieg im September - wie erwartet - um +1 %, nachdem sie im August um -0,3 % gefallen war.

„An der Gewinnfront sind die Quartalszahlen nicht ganz so gut, wie in den letzten Quartalen. Aber das Ende der Welt steht uns nicht bevor“. Kommentiert Dirk van Dijk, Direktor des Zacks Investment Research Institutes die gegenwärtige Lage in den USA. Insbesondere der Technologiesektor wird derzeit kritisch gesehen. Dieser hatte sich in den letzten Monaten jedoch überproportional gut entwickelt.

Wie fallen die Quartalsgewinne sehr unterschiedlich aus. Während die Quartalsgewinne von PepsiCo aufgrund von ausländischen Käufen mit +16 % besser als erwartet anstieg, verzeichnen Einzelhändler wie der führende Sonderwareneinzelhändler für Mode Nordstrom Inc. ein mageres Wachstum von 1 %.  Sony Ericsson musste einen 10-igen Gewinnrückgang hinnehmen, da sie zunehmend mehr Handy’s im unteren und mittleren Preissegment verkauften, wo die Margen schwächer sind.

Positiv auf die Wirtschaft wirkt sich insbesondere der schwache US-Dollar aus. Das Handelsbilanzdefizit sank um -2,4 %, weil die Exporte anstiegen und gleichzeitig die Importe zurückgingen.

Man kann angesichts dieser Meldungen mit gutem Gewissen feststellen, dass die amerikanische Wirtschaft robuster ist, als sie allgemein, insbesondere in unseren deutschen Medien, beschrieben wird. Die ökonomischen Daten verhalten sich geradezu lehrbuchhaft und damit berechenbar. Das wiederum gefällt den Börsianern. Denn nichts hassen sie mehr als Unsicherheit. So ist es kein Wunder, dass die amerikanischen Börsen derzeit gut gelaunt sind.

Lassen Sie uns also mit den letzten wärmenden Strahlen der Herbstsonne noch ein wenig Kursgewinne einsammeln, bevor wir dann alle in den wohl verdienten Winterschlaf fallen.

Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen

Ihr Norbert Lohrke

 

 

 

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