|
|
Rohstoffspiegel: 11.10.08 21:21 Die Rohstoff-Woche -... |
|
|
Frank Sterzbach: 11.10.08 12:34 Crash: Was tun? |
|
|
Stephan Heibel: 10.10.08 23:23 Fehlende Rahmenbedingungen... |
|
|
Autor | Norbert Lohrke | Bewertung (0): | |
|
| Erstellt am: | 18.06.08 08:55 | Antworten: | 0 | ||
Bookmarken bei:
|
|||||
„I think the price will fall to 70 dollars a barrel“, sind die Worte von einem, der es wissen muss. Einem der bereis zwei Ölkrisen miterlebt hat und von 1962 bis 1986 Ölminister von Saudi Arabien war. Die Rede ist von keinem geringeren als Sheik Ahmed Zaki Yamani. Yamani gab der japanischen Nikkei in Genf ein Interview, in dem er eine Einschätzung des derzeitigen Rohölmarktes gab.
Seiner Meinung nach befinden wir uns erneut in einer Ölkrise. Allerdings in einer, die aber auch gar nichts mit den beiden bisherigen Ölpreisschocks zu tun hat. Die Ölkrisen in den 70-igern waren auf ein zu geringes Angebot zurückzuführen. Heute ist das seiner Meinung etwas völlig anderes.
Sheik Yamani sieht in dem derzeit vollkommen überhöhten Rohölpreis ein Problem des Preissystems im Future-Markt. Seiner Einschätzung zufolge kaufen die Händler nicht aufgrund von Angebot und Nachfrage, sondern aufgrund von Spekulationen über die Zukunft und Gerüchten. Als Beweis gibt er an, dass die Ankündigung von Saudi Arabien die Produktion um +50 % von 200.000 Barrel auf 300.000 Barrel pro Tag zu erhöhen, den Marktpreis in keinster Weise beeinflusst hat. Andererseits können Bericht im Zusammenhang mit dem Iran und eines möglichen Angriffes durch die Israelis und/oder die USA den Preis deutlich bewegen. So kommt er zu dem Schluss, dass der Rohölmarkt derzeit einem Glücksspiel gleicht, was er mit den Worten „it’s almost like gambling“ unterstreicht.
Der Grund, warum er den Rohölpreis bei ca. 70 Dollar je Barrel sieht, ist auch der Tatsache geschuldet, dass er eine Veränderung im künftigen weltweiten Energie-Mix sieht. China, Japan, die USA und Europa orientieren sich seiner Auffassung nach stark in Richtung Nuklearenergie. Außerdem sieht er im Kohle und Gasbereich neue Technologien. Nicht zuletzt erwartet er auch von den erneuerbaren Energien, auch den Wasserstoff-Technologien, eine nicht unwesentliche Entlastung. Zudem verweist er darauf, dass China Rohöl im eigenen Land subventioniert und er die Nachfrage bei Wegfall der Subvention deutlich sinken sieht. Allerdings räumt er ein, dass ein Angriff auf den Iran den Preis kurzfristig auf 200 Dollar je Barrel treiben kann, da die „Rohöl-Versorgungs“-Straße von Hormuz von den Iraner kontrolliert werden könnte.
Zu den Interessen der OPEC, die noch 1970 für 70 % der Weltölproduktion standen und heute nur noch 40 % abdecken, befragt, gibt er an, dass die meisten Mitglieder nicht an einer vernünftigen Versorgung der Welt mit Rohöl interessiert seien, sondern lediglich an hohen Erträgen. Was seiner Meinung nach langfristig gesehen ein Fehler ist. Er sei der einzige gewesen, der darauf bestanden hätte, eine ausreichende Versorgung der Welt mit Rohöl zu gewährleisten und dafür lieber niedrigere Preise in Kauf zu nehmen.
Wenn man das Original-Interview mit Sheik Ahmed Zaki Yamani liest, wird einem klar, welche ungeheure Blase sich im Rohölmarkt gebildet hat. Die übrigens jederzeit platzen kann. Darauf habe ich übrigens wiederholt hingewiesen. Zuletzt als der Rohölpreis abnahm, obwohl die US-Reserven sich deutlich verringert hatten. Was geradezu aberwitzig war. Normalerweise hätte nämlich das Gegenteil eintreten müssen.
Sheik Yamani ist ein sehr weitblickender Mann. Der vorhersieht, dass die hohen Rohölpreise den ölproduzierenden Ländern nur kurzfristig nützen. Er weis sehr genau, dass die derzeitige Marktlage alle Welt nach Alternativen suchen lässt und sich die Ölproduzenten damit mittel- und langfristig ins eigene Fleisch schneiden. Deshalb plädiert er eher für moderate Preise.
Zu spät, wie mir scheint. Denn obwohl die Ölproduzenten derzeit Petrodollars en masse scheffeln, so ist ihr Stern bereits im Sinken begriffen. Sie sollten unsere Intelligenz auf der Suche nach einem Ölersatz nicht unterschätzen. Im Gegensatz zu ihnen, basiert unser Reichtum nicht auf zufälligen Funden von Rohstoffen in der Erde bzw. Wüste.
Unser Rohstoff ist das Wissen. Und dieser Quell versiegt niemals. Im Gegenteil. Er steht uns unbeschränkt zur Verfügung und vermehrt sich bei Gebrauch sogar noch. Es ist an der Zeit, dass wir diesen Rohstoff hierzulande wiederentdecken und stärker befördern.
Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen.
Ihr Norbert Lohrke
Nehmen Sie jetzt am 14-Tage-Gratis-Test unseres Aktienanalyseportals Globalyze teil.
Das bieten wir Ihnen:
Ja, ich möchte endlich auch zu den Börsengewinnern zählen...
Ich möchte erst einmal näheres über die Funktionsweise Ihres Portals erfahren...
Warum man mit der Nutzung von kostenlosen Analysen vorsichtig sein muss...
Sie sind leider nicht angemeldet. Melden Sie sich mit Ihren Benutzername und Password und geben Sie dann bitte Ihre Bewertung ab. Sollten Sie noch keinen Account bei World of Investment haben, können Sie sich hier registrieren.