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Kolumne: Deutsche Bank mit Taschenspielertricks

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Autor Norbert Lohrke Bewertung (0):
Erstellt am: 31.10.08 08:31 Antworten: 0  
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Kolumne: Deutsche Bank mit Taschenspielertricks

Er würde sich schämen in der jetzigen Situation Geld vom Staat anzunehmen. Sein Haus stehe gut da und brauche kein Geld aus dem Rettungspaket. Das waren die Worte von Josef Ackermann noch am 17. Oktober. Heute am 31. Oktober 2008, also gerade einmal zwei Wochen später lese ich, dass die Deutsche Bank doch an Staatshilfe denkt.


Wie zu hören ist könnte nun auch die Deutsche Bank AG auf Garantien des Bundes für Schuldverschreibungen zurückgreifen. Offensichtlich wird am Markt bezweifelt, ob ein Geldverleih an die Deutsche Bank genau so sicher sei, wie z.B. an eine französische Bank, die entsprechende Staatsgarantien vorweisen kann. So könnte der Deutschen Bank daraus ein Wettbewerbsnachteil in Gestalt höherer Risikoprämien entstehen.


Wobei es bei der Deutschen Bank AG auf den ersten Blick gar nicht so schlecht aussieht. So hat sie im dritten Quartal mit einem positiven Ergebnis von +414 Mio. Euro überrascht. Wobei das zum Vorjahresergebnis von 1,6 Mrd. Euro ein Absturz von -74 % darstellt.


Also erst einmal alles in Butter bei der Ackermann Bank? Mitnichten. Denn Herr Ackermann greift auf Taschenspielertricks zurück, die ich persönlich für sehr bedenklich halte. Es ist nämlich in der Rechnungslegung ganz legal möglich bei langfristigen Finanzanlagen, die nicht dauerhaft der Wertminderung unterliegen auf eine Abschreibung zu verzichten. Und was macht jetzt unser obercleverer Schweizer Frontmann?


Er bzw. sein Finanzchef haben sich – oberschlau wie vermutlich beide sich zumindest fühlen –in der Theodor Heuss Allee 70 bei einer Tasse Tee und mit Blick auf die Frankfurter Skyline tief in die Augen geschaut und kurzerhand entschieden, dass die ursprünglich kurzfristig gedachten und auch so gebuchten Wertpapiere im Wert von schlappen 25 Mrd. Euro eigentlich nie kurzfristig gedacht waren, sondern langfristig. Und, wenn dass doch so war und bei näherer Betrachtung muss es so auch gewesen sein, dann kann man auf Wertberichtigungen im Wert von 845 Mio. Euro einfach verzichten. Gesagt, getan.


Und aus einem eigentlichen Fehlbetrag von -431 Mrd. Euro wird schwuppsdiwupps ein positives Ergebnis von +414 Mrd. Euro. Rechnungslegung nach Gutsherrenart eben. Das passt irgendwie auch besser zu dem einem auf der Deutsche Bank aufdringlich entgegenlächelnden Vorstandschef im schwarzen Anzug. Und rechts daneben prangt dick und hohl die Überschrift:


„Trotz einer Verschärfung der Krise im September konnte die Deutsche Bank das 3. Quartal mit einem Gewinn abschließen.“


Und in der Investmentsparte, also dort wo Ackermann seine Kernkompetenz sieht und weswegen er zur Deutschen Bank geholt wurde, klafft ein riesengroßes Loch. -507 Millionen Euro tief ist es. Corporate Banking und Sales liegen sogar bei -789 Mio. Euro. Also schon nahe an der Milliarde.
Angesichts der wirklichen Geschäftszahlen und vor allem des Zustandekommens des dann veröffentlichten zusammengekratzten, positiven Ergebnisses stellt sich mir nur eine Frage:


Wie tief kann die Deutsche Bank AG mit Ackermann an der Spitze eigentlich noch sinken?


Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen.


Ihr Norbert Lohrke


 


 



 


 


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