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Norbert Lohrke: 14.10.08 08:32 Teuer erkaufter Kursaufschwung |
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Stephan Feuerstein: 13.10.08 21:43 Lang ersehnte Kaufsignale? |
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Markus Fugmann: 13.10.08 18:59 Wochenausblick Euro-Dollar... |
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Autor | Norbert Lohrke | Bewertung (0): | |
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| Erstellt am: | 23.05.08 10:16 | Antworten: | 0 | ||
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Rohstoffe sind derzeit ein Thema, an dem keiner von uns vorbeikommt. Allein der Anstieg der Rohölpreise nimmt einen breiten Raum in der alltäglichen Berichterstattung ein. Aber auch die anderen Rohstoffe wie z.B. Metalle stehen im Zentrum des Geschehens. Grund ist die ungeheure Nachfrage, die in dem boomenden asiatischen Raum, allen voran das mit über +9 % wachsende China, generiert wird.
Vom wichtigsten Rohstoff, den diese Erde besitzt ist jedoch immer weniger die Rede. Und zwar vom Rohstoff Wissen bzw. Bildung.
„Wissen ist der einzige Rohstoff, der auf unserer Erde unbeschränkt zur Verfügung steht und der sich durch Gebrauch nicht abnutzt, sondern sogar vermehrt.“ Diese wahren und klugen Worte stammen von unserem Bundespräsidenten Horst Köhler, der sich soeben für eine zweite Amtszeit bereit erklärt hat und damit zur Wiederwahl steht. Dass ich diesen außergewöhnlichen Bundespräsidenten schätze und hoffe, dass er seine zweite Amtszeit wird antreten können, sei hier nur am Rande erwähnt.
Bildung ist ein unglaublich hohes und wichtiges Gut. Und zwar schon Bildung an sich, also noch gar nicht zweckgebunden. Es ist aber auch einer der wichtigsten Rohstoffe aller Zeiten, der jede Wirtschaft am Laufen hält. Denn jegliche Form von Erfindung bzw. Innovation setzt eine nicht unbeachtliche Portion dieses Rohstoffes voraus. Und als eine der zivilisierten und vermeintlich bildungsstärksten Nationen dieses Planeten, dürfte man meinen, dass wir alles, aber auch alles dafür tun, dass uns dieser Rohstoff nie ausgeht und wir damit den Unternehmen dieses Landes und dieser Wirtschaft immer wieder Nahrung geben. Und uns so im internationalen Wettbewerb behaupten, um die Nase weiter vorn zu haben.
Leider ist die alltägliche Realität eine andere. Schulräume und Turnhallen, in die es hineinregnet, sind keine Schlechtrederei sondern in vielen Gegenden Alltag. Auch werden viele Eltern unter meinen Lesern bestätigen können, dass Unterrichtsausfall an der Tagesordnung ist.
Und nicht nur das. Auch z.B. das unwürdige Gezerre um und die schlechte Behandlung der Hauptschulen in diesem Lande ist ein latenter Skandal, den keiner so richtig zur Kenntnis nehmen möchte und der Politik offensichtlich am „A…“vorbei geht. Billigend nehmen wir da in Kauf, dass ein Teil einer Generation heranwächst, der sich nicht ordentlich in die Wirtschaftswelt integrieren können wird. Und wer mir das nicht glaubt, soll einfach mal einen Handwerksmeister fragen oder Geschäftsführer von Betrieben, die Auszubildende einstellen.
Man muss leider allzu oft ein Versagen der Politik und auch vieler Schulen feststellen. Warum? Weil das Geld für alles Möglich rausgeschmissen wird – siehe derzeit die Milliardenverluste der Landesbanken – aber für die wirklich wichtigen Dinge, offensichtlich kein Geld da ist. Da man leider den Nutzen von Bildung nicht nach Wahlperioden bemessen und vorzeigen kann. Und alles was nicht sichtbar ist oder zu weit weg, derzeit unter die Räder kommt.
Noch schwieriger wird das Ganze, wenn benachteiligte Personen auf diese eh schon schwierige Gemengelage treffen. Also Menschen mit Behinderungen, oder besser Einschränkungen, welcher Art auch immer. Wobei es mir zunehmend schwerer fällt, von Behinderungen zu sprechen, da ich diese Menschen oft so gar nicht bezeichnen würde. Im Gegenteil. Denn häufig nehme ich gerade an den scheinbar Normalen, im Umgang mit der beschriebenen Personengruppe Behinderungen oder Einschränkungen wahr. Ich möchte Ihnen ein aktuelles Beispiel aus meinem Umfeld nennen.
Stellen Sie sich eine Schule mit sog. Förderklassen vor. Wo Kinder, die aus verschiedensten Gründen benachteiligt sind, zusammenkommen und besonders gefördert werden sollen. Und nehmen wir mal an, dass es da zu Ausgrenzungen und Diskriminierung gekommen ist, weil den Kindern schlichtweg nicht die notwendige Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Und nehmen wir mal weiter an, dass die Eltern deshalb zum Schutz erst einmal ihr Kind aus dieser Klasse nehmen und eine Versetzung in eine „normale“ andere Klasse, allerdings eine Stufe tiefer wünschen. Und zum Wohle des Kindes eine schnelle Entscheidung fordern.
Wenn Sie jetzt denken, dass Pädagogen in einem solchen Fall gefordert wären und deshalb schnell tätig werden, dann haben sie sich geirrt. Es gibt wichtigere Themen mit denen sich man befassen musste, bekamen die hilflosen Eltern zur Auskunft. Verantwortungslose Vertagung statt unbürokratisch schnellem Handeln. Wie so häufig und auch aus anderen Gebieten bekannt.
Obwohl das konkret sicherlich ein Einzelfall ist, zeigt es die Misere, die wir in unserem Bildungssystem und darüber hinaus haben, in aller Deutlichkeit.
Es fehlt an Geld, Zuwendung, Menschlichkeit und pädagogischen Konzepten, obwohl die PISA-Studie – die jeder nur für seine eigene Ideologie missbraucht – vieles davon beschreibt. Auch daran zu erkennen, dass ein gutes soziales Miteinander auch in Unternehmen ein Produktionsfaktor ist und deshalb auch eingeübt werden muss. Und jeder Form der Diskriminierung massiv gegenüber getreten werden muss. Und zwar frühzeitig und kompromisslos. Die Schulen – - und vor allem Pädagogen - sollten da eigentlich Vorreiter sein.
Wir sollten nie vergessen. Wenn wir als Investoren in Unternehmen investieren, investieren wir letztlich immer in Köpfe. Wir investieren in Menschen mit Herz und Verstand. Und nur, wenn beides bei der Mehrheit der Mitarbeiter und auch der Führung in einem halbwegs ausgeglichenen Zustand ist, können Spitzenleistungen erbracht werden, die sich im Wettbewerb weltweit behaupten können.
Rohstoffe allein sind wertloses Material. Nur zusammen mit Wissen und Bildung und uns Menschen werden sie zu einzigartigen Produkten und erobern so die Welt.
Diskriminierung und Ausgrenzung des wichtigsten Rohstoffes haben da nichts zu suchen.
Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen.
Ihr Norbert Lohrke
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