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Autor | Norbert Lohrke | Bewertung (0): | |
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| Erstellt am: | 30.04.08 09:24 | Antworten: | 0 | ||
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wieder einmal ist es soweit. Im Hilton Hotel in Frankfurt am Main findet – wie jedes Jahr – die Entry & General Standard Konferenz 2008 statt. Und wie jedes Jahr bin ich für Sie dabei, um nach Auf- und Absteigern zu schauen, die Spreu vom Weizen zu trennen und verdeckte Perlen für Sie aufzuspüren.
Das Programm erstreckt sich über zwei Tage, in denen sich zahlreiche am General- und Entry Segment der Deutschen Börse AG notierten Unternehmen den Analysten und Privatinvestoren präsentieren. Daneben gibt es ein Kapitalmarktforum, in dem Themen behandelt werden, die direkt oder indirekt mit dem Segment zu tun haben. So habe ich gestern z.B. den Vortrag „Erfolgreich im Entry Standard: Wie? Die Ergebnisse einer Studie“ besucht. Der von Prof. Dr. Wegmann sehr leidenschaftlich vorgetragene Beitrag brachte sehr interessante Fakten ans Tageslicht.
Unterm Strich kann man festhalten – und darauf legte Wegmann großen Wert – dass der Entry Standard nichts, aber auch gar nichts mehr mit dem Neuen Markt zu tun hat. Das erkennt man sehr schön daran, dass die überwiegende Zahl der dort notierten Unternehmen bereits beim Börsengang Gewinne schreibt. Die einzigen Unternehmen, die es derzeit mit Verlusten an die Börse schaffen, sind die Biotech-Unternehmen, wobei inzwischen jeder wissen müsste, das ein Engagement in solche Aktien nach wie vor sehr riskant ist. Es sei denn, es liegen erste Zulassungen für Medikamente vor. Was bei den Wenigsten der Fall ist.
D.h., dass man im Entry Standard solide mittelständische Unternehmen finden kann, die einfach Geld brauchen und deshalb den Weg zum Kapital über dieses Eingangssegment der Deutschen Börse AG suchen. Ich muss sagen, dass mich der Vortrag doch soweit berührt hat, dass ich mir in Zukunft das Entry Standard Segment und die sich dort tummelnden Unternehmen noch genauer anschauen werde als bisher.
Ansonsten besuchte ich eine Unternehmensvorstellung nach der anderen, wobei jede immer ungefähr eine dreiviertel Stunde dauerte und sich in einen Vortrag – meist eines Vorstands – und eine Fragerunde unterteilte. By the way fiel mir auf, dass man immer häufiger CFO’s antreffen kann. Die Zahlen werden also offensichtlich immer wichtiger.
Welches Unternehmen mich gestern am Meisten beeindruckt hat? Das ist schwer zu sagen. Was die Idee angeht, so hat mir ausgerechnet ein Biotech Unternehmen, die Magforce Nanotechnologies AG mit ihrem Vorstandsvorsitzenden Dr. Andreas Jordan am besten gefallen. Dieses Unternehmen will Krebstumore zielgerichtet bekämpfen. Dazu werden kleine eisenhaltige Nanopartikel in die Tumore injiziert und dann über Magnetismus zielgerichtet erhitzt. Das Unternehmen stellt u.a. auch die entsprechenden Geräte und die dazugehörige Software her. Vorteil gegenüber den derzeitigen Behandlungsmethoden ist der, dass man sehr zielgenau erhitzen kann, so den Tumor bekämpft und das gesunde Gewebe, das bei allen anderen Therapien, wie z.B. der Chemotherapie stark in Mitleidenschaft gezogen wird, dadurch erheblich geschont wird. Wie Jordan ausführte arbeitet er eng mit den Zulassungsbehörden zusammen und hat mehrere Studien laufen. Er ist sehr zuversichtlich, dass er für das Verfahren die Zulassung der europäischen Arzneimittelbehörde EMEA bekommt. Das Risiko ist gleichwohl sehr hoch.
Wo wir gerade im Nanobereich sind, so will ich auch die Nanogate AG nennen. Ihr Geschäftsmodell ist das enabling. D.h. das Werkstoffe über die Nutzung von Nanostrukturen verbessert werden. So werden z.B. Gebäudeoberflächen versiegelt. Sehr gut gefallen hat mir die Art und Weise des Vorgehens. Dass man sich quasi in die Prozesse der Unternehmen einbindet und dort die Produkte im engen Schulterschluss designt. Die Nanogate scheint in dem auf geschätzten 220 Mrd. Dollar schweren Weltmarkt recht gut aufgestellt und erfolgreich zu sein. Dafür sprechen eine Eigenkapitalquote von 84 % und ein Umsatzwachstum von 33 %. Das EBIT-Wachstum von +5,2 % könnte allerdings noch einen Schub vertragen.
Ebenfalls nicht uninteressant fand ich die adesso AG. Das Softwareunternehmen hat sich in den Bereichen Banken, Versicherungen, Lotterien und Gesundheitswesen positioniert und entwickelt da z.B. Abwicklungssysteme. Ihre High End Content Management System bzw. Redakteurssystems werden vor allem dort eingesetzt, wo ein starken Datenbankzugriff notwendig ist und sich daher die Inhalte schnell verändern. Kunden sind z.B. die Commerzbank AG oder Onvista AG. Der Umsatz wuchs in 2007 um +67 % und das EBITDA um +85 %. Die Umsatzprognose liegt bei +15 bis +20 %.; Die EBITDA Marge soll bei 9 % liegen.
Beim SAP-Systemhaus SNP AG, die also SAP Systemlandschaften internationaler Konzerne bei Veränderungsprozessen begleiten, fand ich die die systematische Vorgehensweise ganz interessant. Wer einmal selbst erfahren, wie da vor Ort teils mit selbstgestrickten Tools rumgewerkt wird, wird die sehr strukturierte und systematische Vorgehensweise der SNP zu schätzen wissen. Ob das allerdings für die große Aktienfantasie reicht?
Blieben noch die cdv Software entertainement AG und die m4e AG. Den Ansatz der cdv zukünftig den kreativen Spieleentwicklern von Konsolensoftware in verschiedenster Weise unter die Arme zu greifen, ist meines Erachtens gar nicht so uninteressant. Welcher Entwickler will schon wirklich mit Finanzierung oder Lizenzierung oder gar Vertrieb zu tun haben? Und dass das Konzept aufzugehen scheint, kann man den Zahlen entnehmen. Das ganze Lizenzgeschäft, das die m4e AG betreibt, ist mir persönlich zu undurchsichtig und wenig greifbar. Was nicht heißen muss, dass es durchaus seine Berechtigung und vielleicht auch seinen Erfolg hat.
So, das war’s fürs erste. Dann werde ich mich gleich wieder auf die Socken machen und bin gespannt, was mich heute im Hilton erwartet.
Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen.
Ihr Norbert Lohrke
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