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Kolumne: Es reicht: Ackermann raus

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Autor Norbert Lohrke Bewertung (1):
Erstellt am: 07.10.08 07:41 Antworten: 2  
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Kolumne: Es reicht: Ackermann raus

Was uns derzeit Bankvorstände weltweit antun, übersteigt nicht nur für mich, das Maß des Erträglichen. Es ist schon erstaunlich wie viel heiße Luft da in der Vergangenheit produziert und wie wenig professionell da vorgegangen wurde. Bankregeln wurden auf massivste Weise verletzt. Langfristige Anlagen kurzfristig refinanziert. Oder Anlagen offensichtlich ohne ordentliche Risikoabwägung ge- und verkauft. Der Schaden geht in die Milliarden, ja in die Billionen. Auch wird die Realwirtschaft mit jedem Tag etwas mehr in den Strudel aus Unfähigkeit und Gier hineingezogen. Wir alle bekommen die Auswirkungen zu spüren, die im Grund von ein paar Wenigen angerichtet wurden. Und dann müssen wir uns von diesen Herren, wie jetzt bei der Hypo Real Estate geschehen, beim Zusammenkehren ihrer Scherben auch noch vorführen lassen.


Meiner Ansicht nach sind wir jetzt an einer entscheidenden Weichenstellung angekommen. Es genügt nun nicht mehr sich über die Versager aus den oberen Etagen der Banken zu beschweren und Schlagzeilen zu produzieren. Auch nicht sich in Talk Shows hinzusetzen und sich über deren Verhalten auszulassen. Es ist an der Zeit diese Geschehnisse endlich auch strafrechtlich aufzubereiten.


Denn dass hier in einigen Fällen schwerste Sorgfaltspflichtverletzungen vorlagen bis hin zu Tatbeständen, die durchaus kriminell bezeichnet werden dürfen, liegt doch auf der Hand. Insofern frage ich mich, wann endlich der deutsche Generalbundesanwalt die Ermittlungen aufnimmt und unsere Parlamentarier diese Vorstände in öffentlichen Anhörungen und Untersuchungen vorführen und zur Rechenschaft ziehen.


Oder sind die Bande zwischen Banken und Politik am Ende zu eng. Nach dem Motto eine Krähe hakt auch einer Elster kein Auge aus?


Aus dem ganzen Gewimmel ragt eine Person hervor, die meines Erachtens den ganzen Schlamassel und Niedergang geradezu personifiziert. Es ist der Vorstandsvorsitzende der Deutsche Bank AG mit Namen Josef Ackermann.


Als der große Investmentbanker, der die Deutsche Bank AG in einen neue Ära führen würde, wurde Herr Ackermann zu Amtsantritt mit Vorschusslorbeeren überhäuft. Hat er sie verdient?


Ich meine nicht. Man muss sich nur das dahin darbende Investmentbank-Geschäft der Deutsche Bank AG anschauen. „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“, steht schon in der Bibel.


Und dann seine unselige Rolle beim Mannesmann-Prozess. Mit 3,2 Mio. Euro konnte er sich damals von einer drohenden Vorstrafe freikaufen. "Deutschland ist das einzige Land, wo diejenigen, die erfolgreich sind und Werte schaffen, deswegen vor Gericht stehen“, war seine damalige herablassende Meinung über uns und unseren Rechtsstaat. Diesen Spruch muss man sich heute – angesichts des Fehlverhaltens von Ackermann und seiner Bankenfreunde – einmal auf der Zunge zergehen lassen.


Denn war es nicht er, der der IKB Deutsche Industriebank AG bis zuletzt Wertpapiere verkauft hat, die den ersten Teil der Bezeichnung, nämlich „Wert“ nicht verdienten? Hat nicht er der IKB über die Verweigerung der Finanzierung am Ende den Stecker gezogen und so die Sozialisierung der Verluste der IKB betrieben? Warum sind eigentlich Ackermann und die Deutsche Bank nicht als Käufer aufgetreten? Als Mülleimer war die IKB offensichtlich gut genug. Seine Bank habe nicht gewusst, welche Risiken sich bei der IKB aufgetürmt hätten, ließ er später verlauten. Wer’s denn glaubt.


Dann die Geschichte mit Lehman Brothers Holding. War nicht Herr Ackermann, der wiederholt mitteilte, dass die Lehman nicht bankrott gehen würde? Diese Ansage muss man schon fast als eiskaltes Kalkül ansehen? Man kann nämlich davon ausgehen, dass es sich in diesen Kreisen herumgesprochen hat, wie schlecht es um die einst renommierte amerikanische Investmentbank stand. Oder wollte er einfach nur die Kunden ruhig stellen, die Wertpapiere dieser Bank besaßen?


Und dann auch die scheibchenweise Information über die eigene wirtschaftliche Situation der Deutsche Bank AG. Die Gewinnwarnungen hätten auch etwas früher kommen können, oder?


Und jetzt wieder ein Flop im Zusammenhang mit der Hypo Real Estate. Sein Kalkül und Credo, dass er seit einiger Zeit rauf und runterbetet, dass der Staat, also wir alle für das Versagen seiner Zunft einspringen müssen, ist also letztlich doch aufgegangen.


Ich könnte hier noch mehr anführen, möchte es aber dabei belassen.


Große Schnauze und nichts dahinter, kann ich da nur feststellen. Immer dann, wenn es eng wird, duckt sich Ackermann erfolgreich weg. Die Zeiten in denen der Vorstandsvorsitzende und die Deutsche Bank AG ihre Verantwortung für dieses Land ernst nahmen, gehören schon längst der Vergangenheit an.


Stattdessen zeigt Bank und Vorstand die Fratze der organisierten Verantwortungslosigkeit.


Unfähigkeit, Verantwortungslosigkeit, Mangelnder Respekt und Arroganz. Und gebetsmühlenartig wiederholte schmähliche Ruf nach dem Staat. Wie lange müssen wir das noch ertragen?


Es reicht: Schickt Ackermann endlich für alle Zeiten auf den Golfplatz. Und, wenn’s auch ein paar Millionen kostet.


Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen.


Ihr Norbert Lohrke



 


 


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Kommentare

Antwort von: informationsknecht
Geantwortet am: 07.10.08 10:13

einfach großartig dieser Kommentar

 

Antwort von: Benutzername
Geantwortet am: 07.10.08 22:53

http://de.youtube.com/watch?v=Q5yTU8hamoc

 

 

und selbst auf dem Golfplatz kommt er nicht mehr klar.

 

Super Kommetar und trifft den Nagel auf den Kopf