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Kolumne: USA legt Hypotheken-Bombe!

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Autor Norbert Lohrke Bewertung (0):
Erstellt am: 15.10.07 09:17 Antworten: 0  
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Kolumne: USA legt Hypotheken-Bombe!

Mehrere Großbanken in den USA planen - vom Finanzministerium angestoßen, jedoch durchaus willig – einen 100 Mrd. Dollar Fonds aufzulegen, der die mit Hypotheken gesicherten notleidenden Anleihen übernehmen soll. Dieser Fonds soll innerhalb von 90 Tagen aufgesetzt werden. Ziel dieses Fonds ist es eine Liquiditätsknappheit auf dem Geld- und Anleihenmarkt zu verhindern bzw. zu einer einigermaßen ausreichenden Liquidität auf den Finanzmärkten zurück zu finden.

Der Vorschlag geht auf ein Gespräch zurück, dass das Finanzministerium vor vier Wochen mit 10 Banken geführt hat. In diesem Gespräch wurde deutlich, dass die Risiken von den SIV (Structured Invesment Vehicles) ausgehen. Das sind unabhängige Geschäftseinheiten großer Banken, die sich zu günstigen Konditionen verschulden und dieses Geld in höher verzinsliche und damit meist riskantere Anleihen, die z.B. mit Hypothen besichert sind, anlegen.

Diese SIV gehen übrigens auf die beiden Cititgroup Banker Nicholas J. Sossidis und Stephen Patridge-Hicks zurück, die sich diese Vorgehensweise in den späten 80igern in London ausgedacht hatten. Kein Wunder also, dass die Citigroup Bank mehr SIV als andere Banken hat und damit auch am Meisten betroffen ist. Man spricht davon, dass sie ca. 25 % der SIV hält und mit mindesten 400 Mio. Dollar in diese SIV investiert hat. Einige Marktkenner bezeichnen deshalb den aufzulegenden 100 Mrd. Dollar Fonds als ein Citigroup Hilfsprojekt.

Auf den ersten Blick scheint der Fonds eine gute Idee zu sein. Man packt einfach die ganzen notleidenden Anleihen in einen Sack, schnürt ihn zu und macht ihn erst wieder auf, wenn die Luft rein ist, d.h. die Krise sich im Hypothekenbereich gelegt hat. Der Vorteil: die Banken müssen keine Abschreibungen vornehmen und die Liquidität kommt wieder zurück. Und damit dem Sack nichts passiert, stellt der Staat Bodyguards aus dem Finanzministerium ab, die auf ihn aufpassen.

Obwohl das so funktionieren könnte, muss man sich doch mal die Frage stellen, was den passiert, wenn die Hypothekenkrise sich noch etwas hinzieht oder sich der Markt dort gar verschlechtert. Dann wird aus diesem nassen Kartoffelsack plötzlich eine Zeitbombe, die mit Sicherheit zur Unzeit hochgeht. Das würde dann nicht nur das Bankenwesen in den USA und weit darüber hinaus treffen, sondern auch den amerikanischen Staat. Die Steuerzahler müssten dann für die Fehler der hochbezahlten Investmentbanker und deren Versagen in dieser Angelegenheit gerade stehen. Was ihnen gar nicht gefallen wird.

Ich halte diesen Fonds für deutlich zu kurz gesprungen. Und auch für falsch. Die Banken und Investmenthäuser sollen für ihre Fehler selbst aufkommen. Wenn denn Abschreibungen in Mrd.-Höhe notwendig sind, dann sollen sie die auch vornehmen und bluten. Selbst dann, wenn die ein oder andere Bank vom Markt verschwindet. Das muss ja nicht mit lautem Getöse geschehen. Dafür kann der Staat hinter den Kulissen tätig werden. Dass aber die Steuerzahler für die Fehlspekulationen von offensichtlich überbezahlten und verantwortungslosen Investmentbankern aufkommen sollen, ist überhaupt nicht einzusehen bzw. zu begründen. Präsident Bush und sein Finanzministerium sollten sich da besser raushalten und das Heft des Handelns bei der FED und Bernanke lassen. Da ist es gut aufgehoben.

Die Marktwirtschaft kennt den Markteintritt, aber auch den Marktaustritt. Nur so kann Sie existieren und sich selbst reinigen. Wenn eines von beiden – aus welchen Gründen auch immer – geschlossen oder nur verengt wird, ist das gesamte System in Gefahr.

Und bei allem Respekt, die Investmentbanker sind es wirklich nicht wert, dass man eine solche für sie eingeht.

Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen

Ihr Norbert Lohrke

 

 

 

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