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Kolumne: Centaurus macht Druck!

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Autor Norbert Lohrke Bewertung (0):
Erstellt am: 04.07.07 08:57 Antworten: 0  
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Kolumne: Centaurus macht Druck!

Jetzt ist also auch die doch relativ unspektakuläre Druckbranche von den Hedge-Fonds entdeckt worden. Centaurus, die als besonders aggressiv gelten, haben sich an der Heidelberger Druckmaschinen AG mit einem Anteil von etwas über 5 % beteiligt. Im Gegenzug hat RWE seine Beteiligung von 15 % auf 9,6 % verringert. Größter Einzelaktionär ist damit nun die Allianz mit ca. 12 %.

 

Die britische Hedge-Fonds Gesellschaft, für die u.a. der frühere spanische Ministerpräsident José Maria Aznar und der britische Ex-Finanzminister Kenneth Clarke arbeiten, verwaltet derzeit etwa 3,3 Mrd. Euro. Flagschiff ist die Centaurus Alpha Fonds, der vor allem auf Managerwechsel und Übernahmen setzt. 

 

Wie die meisten Medien auch, frage ich mich, was ein für sein aggressives Vorgehen bekannter Hedge-Fonds an der Heidelberger Druck AG wohl finden mag. Dass RWE sich endlich von der Heidelberger Druck verabschieden möchte, ist verständlich. Nach den verlustreichen Ausflügen im Digitaldrucksektor, der schließlich an Kodak in Rochester weiter gereicht wurde, will RWE sein Kapital vielleicht zukünftig doch etwas rentabler anlegen. Und, dass Centaurus RWE einen Gefallen tun wollte, ist wohl auch auszuschliessen.

 

Die Druckbranche selber gibt es jedenfalls nicht her. Dort ist die Stimmung eher pessimistisch. Die Produktionsentwicklung ist leicht negativ und die Preise sind nach wie vor rückläufig. Kurz: Die Nachfragesituation ist nicht berauschend. Auch der weiteren Entwicklung blicken die Unternehmen der Druckindustrie zurückhaltend entgegen.

 

Warum also der Einstieg von Centaurus? Ich weis es nicht und ich kann auch keinen Grund finden. Heidelberger Druck ist meine Erachtens derzeit eher überbewertet, eine Zerschlagung oder ähnliches macht auch keinen Sinn (wäre sicherlich mit der Allianz auch nicht machbar) und die Ausschüttung von kreditfinanzierten Sonderdividenden wird bei „Heideldruck“ auch nicht so einfach umzusetzen sein. 

 

Vielleicht sollte man doch weniger auf Heidelberger Druck schauen als auf die RWE. Kann ja sein, dass hinter den Kulissen ein Deal gemacht wurde. Vielleicht sollte man mehr Gehirnschmalz darauf verwenden, was das mögliche Gegengeschäft sein könnte.

 

Jetzt in Heidelberger Druck einzusteigen, nur weil Centaurus drin ist, halte ich persönlich derzeit jedenfalls nicht für zielführend. 

 

Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen

 

Ihr Norbert Lohrke

 

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