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Kolumne: Stahlblase!

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Autor Norbert Lohrke Bewertung (0):
Erstellt am: 16.07.07 09:16 Antworten: 0  
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Kolumne: Stahlblase!

Der Stahlsektor ist so heiß, wie seine Stahlschmelzen. Verantwortlich für die gute Konjunktur im Stahlsektor ist die ungeheuer große Nachfrage aus den asiatischen Schwellenländern, allen voran China. Aber auch die Nachfrage nach Qualitätsflachstahl in Westeuropa ist ungebrochen auf einem hohen Niveau. Alle Experten rechnen damit, dass der Stahlverbrauch in 2007 noch einmal zunehmen wird, wenngleich erste Stimmen zu vernehmen sind, die für 2008 von einer Beruhigung der Märkte ausgehen.

 

Dabei ist im Stahlbereich eine interessante Entwicklung zu beobachten. China, bisher einer der größten Stahlimporteure, hat sich mittlerweile zu einem Nettoexporteur bei Flachstahl entwickelt. Flachstahl ist das Ausgangsprodukt für z.B. Dosen oder Karosseriebleche. Damit bekommen die europäischen Stahlhersteller eine nicht ungefährliche Konkurrenz.

 

Eine Folge der guten Stahlkonjunktur ist, dass die Übernahmen in der Stahlindustrie zunehmen. Getrieben von Skaleneffekten. Denn nur die Größten verdienen richtig gutes Geld. Bekanntestes Beispiel ist die Übernahme der Arcelor durch die indische Mittal Steel, die damit zur Nummer 1 auf dem Stahlmarkt aufrückte. 12 Mrd. Dollar legte die ebenfalls indische Tata für die niederländisch-britische Corus hin. Und die brasilianische Gerdau kaufte soeben die amerikanischen Chaparal für 4,2 Mrd. Dollar. 

 

In Deutschland ist die ThyssenKrupp mit einer Rohstahlproduktion von 17 Mio. Tonnen jährlich (zum Vergleich Mittal Arcelor 122 Mio. t) das größte Stahlunternehmen. Die Aktionäre der ThyssenKrupp haben vom Stahlboom ordentlich profitiert. Seit 2005 hat sich der Aktienkurs fast verdreifacht. 

 

Aber wie geht es weiter? Wenngleich die Weltkonjunktur weiter prosperieren wird, so ist doch in den nächsten Jahren von einem leichten Rückgang auszugehen. Das wird nicht ohne Folgen auf die Nachfrage nach Stahl- und Stahlprodukten bleiben. Dazu kommt, dass Marktkenner vor überteuerten Übernahmen warnen.

 

Teuere Übernahmen, die verkraftet und vor allem verdient werden wollen, treffen auf einen Markt, dessen Margen aufgrund der zunehmenden Konkurrenz immer kleiner werden und der im Abnehmen betroffen ist. Das hört sich nicht gut an. Es ist deshalb meines Erachtens an der Zeit Gewinne mitzunehmen, sich umzuorientieren und nach anderen Branchen Ausschau zu halten. In anderen Gärten gibt, es auch schöne Blumen!

 

Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen

 

Ihr Norbert Lohrke

 

 

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