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Kolumne: Leistung und Gerechtigkeit

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Autor Norbert Lohrke Bewertung (0):
Erstellt am: 13.05.08 08:57 Antworten: 0  
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Kolumne: Leistung und Gerechtigkeit

Angesichts der Preissteigerungen des Rohöls bzw. Benzins und der Nahrungsmittelpreise ist die Diskussion um die Besteuerung wieder voll entbrannt. Während die einen wie z.B. die CSU und Wirtschaftsminister Glos für eine schnelle Entlastung der Bürger plädieren und umgehend Steuersenkungen fordern, will die SPD die sog. Besserverdienenden stärker besteuern und die höheren Steuern an die sog. Geringverdiener verteilen. Um dieses Ziel zu erreichen, wird jetzt die bereits totgeglaubte Vermögensteuer wieder hervorgezogen. Und schließlich wird nun auch das Ziel der Haushaltskonsolidierung in Frage gestellt.

 

Aber nicht nur manche Parteien und Politiker fordern. Auch die großen Wirtschaftsverbände stellen sich plötzlich auf die Seite der Arbeitnehmer und fordern jetzt mehr netto für die Beschäftigten. Das Argument: die Mittelschicht, die den Wohlstand erwirtschafte dürfe nicht durch einen überzogenen Zugriff des Staates immer stärker zur Kasse gebeten werden.

 

Der normale Bürger sieht diesem Tohuwabohu staunend zu und versteht die Welt nicht mehr. Obwohl Haushaltskonsolidierung und Sparzwang auf der der einen Seite propagiert werden, ist für außerplanmäßige Rentenerhöhungen, Kinderhorte und Subventionen in alternative Energien und sonstiges offensichtlich genug Geld da. Auch erste Wahlgeschenke werden zur Erringung unserer Sympathien bei der nicht allzu fernen Bundestagswahl bereits offeriert.

 

Zudem steigen laufend die Abgaben und Steuern und dennoch haben wir alle das Gefühl, dass jeder einzelne von uns immer weniger zur Verfügung hat. Da darf man der Frage schon mal auf den Grund gehen, wo denn das eigentliche Problem liegt.

 

Das Problem ist – neben den weiter laufend steigenden Staatsausgaben - ein leistungsfeindliches Steuerrecht, zu hohe Abgaben und eine viel zu hohe Umverteilung. Dem liegt eine Unkultur des sozialen Anspruchsdenkens, das aus purem Neid genährt wird, zugrunde. Das zeigt sich schon am Steuersystem.

 

Wie Sie vielleicht wissen, liegt der Besteuerung die Progression zugrunde. D.h., dass jemand, der mehr leistet als jemand der weniger leistet überdurchschnittlich mehr bezahlen muss und damit für seine höhere Leistungsbereitschaft bestraft wird. Das bedeutet, dass er nicht nur absolut mehr bezahlt, sondern auch relativ, also prozentual.

 

Und da gibt es doch tatsächlich Stimmen in unserem Lande, die selbst diesen Zustand noch nicht als ausreichend empfinden und eine noch höhere Besteuerung verlangen. Bzw. bei einer Entlastung über Freibeträge es als ungerecht empfinden, dass logischerweise, derjenige der eine höhere Steuer bezahlt, über einen Freibetrag in der absoluten Summe auch höher entlastet wird.

Von der Gerechtigkeitslücke ist die Rede. Und die sehe ich tatsächlich auch.

 

Denn es ist ungerecht und unsinnig zugleich, diejenigen über einen progressiven Steuertarif zusätzlich zu bestrafen, die absolut eh schon mehr Steuern bezahlen. Wieso glauben wir eigentlich, dass jemand relativ mehr Steuern bezahlen muss, wenn er mehr leistet? Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass derjenige weniger bezahlt, da er über eine höhere Wertschöpfung und dann auch mehr Steuern mehr für eine Gesellschaft und das Gemeinwohl tut.

 

Und warum soll eigentlich jemand, der stets hart gearbeitet hat, sich fortgebildet hat, wo sich andere verlustiert haben und Risiko eingegangen ist, wo es sich andere auf dem Fernsehsessel bequem gemacht haben, sich dafür auch noch als Besserverdienender beschimpfen lassen?

 

Und wieso soll ich eigentlich, wenn ich spare und Vorsorge betreibe, auf dieses versteuerte Geld noch einmal eine Vermögensteuer bezahlen, wie jetzt gefordert wird? Oder Erbschaftsteuer? Warum belohnt mich dieser Staat nicht, wenn ich für meine Kinder in weiser Voraussicht vorsorge?

 

Ich will Ihnen das sagen. Weil wir ein Volk geworden sind, wo Arbeit und Leistung immer weniger Wert haben und bestraft werden. Ein Land in dem Minderheiten mittlerweile mehr zu sagen haben, als die Mehrheit. Ein Land, in dem Leute regieren, die das Volk in seiner Vielschichtigkeit nicht mehr repräsentieren und Lebensläufe haben, die zur Einstellung in manch mittelständischem Unternehmen nicht ausreichen würden. In dem der Sozialismus zur Staatsräson geworden ist und Politiker in speichelleckerischer Manier dem Volk nach dem Mund reden, statt es verantwortungsvoll zu regieren.

 

Es ist an der Zeit, dass wir diesen Zustand ändern. Es ist absolut gerecht, wenn einer der mehr leistet auch mehr Einkommen hat. Und ungerecht, wenn er prozentual mehr Steuern abführen muss, als jemand der weniger leistet.

 

Wir sollten Gerechtigkeit nicht mit Gleichmacherei und Sozialismus verwechseln. Freiheit und Gerechtigkeit bedeutet Ungleichheit und unterschiedliche Lebenswege und damit auch unterschiedliche Einkommen.

 

Im Klartext. Es ist gerecht, dass einige weniger verdienen und andere mehr! Wir sollten lernen, das einfach einmal zu akzeptieren. Und nicht die bestrafen, die mehr leisten als andere. Es ist auch höchste Zeit für etwas mehr Bescheidenheit. Man sollte nicht den Ast absägen, auf dem man selbst sitzt und es sich mittlerweile viel zu viel bequem machen.

 

Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen.

 

Ihr Norbert Lohrke

 

 

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