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Kolumne: Teufelszeug verändert die Welt!

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Autor Norbert Lohrke Bewertung (0):
Erstellt am: 14.11.07 08:50 Antworten: 0  
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Kolumne: Teufelszeug verändert die Welt!

 Die Welt ist eigenartig. Versuchen Sie z.B. als Gründer etwas Neues, dann sagt Ihnen jeder, dass andere das schon längst gemacht hätten, wenn es denn funktionieren würde. Ist das denn wirklich so? Wäre ohne Galileo klar, dass sich die Erde um die Sonne dreht? Wäre ohne den Mut des Kolumbus Amerika entdeckt worden? Wäre ohne Bill Gates Windows XP das meistverbreitete Betriebssystem? Gäbe es ohne Steve Jobbs den iPod? Und was Goolge ein heute Milliardenschweres Unternehmen angeht. Keiner der damalig führenden Internetportale wollte so etwas Bescheuertes wie Suchmaschinen, mit denen man kein Geld verdienen konnte, haben.

Mal im Ernst! Genau besehen hätten viele andere diese Dinge machen oder erfinden können. Haben Sie aber nicht! Gab es bei Bill Gates nicht die große IBM oder vor Steve Jobbs und seinem iPod, nicht Sony mit seinem Walkmann? Dennoch müssen sich die Gründer immer wieder anhören, dass wenn die Idee so genial wäre, es die anderen, die mehr Geld besitzen, es schon längst gemacht hätten. Was glauben Sie, wie viele Ideen es gibt, die uns weiterbringen würden, jedoch nie die Chance bekommen, Ihren Proof of Concept zu beweisen?

So gibt es eine Reihe von Gründen, warum sich neue Ideen nicht oder nur sehr verzögert durchsetzen. Wie da wäre: die Angst mit etwas Neuem zu versagen; den Mut Wege abseits des Mainstreams trotz Rückschlägen weiterzugehen. Auch Regelbrüche zu begehen, die dem Experten die Haare zu Berge stehen lassen. Dinge zu machen oder zu denken, die nicht opportun sind. Oder schlichtweg interne starre Strukturen, die so etwas gar nicht vorsehen.

Heute an meinem zweiten Tag meines Aufenthalts auf dem Deutschen Eigenkapitalforum habe ich z.B. Herrn Peter P. Wiest, dem CEO der W.O.M. World of Medicine AG zugehört. „Minimalinvasive Chirurgie war zu meiner Zeit Teufelszeug“, sagte der 60 jährige, der schon früh begriffen hatte, welch ein Segen diese schonende Operationsmethode sein wird. Dennoch hat man ihn offensichtlich für verrückt gehalten und in die Ecke gestellt. Hätten seine Kollegen es nicht wissen müssen, dass minimalinvasive Chirurgie die Chirurgie der Zukunft ist? Nein, eben nicht. Weil es einfach nicht sein kann, dass jemand etwas so anders macht, dass das was man selbst macht und auch gut macht, dadurch ggf. überflüssig wird? Zumindest all das auf den Kopf stellt?

Der pure Existenzerhaltungstrieb sorgt allein dafür, dass eine gute und segensbringende Idee erst einmal im Kollegen- und Expertenkreis abgelehnt wird. „Unsere heutige Generation hingegen wächst ganz natürlich mit Monitoren im Operationssaal auf. Mit der minimalinvasiven Operationsmethode kommen sie also schon früh in Berührung. Das ist für die jungen Kollegen ganz normal.“

So produziert – weil sich die Ideen Wiest am Ende durchgesetzt haben - die W.O.M. sog. Insufflatoren, die Gas in den Körper pumpen und Hohlräume befüllt, damit die Organe auf dem Monitor auch sichtbar werden. Was nicht so leicht ist, wie es sich anhört. Oder HD-Kameras für den chirurgischen Gebrauch. Mit Aesculap, Qlympus und Stryker hat er die erste Sahne der Minimalchirurgie als Vertriebspartner.

Das Wiest und seine W.O.M. Klasse-Produkte hat, ist auch der Aton aufgefallen. Die hat sich gleich ein ordentliches Aktienpaket unter den Nagel gerissen. Wenn ich mich nicht irre, war das keine schlechte Entscheidung.

Auch die Carl Zeiss Meditec, die in der Opthamologie tätig ist und sich also auf die Augen spezialisiert hat, ist nach meinem Dafürhalten gut aufgestellt. Außerdem sehr solide. Der interessante und mit Humor gewürzte Vortrag ließ die 40 Minuten kurzweilig erscheinen.

Bei der Norddeutschen Affinerie hat die Analysten gestört, dass die Kapitalerhöhung und der Abgang des Vorstandsvorsitzenden Dr. Marnette zeitlich zusammen fiel. Von Vertrauensbruch war die Rede. Tatsächlich hängt das wirklich nicht zusammen. Marnette hat den Deal mit Kovat offensichtlich am Aufsichtsrat vorbei gemacht. Insofern ist die Reaktion des Aufsichtsrats verständlich. Die Zahlen stimmen aber bei der NA.

Highflyer des Tages war die D+S Europe. Wann hört man schon mal, dass einer seine Marktkapitalisierung innerhalb von zwei drei Jahren verdoppeln will? Und, was Sie überraschen wird. Da spricht sogar einiges dafür. Das Geschäftsmodell, dem Kunden das E-Commerce abzunehmen, scheint sehr erfolgreich zu sein. Connection, Content, Commerce und Collection sind die Schlagworte, die das Grundgerüst bilden. Übrigens hat der Vorstand jeglichen Übernahmegerüchten bezüglich der Intershop AG den Wind aus den Segeln genommen.

Obwohl der Raum bei der chinesischen ZhongDE Waste Technology AG brechend voll war, hat mich der Auftritt des Firmengründers, der nur chinesisch sprach und von einem jungen Mitarbeiter übersetzt wurde, nicht so richtig überzeugt. Auch, wenn die positiven EBIT’s jenseits von Gut und Böse waren und die Aktie sicherlich abgehen wird.

Ebenso erging es mir bei Plambeck Neue Energien AG, der Wizcom Technologies Ltd. und auch bei der PC Ware Information Technologies AG. Windenergie, wenngleich im Offshore Bereich, ist mir persönlich zu riskant. Auch hinsichtlich der subventionierten Einspeisevergütung. Das Geschäft der PC Ware mit Software und dem Handling einer Vielzahl von Lizenzen ist mir zu unspektakulär, wenngleich es gut zu Laufen scheint und bei den Zeilenscannergeräten von WizCom in Form eines Kugelschreibers fehlt mir schlicht die Story.

Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen

Ihr Norbert Lohrke

 

 

 

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