Mehrfach haben wir in den letzten Wochen gelesen, dass Technologie-Aktien in Zukunft zu den Gewinnern an den Börsen gehören sollen. Nachdem zuletzt die soliden Blue Chips bei den Kursen kräftig zugelegt hätten, sei der Bewertungsabstand von Wachstumswerten zu den so genannten Value-Aktien so niedrig wie lange nicht mehr, heißt es als Begründung. Völlig zustimmen können wir dieser These nicht. So zeigt etwa ein Blick auf den TecDAX, dass die deutschen Hightechs schon recht gut gelaufen sind. Seit der Korrektur im vergangenen Mai hat der Index über 40 Prozent gewonnen. Das Kurs-Gewinnverhältnis auf Basis der für 2007 erwarteten Ergebnisse liegt bei durchschnittlich knapp 30. Das ist in Anbetracht der hohen Wachstumsraten bei den Index-Mitgliedern zwar nicht übertrieben hoch, aber richtig günstig eben auch nicht.
Wer jetzt, nach vier Jahren Börsenhausse, noch ordentliche Erträge mit Aktien machen will, muss schon ein bisschen suchen. Und vor allem in der dritten Reihe gibt es tatsächlich Wachstumsunternehmen, die ein extrem gutes Preis-Leistungsverhältnis bieten und daher bei den Aktienkursen noch Nachholbedarf haben. Da ist etwa die Aktie von technotrans, die trotz zweistelliger Umsatz- und Ergebniszuwächse, einer soliden Finanzlage und tollen mittelfristigen Wachstumsperspektiven gerade einmal ein 2007er-KGV von 14 aufweist. Ähnlich günstig ist die Bewertung des Telematik-Anbieters init, der jüngst mit mehreren guten Nachrichten überzeugte: Umsatz und Ergebnis erreichten 2006 neue Rekorde, der extrem hohe Auftragsbestand sowie der gerade gemeldete Großauftrag aus den USA sprechen dafür, dass sich das hohe Wachstumstempo noch eine Weile fortsetzt. Hervorragend Ergebnisse lieferte auch Integralis (KGV 14). Der auf IT-Sicherheit spezialisierte Konzern hat die eigenen Prognosen für 2006 klar übertroffen und will auch im laufenden Jahr kräftig wachsen. Sehr gut fielen auch die Eckdaten von Silicon Sensor aus. Mit seiner Produktpalette ist der Konzern gut aufgestellt, um von der ständig steigenden Zahl der Anwendungsfelder zu profitieren. Trotz dieser tollen Perspektiven liegt das Gewinnvielfache gerade einmal bei 12.
In diesem Sinne
Wolfgang Braun
Wolfgang Braun ist Chefredakteur des „Global Performance“. Der seit 1999 erscheinende Börsenbrief hat sich auf deutsche Wachstums-Aktien spezialisiert. Dank einer ausgefeilten und bewährten Anlagestrategie schlägt das Musterdepot die Vergleichsindizes deutlich. So schaffte das Wachstumswerte-Depot seit seiner Auflegung im März 1999 eine durchschnittliche jährliche Performance von mehr als 24 Prozent - obwohl in diesen Zeitraum der dramatische Niedergang des Neuen Marktes fällt. Weitere Informationen unter www.globalperformance.de.