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Markus Fugmann: 09.01.09 12:14 Marktausblick vom 09.01.09... |
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Norbert Lohrke: 09.01.09 09:01 Allianz auf Staatskosten |
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Markus Fugmann: 08.01.09 12:31 Marktausblick vom 08.01.09... |
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Autor | Norbert Lohrke | Bewertung (0): | |
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| Erstellt am: | 28.02.08 09:12 | Antworten: | 0 | ||
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Die Meldung hat nicht nur unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel und unseren Wirtschaftsminister Michael Glos überrascht, sondern zugegebenermaßen auch mich.
Die Eon und ihr Vorstandsvorsitzender Wulf Bernotat sind bereit, das Stromnetz zu verkaufen und so die wirtschaftlich und ordnungspolitisch äußerst sinnvolle Trennung von Produktion und Netz durchzuführen.
Statt auf den Tischen zu tanzen, waren die Bundeskanzlerin und der Wirtschaftsminister Glos – so hört man aus dem inoffiziellen Berlin - wenig erbaut, eher leicht griesgrämig und verstimmt. Da beide auf Druck der Energiekonzerne in Brüssel vehement gegen die Pläne der Kommission zur Aufspaltung von Netz und Produktion gekämpft haben und das Vorgehen von Eon nun als Dolchstoß in den Rücken empfinden.
Aber bevor ich meine Wertung dazu abgeben werde, ein paar Fakten. Das Stromnetz in Deutschland umfasst ca. 1,5 Mio. km. Davon sind ca. 0,9 Mio. km Niederspannung (0,4 kilovolt), 0,5 Mio. km Mittelspannung (6 bis ca. 60 kilovolt), 75.000 km Hochspannung (60 bis 220 kilovolt) und 36.000 km Höchstspannung (220 bis 380 kilovolt). Dabei werden gerundet ca. 570.000 Transformatoren eingesetzt. Die gesamte Kraftwerksleistung im Inland liegt übrigens bei etwa 115 Gigwatt (zum Zeitpunkt der Jahreshöchstlast). Dem EON-Konzern gehören bei Hoch- und Höchstspannungsleitungen ca. 10.000 Kilometer. Der Wert dieses Netzes wird von Eon auf ca. 1 Mrd. Euro veranschlagt.
Bravo, kann ich da nur sagen und den Vorstandsvorsitzenden Herrn Bernotat zu dieser strategisch weitblickenden Entscheidung herzlich beglückwünschen. Wobei ich Herrn Bernotat zum Verkauf des gesamten Netzes und nicht nur des Hoch- und Höchstspannungsnetzes nötigen würde. Inklusive Transformatoren und sonstigem Zubehör versteht sich.
Wie Sie vielleicht wissen, war ich jahrelang als Unternehmensberater in der Telekommunikationsbranche tätig. Dort ist schon jahrelang die gleiche Diskussion im Gange. Soll bzw. muss sich die Deutsche Telekom vom Netz trennen, ist die Frage, die seit Jahren von Politikern und Fachleuten unterschiedlichster Zunft heiß diskutiert wird.
Hie wie da habe ich diese Diskussion nie verstanden. Insbesondere warum die großen Konzerne so an ihrem Netz hängen. Natürlich verstehe auch ich, dass man über den Netzzugang die Wettbewerber behindern bzw. ausschließen kann. Das fängt an bei den meist viel zu hoch angesetzten Netzkosten (es fehlt nur noch, dass das Klopapier reingerechnet wird ;-) ) bis hin zu verzögerten Freischaltungen und Bevorzugung der eigenen Kunden. Aber unterm Strich betrachtet, hat man nur Ärger damit. Ob das die Planung und die Genehmigungsprozesse sind oder die zunehmend unangenehmere Regulierungsbehörde, aber auch rein betriebswirtschaftlich die Kosten für die Unterhaltung des Netzes und die Investitionen für den Ausbau. Und in der Öffentlichkeit wird man zunehmend angegriffen. Was auch nicht richtig werbewirksam ist.
Insofern hätte ich - wäre ich Vorstandsvorsitzender eines Telekommunikations- oder Stromunternehmens - schon vor Jahren, nicht auf Druck aus Brüssel oder Berlin, sondern aus eigener Entscheidung das Netz in eine eigene Netzgesellschaft ausgegliedert, nach meinen Vorstellungen ausgestaltet und mir da einen entsprechend hohen Anteil gesichert. Zusätzlich hätte ich darauf politisch gedrungen, dass sich auch all die anderen Wettbewerber dran beteiligen. Der zunächst offenbare Nachteil des allgemein ungehinderten Zugangs wird durch den Vorteil, dass die Investitions- und Betriebskosten von allen getragen werden müssen, meines Erachtens mehr als überkompensiert. Außerdem tragen die Probleme, seien es beim Anschluss oder in der Qualität alle gemeinsam. Und da die Großen den Vorteil des direkten Zugangs zu den meisten Kunden hatten und haben, brauchen Sie sich nur noch um Entwicklung bzw. Produktion intelligenter Produkte und das Marketing zu kümmern.
Stattdessen ist z.B. die Deutsche Telekom den Beratern von McKinsey – nicht nur mit der völlig verfehlten technik- statt kundenfokussierten „Vier-Säulen Strategie“ - auf den Leim gegangen. Von der wahrscheinlich auch die Psuedo-Strategen von McKinsey mittlerweile nichts mehr wissen wollen. Traurig ist nur, dass bis jetzt niemand begriffen hat, wie strategisch weitsichtig und vorteilhaft die Trennung von Netz und Produktion wirklich sein kann bzw. ist.
Dass unser Wirtschaftsminister und unsere Bundeskanzlerin wieder einmal wirtschaftspolitisch auf der völlig falschen Seite stehen und sich im Wirtschafts-Europa lächerlich machen, daran haben wir uns alle ja mittlerweile gewöhnt. Dass passiert eben, wenn man eine „neue“ Marktwirtschaft ausruft, bevor man die alte richtig verstanden hat. Wer in Brüssel gegen die Trennung kämpft ist auch politisch nicht mehr Ernst zu nehmen, da beide froh sein sollten, das die EU das Problem für sie bzw. uns löst, da wir zu so weitreichenden Entscheidungen in diesem Lande leider selbst gar nicht mehr in der Lage sind.
Also, noch einmal, Glückwunsch Herr Bernotat. Das hätte ich Ihnen – ich will ja ehrlich bleiben - gar nicht zugetraut.
Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen
Ihr Norbert Lohrke
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