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Markus Fugmann: 15.05.08 11:47 Marktausblick vom 15.05.08 |
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Norbert Lohrke: 15.05.08 09:21 Monster Business |
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Autor | Norbert Lohrke | Bewertung: | |
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| Erstellt am: | 25.09.07 09:28 | Antworten: | 0 | ||
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Bereits am Freitag kam die Meldung über den Ticker das Ralph Dommermuth, Chef von United Internet und Paschalis Choulidis, Chef von Drillisch, eine gemeinsame Holding gegründet haben, um zum Angriff auf die freenet zu blasen. Ausschlaggebend für die Parteien ist die neue Strategie des freenet-Managements, die Geschäftsfelder Mobilfunk und Festnetz/Internetgeschäft zu trennen. An der Holding die unmittelbar 6,01 % der freenet-Aktien hält und der das Recht zusteht, weitere 18,49 % zu erwerben, sind die beiden Genannten mit je 50 % beteiligt. United Internet hat 151,3 Mio. Euro als Bareinlage und als Gesellschafterdarlehen eingebracht.
Der Beteiligungsvertrag sieht wechselseitige Put- und Call-Optionen, Andienungsrechte, Vorerwerbs- und Vorkaufsrechte sowie bis zum Eintritt der in dem Vertrag enthaltenen aufschiebenden Bedingungen gegenseitige Rücktrittsrechte der Parteien vor. Beide Gesellschafter der Holding halten sich alle Optionen offen, um die Verhältnisse innerhalb der Holding und die Beteiligung an der freenet zu verändern, insbesondere die Beteiligung an der freenet AG noch weiter zu erhöhen, gegebenenfalls die freenet AG auch vollständig zu übernehmen. United Internet verfolgt mit dieser Beteiligung eine strategische Positionierung auf dem deutschen DSL-Markt, der sich inmitten einer Konsolidierung befindet.
Wie zu erwarten schoss daraufhin der freenet Aktienkurs in die Höhe. Allein über 12 % waren es gestern.
Was treibt Dommermuth und Choulidis zu diesem ungewöhnlichen Vorgehen und was verbindet sie? Fangen wir zunächst damit an, was sie verbindet. Beide sind derzeit nichts weiter als Händler bzw. Reseller, die im großen Stil Telefonminuten bzw. Bandbreite einkaufen und wieder verkaufen. Wenn Sie so wollen, sind es riesige performante Direktmarketingmaschinen, also das, was die Mobilcom ganz zu Beginn auch mal war. Bevor der weitsichtige Stratege Gerhard Schmid erkannte, dass die Zukunft im eigenen Netz liegt. Beharrlich hat er diese Idee seinerzeit verfolgt und sich am Ende, wie allseitig bekannt, an den überteuerten UMTS-Lizenzen und einer France Telecom mit ihrem Vorstandsvorsitzenden Le Bon, der plötzlich kalte Füße bekam, verhoben.
Dann wäre da noch, was sie treibt. Da beide am Tropf der großen Netzbetreiber hängen, sind sie auf der einen Seite einer immer forscher auftretenden und sich im Breitbandbereich abschottenden Deutschen Telekom ausgesetzt und auf der Kundenseite aufgrund des immer härter werdenden Wettbewerbs sinkenden Margen ausgeliefert. Diesen Teufelskreis können sie nur durchbrechen, wenn sie selbst das Netz besitzen und damit die Herstellkosten selbst beeinflussen können.
Die Frage, die sich stellt ist, warum die freenet mit ihrem Vorstandsvorsitzenden und Ziehsohn des einstigen Firmengründers Schmid Eckhard Spoerr, die scheinbar eine bessere Ausgangsposition hatten, jetzt filetiert werden. Die Antwort ist relativ einfach. Weil es dem Vorstand der freenet mehr um Machterhalt und die eigenen Taschen als um das Wohl der Firma ging.
Die Anschuldigungen, denen sich Spoerr derzeit u.a. vom ehemaligen Rechnungswesenleiter der freenet AG, Münch, gegenübersteht, sprechen eine deutliche Sprache.
Gespannt und mit Wehmut beobachte ich, wie das einstige Vorzeigeunternehmen des Neuen Marktes zu Grabe getragen wird. Alles in allem hätte das Unternehmen und seine hoch-motivierten Mitarbeiter ein besseres Ende verdient als aufgespalten zu werden. Dazu hätten sie allerdings ein solideres und integeres Management benötigt. Vielleicht hat Schmid am Ende doch den falschen Personen vertraut.
Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen
Ihr Norbert Lohrke
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