|
|
Markus Fugmann: 09.01.09 12:14 Marktausblick vom 09.01.09... |
|
|
Norbert Lohrke: 09.01.09 09:01 Allianz auf Staatskosten |
|
|
Markus Fugmann: 08.01.09 12:31 Marktausblick vom 08.01.09... |
|
|
Autor | Norbert Lohrke | Bewertung (0): | |
|
| Erstellt am: | 03.12.08 08:36 | Antworten: | 0 | ||
Bookmarken bei:
|
|||||
Sie werden es schnell erkannt haben, dass diese Überschrift nicht ganz ernst gemeint sein kann. Natürlich wird es einen Merger zwischen Arcandor AG und Deutsche Telekom AG nicht geben. Wobei die Vorstellung gar nicht so uninteressant wäre. Die Telekom würde mit einem Schlag die Möglichkeit haben, ihre Angebote in weiteren Vertriebskanälen bevorzugt abzusetzen. Und die Telefonrechnung von Arcandor würde durch einen prix amicale auch etwas niedriger aussehen. Aber nun Spaß beiseite.
Sie alle haben wahrscheinlich schon vernommen, dass der langjährige Finanzvorstand der Deutsche Telekom AG Karl-Gerhard Eick den bisherigen Vorstandsvorsitzenden der Arcandor AG Thomas Middelhoff ablösen soll.
Diese Meldung war ausreichend um den Kurs der Arcandor gestern von 1,73 Euro auf 2,20 Euro um +26,80 % nach oben zu schießen. Wobei sich hier die Frage stellt, ob die Börsianer aus Erleichterung, dass Middelhoff weg ist, die Sektkorken knallen ließen oder weil Karl-Gerhard Eick das Ruder übernehmen wird.
Meine Sicht der Dinge will ich Ihnen - wie immer - nicht verheimlichen. Natürlich sind die Aktionäre und Fondsmanager froh, dass dieser Schaumschläger Middelhoff endlich die Bühne freimacht. Middelhoff’s Bilanz bei Arcandor ist nämlich mehr als ernüchternd. So richtig was Zukunftsweisendes hat er nicht zustande gebracht. Im Gegenteil. Er hinterlässt seinem Nachfolger Eick ein schweres Erbe. Wie schon bei Bertelsmann, wo er ebenfalls die falschen strategischen Weichenstellungen vorgenommen hat, ich erinnere nur an das Musikgeschäft, von dem sich Bertelsmann nun wieder schmerzhaft getrennt hat, so hat sich auch bei Arcandor nichts richtig zum Besseren gewandt. Und wie auch bei Bertelsmann wurde ihm das allzu aggressive Verkaufen und Verkaufen von Unternehmen am Ende zum Verhängnis. Offensichtlich hat Mr. Strahlemann noch nie ein Unternehmen von klein auf begleitet, sonst wüsste er, dass es der Umsatz mit dem Kunden ist, der alleine zählt und nicht hektisches Hantieren im luftleeren Raum der Investmentbanker. Wie man hört, will er sich nach seinem Job genau als solcher versuchen. Da kann er sich dann richtig ausleben. Auf Kosten Dritter.
Nun also soll es der neue Hoffnungsträger Karl-Gerhard Eick richten. Der wird seinen bis 2012 laufenden Vertrag auflösen und die Telekom zum 1. März verlassen. Der Mann, der insgeheim gehofft hat, nach dem Abgang von Ricke, an dessen Stelle des Vorstandsvorsitzenden zu treten und dem man dann den wendigen Obermann vor die Nase gesetzt hat. Insider wissen, dass ihm das weh tat.
Wie man lesen kann, genießt Eick angeblich „hohes Ansehen über die Telekom hinaus“. Sein Verdienst sei es, „dass die Telekom die Schuldenlast innerhalb weniger Jahre halbiert habe und so Spielraum für Zukunftsinvestitionen und Unternehmensübernahmen schaffte“. Immer wieder übernahm er – wenngleich nur übergangsweise und aus der Not geboren – andere Verantwortungen. Einmal war das der Personalvorstand der Telekom und zum anderen, nach dem Weggang von Pauly, den Vorstandsvorsitz bei der T-Systems. Ob da was Bleibendes geschaffen wurde, mag jeder selbst beurteilen. Zugute mag man ihm halten, dass es auch nur kurze Zeiträume waren.
Obwohl viele Journalisten Herrn Eick beim Karstadt-Quelle Nachfolger nun beinahe euphorisch begrüßen, ist der Wechsel von Middlehoff zu Eick für mich ein Übergang vom Regen in die Traufe. Haben denn die alle, die Eick nun loben, vergessen, dass er als Finanzvorstand an entscheidender Stelle war, als es um die aktionärsfeindlichen Kapitalerhöhungen ging, die viele Telekom Aktionäre geschädigt haben und die derzeit Gegenstand eines der größten Wirtschaftsprozesse der Nachkriegsgeschichte sind? Und auch der vollkommen überzogene und sich schon damals nicht zu rechnende Voicestream Deal wäre ohne seine Zustimmung auch nicht gelaufen. Außerdem. Haben die Aktionäre etwa vergessen, dass Eick es war, der die t-online wiederum äußerst aktionärsfeindlich in das Reich Telekom zurückholte? Und, ob die Telekom was die Finanzbuchhaltung und die Systeme anbetrifft gut aufgestellt ist, also er seinen Job im täglichen operativen Geschäft gut gemacht hat, sei dahingestellt. Man braucht sich nur einmal vor die Zentrale stellen und die abends die das Unternehmen frustriert verlassenden Mitarbeiter befragen. Da liegt vieles im Argen.
Aber wie heißt das geflügelte Wort unter Unternehmensberatern: Einmal Vorstand, immer Vorstand. Im Gegensatz zu normalen Mitarbeitern spielt es für Vorstände keine Rolle, was sie am Ende hinterlassen. Irgendwas wird er schon haben, wenn er es so lange auf einem Vorstandsvorsitz ausgehalten hat, ist die primitive Denke vieler. Wobei man das leichter schafft, als man denkt, wenn man sich zurückhält, nicht auffällt und ansonsten willfährig das ausführt, was der Vorstandsvorsitzende so vorgibt. Ob Schwachsinn oder nicht. Und da hat Herr Eick angesichts von Namen wie Sommer und Ricke einiges auszusitzen. Nur, ob das als Qualifikation reicht?
Also, wenn sie mich fragen, dann ist der Optimismus bei Arcandor etwas verfrüht. Ich jedenfalls werde dort nicht einen Cent reingeben. Genau wie bei der Deutsche Telekom AG. Dabei frage ich mich, wieso es immer wieder die gleichen, verbrauchten Namen sind, die wieder und wieder auftauchen. Wo es doch so viele junge und qualifizierte Kräfte in der zweiten und dritten Reihe gibt. Kann es sein, dass wir alle etwas Angst vor Dynamik und Innovation haben?
Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen.
Ihr Norbert Lohrke
Nehmen Sie jetzt am 14-Tage-Gratis-Test unseres Aktienanalyseportals Globalyze teil.
Das bieten wir Ihnen: Ja, ich möchte endlich auch zu den Börsengewinnern zählen... Ich möchte erst einmal näheres über die Funktionsweise Ihres Portals erfahren... Warum man mit der Nutzung von kostenlosen Analysen vorsichtig sein muss...
Sie sind leider nicht angemeldet. Melden Sie sich mit Ihren Benutzername und Password und geben Sie dann bitte Ihre Bewertung ab. Sollten Sie noch keinen Account bei World of Investment haben, können Sie sich hier registrieren.