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Autor | Norbert Lohrke | Bewertung: | |
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| Erstellt am: | 27.03.08 09:17 | Antworten: | 0 | ||
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Betrachtet man im Rückblick einmal, wer am Meisten unter der Hypothekenkrise gelitten hat, so muss man zum allgemeinen Erstaunen feststellen, dass es vor allem die Werte aus der zweiten Reihe, also die sogenannten Nebenwerte, überdurchschnittlich hart getroffen hat. Während der Dax und der marktbreite C Dax in etwa -20 % von den Höchstständen in 2007 abgeben mussten, liegt der S Dax bei ca. -34 %, der Tec Dax bei ca. -29 % und der M Dax bei etwa -24 %. Wohlgemerkt im Durchschnitt. Darunter sind aber auch einige Werte, die sich gemessen am Aktienkurs im Wert halbiert haben.
Dabei drücke ich mich deshalb bewusst so umständlich aus, um darauf hinzuweisen, dass ich der Meinung bin, dass der innere Wert vielen Unternehmen in der zweiten Reihe keinesfalls gelitten hat. Im Gegenteil. Das beweisen jedenfalls die Bilanzen und Gewinn- und Verlustrechnungen. Die zeigen, dass nicht nur die jetzt reihenweise zur Veröffentlichung anstehenden historischen Zahlen sehr gut sind, sondern sich auch die Ausblicke nicht verstecken müssen.
Wie interessant Nebenwerte sein können und wie viel Geld sich mit solchen Unternehmen verdienen lässt, möchte ich Ihnen am Beispiel der Rational AG in Landsberg einmal aufzeigen. Lag der Kurs in 2001 bei etwa 65 Euro und in 2003 bei ca. 26,10 Euro, so notiert das Unternehmen derzeit bei 119 Euro. Die Performance lag bei +72 % seit 2001 und +357 %, wenn man denn in 2003 zugegriffen hätte.
Viele von Ihnen wird dieser Wert nichts sagen. Ich hingegen kenne das Unternehmen und den Vorstandsvorsitzenden Herrn Dr. Günther Blaschke schon eine Zeit lang. Das hat zum Einen damit zu tun, dass mein Heimatort nicht weit von Landsberg am Lech weg liegt. Zum anderen aber auch damit, dass ich mich – lange ist es her – bei der Rational AG einst um die Leitung der internen Revision beworben habe.
Ich werde nie vergessen, welch guten Eindruck das Unternehmen und der Vorstand bei mir hinterließ, wenngleich es mit der Stelle damals nicht klappte. So erinnere ich mich noch gut, dass mir Herr Dr. Blaschke eine Din A4 Seite zeigte, auf der alle seine weltweit verstreuten Vertriebsleute nach Anzahl der Unternehmensbesuche und Abschlüsse aufgelistet waren (wobei diese nach Landessitten gewichtet waren) und er mit mitteilte, dass eines seiner Erfolgsprinzipien es wäre, dass er die oben besonders belohnen und unten immer wieder ein paar rausschmeißen würde. Was offensichtlich sehr erfolgreich ist. Auch der Rundgang durch die Produktion war äußerst aufschlussreich. Alles an seinem Platz und vom Boden hätte man Essen können. So sauber und aufgeräumt war es da.
Aber zunächst will ich Ihnen einmal mitteilen, was das Unternehmen produziert. Geräte, die Speisen garen und warm halten. Auf den ersten Blick kein Produkt, was einen umhaut. Aber nur auf den ersten Blick. Denn wenn ich Ihnen mitteile, dass diese Geräte kleine Wundermaschinen sind, die Größe und auch Menge des Garguts vollautomatisch erkennen, werden Sie vielleicht hellhörig werden. Und, wenn Sie sich dann etwas näher mit den Geräten beschäftigen, werden Sie begeistert davon sein, was diese Hightech-Geräte so alles können. Nämlich Speisen unter Zugabe von Hitze und Feuchtigkeit mit einer ausgeklügelten Technik und intelligenter Software so zu behandeln, dass selbst Gourmets nicht erkennen, dass die Speisen schon eine zeitlang „warm gehalten“ werden. Was bei der Beköstigung größerer Veranstaltungen unverzichtbar ist. Ich glaube, dass man ohne Übertreibung sagen kann, dass selbst Sterne Köche ohne Produkte der Rational AG aufgeschmissen wären. Die Referenzliste beweist das.
Aber auch die Zahlen sprechen eine klare und erfolgreiche Sprache. Der Umsatz des Weltmarktführers stieg in 2007 um +19 % und das EBIT um +15 %. Die Earnings per Share (Gewinn je Aktie) lagen bei +18 %. Der Ausblick liegt trotz Finanzkrise bei +15 % für Umsatz und Gewinn. Und die Dividende kann sich mit 4,50 Euro auch sehen lassen. Dass die Bewertung des Unternehmens entsprechend hoch ist, verwundert angesichts der guten Zahlen, die das Unternehmen seit Jahren zeigt nicht.
Also, auch wenn jetzt von allen Seiten empfohlen wird in die großen Werte zu gehen, so bleibe ich meiner Linie treu. Ob groß oder klein, spielt nicht die Rolle. Entscheidend ist am Ende, ob das Unternehmen verkaufbare, intelligente Produkte hat und performt oder nicht. Fragen Sie da einfach mal Herrn Ackermann, der wird Ihnen das bestätigen können. Wenngleich in seiner negativen Umkehrung.
Insofern kann ich Ihnen nur raten in der zweiten und von mir auch aus dritten Reihe etwas näher hinzuschauen. Und keine Angst vor Kursrückgängen, auch wenn sie zum Teil enorm sind. Die spiegeln nur die Dünnhäutigkeit der Marktteilnehmer wieder.
Nehmen Sie sich einfach ein Beispiel an der Rational AG. Von 2001 auf 2003 hat sich der Kurs mehr als halbiert, bevor er sich bis heute fast vervierfacht hat. Wer da sklavisch auf die Kurse schaut, hätte dort nie investiert und eine Riesenchance verpasst.
Also machen Sie sich frei, von den Momentaufnahmen der Kurse und schauen Sie auf das, was wirklich zählt.
Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen
Ihr Norbert Lohrke
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