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Autor | Norbert Lohrke | Bewertung (0): | |
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| Erstellt am: | 07.08.08 09:39 | Antworten: | 0 | ||
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Es gibt bei mir ein paar Filme, die könnte ich hundert Mal ansehen, ohne mich satt zu sehen. Und das, obwohl sie jetzt nicht besonders anspruchvoll sind und vielleicht auch ein bisschen platt daherkommen. Wenn sie mich fragen, was mir an diesen Filmen so gut gefällt, so könnte ich es Ihnen gar nicht rational mitteilen. Da passt für mich einfach alles. Die Musik, die Schauspieler, das Genre und die emotionale Ansprache.
Einer dieser Filme, die ich rauf und runter sehen könnte ist – und nun erschrecken Sie nicht – Top Gun. Da ist für mich alles drin, was das Leben – jedenfalls für einen Mann - spannend macht. Jets, Geschwindigkeit, Action, Macho-Gehabe, tiefe Männerfreundschaft, heiße Frauen, Sex, Tod und auch Liebe. Das volle Programm eben. Die Story mit dem verheißungsvollen Namen Top Gun handelt von einem eine US-amerikanischen Navy- F-14 Tomcat- also Kampfjetpiloten, der mit seinem Freund Nick Bradshaw, genannt Goose, in der Eliteschule Top Gun versucht das beste Team zu werden. Dabei verliert Mitchell die Bodenhaftung, was dazu führt, dass sein bester Freund „Goose“ bei einer Kampfjet-Szene ums Leben kommt.
In einer dieser Szenen des Film tätigt der Pilot Mitchell, alias Tom Cruise, den folgenden Ausspruch: „….ich spür die Gier, die Gier, nach Tempo in mir“.
Das werden sich auch vor einiger Zeit einige Rohstoffspekulanten gesagt haben. Und ordentlich Gas gegeben haben. Wir alle kennen die aufwärts gerichteten Charts, die scheinbar kein Ende zu finden schienen. Allen voran das Rohöl. Es ist noch gar nicht lange her, dass Goldman und Sachs, die einmal einen sehr guten Namen besaßen, die Prognose herausgaben, dass der Rohölpreis 200 Dollar je Barrel erreichen sollte. Auch in Deutschland gab es das ein oder andere Wirtschaftsinstitut das diesen Unsinn nachplauderte. Club of Rome lässt grüßen.
Ich weiß nun nicht, wie es Ihnen dabei erging. Aber ich sah diesem Preisanstieg mit großem Staunen zu. Obwohl viele so taten, als würde gerade der letzte Tropen Rohöl verteilt, las ich die Berichte und Aussagen von Experten, die es wissen müssen. Und kam wieder einmal in die Position, dass ich fundamental gesehen, die Bocksprünge an der Börse einfach nicht nachvollziehen konnte.
Meine Warnungen und Anmerkungen wurden in den einschlägigen Blogs mehr oder weniger belustigend aufgenommen. „Einer der mit Halbwissen mitmischen möchte“ war noch das Geringste, was ich da zu hören bekommen habe. Wobei diese Stimmen in den letzten Tagen zunehmend leiseren Tönen gewichen sind.
Den wie überall zu lesen ist, fallen an den Rohstoffmärkten allgemein die Preise. Ob Gold, Kupfer, Rohöl oder Aluminium. Der ganze Markt ist im Sinken begriffen. Der CRB Rohstoffindex ist allein im letzten Monat um über -15 % eingebrochen. Wie aber kann das sein?
Meine Erklärung ist denkbar einfach. Wie Sie wissen, bin ich einer der Vertreter, die behaupten, dass – trotz Finanzkrise - nach wie vor weltweit genug Liquidität vorhanden ist. Und die sucht sich ihre Anlage. Waren es vor ein paar Jahren die Immobilien, so hat diese aufgrund der aufstrebenden asiatischen Schwellenländer die Rohstoffe entdeckt. Und wie das dann so üblich ist, wird dramatisiert, was das Zeug hält. Schnell treten die großen Spekulanten auf den Plan und pushen die Preise deutlich nach oben. Und eine ganze Medienindustrie saugt sich über mächtige Schlagzeilen voll. Wobei die Preise sich weiter und weiter von der fundamentalen Ebene bewegen. Es ist und bleibt das alte und gleiche Spiel.
Was mich nur immer wieder wundert ist die Tatsache, dass dies nicht gesehen wird. Obwohl es doch offenbar ist. Und hier kommt sichtlich die Gier ins Spiel. Einmal das ganz große Geld machen, …die Gier, die Gier nach Kohle in mir…“. Dabei konnte man doch – nur bei Betrachtung des Langzeitcharts – sehen, dass bei einem langjährigen Mittel von ca. 60 Dollar eine Verdoppelung letztlich nicht rational nachzuvollziehen ist. Wieder einmal hatten wir das Phänomen, dass einer um den anderen der Blase noch etwas Volumen mitgab, in der Hoffnung nicht derjenige zu sein, der sie zum Platzen bringt.
Das ging eine Weile gut. Sie wissen ja: „Der Krug geht zum Brunnen, bis er bricht“. Jetzt liegen die Scherben da. Dabei trifft es nicht nur ein paar Handelshäuser, die sich übernommen haben, sondern über den Preisauftrieb auch ganze Volkswirtschaften weltweit.
Ob wir dagegen was unternehmen können oder sollten? Ich weiß es nicht genau. Ich bin eher dagegen, hier regulierend einzugreifen. Wenn überhaupt, würde ich persönlich das total aus dem Ruder gelaufene Leveraging (Spekulieren mit überhohem Fremdkapital) eingrenzen.
Ansonsten sollte uns das Recht auf Irrationalität und Gier erhalten bleiben. Auch das macht uns Menschen nun mal aus. Und auch aus der Nummer „Versuch und Irrtum“ werden wir nie rauskommen.
Auch, wenn es uns manchmal den Atem nimmt.
Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen.
Ihr Norbert Lohrke
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