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Norbert Lohrke: 21.11.08 08:35 Steht Aktienhausse kurz bevor? |
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Renditetrader: 20.11.08 13:40 Musterdepot Short Magna... |
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Autor | Norbert Lohrke | Bewertung (0): | |
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| Erstellt am: | 04.06.08 09:46 | Antworten: | 0 | ||
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An den Börsen dieser Welt geht es sehr marktwirtschaftlich, ja geradezu erz-kapitalistisch zu. Ausschließlich Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Und zwar zu jeder Sekunde. Auch, wenn die Preise – nach oben wie nach unten - vielfach übertrieben sind, sicherlich auch manipuliert werden und meines Erachtens mitunter äußerst Informations-ineffizient sind. So zeigen sie doch recht deutlich, was der Markt derzeit von einzelnen Unternehmen oder Commodities hält. Und geben so eindeutige und unmissverständliche Signale an alle Marktteilnehmer.
Die Frage, ob der Preis spekulativ überhöht ist oder nicht, ob er gerecht oder ungerecht ist, stellt sich einfach nicht. Wir alle wissen, dass es eben so nicht ist. Auch ist der Gedanke daran, dass Aktionäre einen Mindestpreis oder eine Mindestdividende pro Aktie erhalten sollten so etwas von abartig, dass jeder der eine solche Forderung in den Raum stellen würde, zu Recht für nicht ganz dicht gehalten und sicherlich auch nicht für voll genommen werden würde. Im Gegenteil, wir würden einen solchen Idioten - bildlich gesprochen - vom Parkett schmeißen und ihm ein lebenslanges Hausverbot geben.
Und dass Aktionäre die Deutsche Börse in Frankfurt belagern oder gar besetzen und die Händler davon abhalten an ihre Plätze zu gehen, nur weil ihre Werte nicht den Preis haben, den sie ihrer Meinung nach verdienen, wäre nicht nur undenkbar, sondern auch völlig zwecklos, da ein Großteil des Handels quasi elektronisch vor sich geht und weltweit vernetzt ist.
Zudem glauben nicht nur die Value-Investoren unter uns, frei nach dem Moralphilosophen und Begründer der Marktwirtschaft Adam Smith, dass es irgendwo einen Gleichgewichtspreis geben wird und sich die Kurse und Gewinn in der mittleren Frist deshalb entsprechen bzw. annähern. Dabei vertrauen wir auf die „unsichtbare Hand“, die gesteuert von der Maximierung des individuellen Glücks, zu einem allgemein gesellschaftlichen Glück führen wird. Wenngleich wir das so geschwollen nie sagen würden, da es an der Börse schlichtweg um den „schnöden Mammon“ geht, so schwingt das alles im Hintergrund doch immer mit. Selbst dann, wenn die Marktteilnehmer davon gar nichts wissen sollten.
Dabei ist die Art und Weise, Angebot und Nachfrage aufeinandertreffen zu lassen und der daraus resultierenden Preisfindung, die sicherste Methode, dass beide, Anbieter und Nachfrager, bestmöglich zueinander finden, der Markt geräumt wird und damit schlichtweg der effizienteste Verteilmechanismus, den es gibt und je geben wird.
Und jeder der das nicht akzeptiert, muss einen Vorschlag machen, was er an die Stelle dieses sehr effizienten Verfahrens setzen will. Z.B. könnte man das Zufallsprinzip walten lassen und Hölzchen ziehen oder würfeln. Oder denjenigen bevorzugen, der zuerst kommt. Also quasi denjenigen, der – wie bald in Ferienzeiten wieder öfter wahrnehmbar – sein Handtuch zuerst in den Ring schmeißt bzw. auf die Liege legt. Oder wir setzen einen Philosophen hin oder vielleicht einen Politiker, der nach eigenem Ermessen, also willkürlich, den Preis – unabhängig von Nachfrage und Angebot – festsetzt.
D.h. am Ende, wer Angebot und Nachfrage außer Kraft setzt, muss sagen, was er alternativ will und wie er dann damit umgeht, dass der Markt eben nicht geräumt wird, weil Angebot und Nachfrage nicht zum Ausgleich kommen. Es entstehen also Überschüsse oder Knappheiten. Die Überschüsse müssen irgendwie beseitigt bzw. entsorgt, die Knappheiten rationiert werden.
Wenn ich sie jetzt mit meiner Ausführlichkeit etwas genervt haben sollte, dann nur deshalb, um jedem deutlich zu machen, welchen Unsinn wir uns immer wieder mit Eingriffen in dieses eigentlich unglaublich intelligente System der Preisfindung über den Markt leisten. Dadurch, dass wir in das freie Spiel der Märkte eingreifen, verzerren und pervertieren wir die Preisfindung und setzen falsche Signale.
So mögen die Milchbauern ja Recht haben, dass das der Preis, den sie für die Milch erhalten, zum Überleben nicht reicht. Aber offensichtlich gibt es genug Milch am Markt. Sonst würde der Preis von ganz alleine nach oben gehen. Tatsache ist, dass es zu viele Bauern gibt, die zu viel Milch produzieren. Dafür kennt die Marktwirtschaft den Marktaustritt. Wer dauerhaft unter seinen Kosten produziert, wird sich nicht halten können und muss aufgeben und sich nach einer anderen, rentableren Tätigkeit umsehen.
Diese unbequeme Wahrheit will aber niemand mehr sagen. Kein Wunder. Da die Politik im Schulterschluss mit den Bauernverbänden, über die unsinnige europaweite Milchquotenregelung und damit einhergehende Subventionierung selbst schuld sind. Also müssen jetzt Verhandlungslösungen gegen das ungerechte „kapitalistische“ System her. Verbände und Funktionäre sollen jetzt regeln, was der Markt längst geregelt hat. Und es bewahrheitet sich der alte und wahre Spruch unter Volkswirten, dass ein Markteingriff oder besser Staatseingriff, weitere nach sich zieht. Am Ende steht die Planwirtschaft.
Am Ende haben wir also Mindestlöhne für Arbeit, Mindestpreise für Milch und hoffentlich dann auch bald die Mindestrenditen für Anleger! Vermeintliche Gerechtigkeit statt Wohlstand für Alle.
Da ist mir die Börse doch zehnmal lieber. Da wird gezockt, was das Zeug hält und am Ende kommt – trotz aller Verwerfungen – letztlich doch ein ganz passables und irgendwie auch gerechtes Ergebnis heraus. Zumindest in der mittleren Frist.
Weil jeder seine Interesse verfolgt und wir uns auf die „unsichtbare Hand“ des Marktes verlassen, statt auf unfähige Politiker- und Funktionärspranken.
Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen.
Ihr Norbert Lohrke
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