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Kolumne: Buffett bläst zum Angriff!

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Autor Norbert Lohrke Bewertung (0):
Erstellt am: 28.09.07 09:22 Antworten: 0  
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Kolumne: Buffett bläst zum Angriff!

Gerüchten zufolge will der zweitreichste Mensch der Welt nach Bill Gates, Warren Buffett, einen 20 %-igen Anteil an dem amerikanischen Investmenthaus Bear Stearns erwerben. Damit wäre Warren Buffett der zweite Milliardär, der sich Anteile der Investmentbank einverleibt. Vor ein paar Wochen hat bereits der britische Milliardär Joseph Lewis angabegemäß etwa 7 % an Bear Stearns erworben.

Bear Stearns erlangte in der jüngsten Hypothekenkrise traurige Berühmtheit dadurch, dass zwei seiner Hedge Fonds in Schieflage gerieten und dabei fast ihr ganzes Kapital verloren. Die Fonds waren in zweitklassige Hypothekenkredite investiert. Diese beiden Fonds waren mitverantwortlich für ein Anschwellen der Krise und starke Schwankungen bzw. Rückgängen an den Aktienmärkten weltweit.

Jetzt sagen Analysten, dass Bear Stearns zwar ein Problem habe, es aber keinesfalls so groß wäre, dass gleich Anteile in dieser Größenordnung verkauft werden müssen. Offensichtlich ist man aber bei Bear Stearns derzeit finanzkräftigen Partnern nicht abgeneigt, um möglichst kurzfristig wieder auf die Beine zu kommen und so schnell wieder im Konzert der Großen mitspielen zu können.

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die Hypothekenkrise endgültig beendet ist, dann haben wir ihn spätestens jetzt zu Gesicht bekommen. Dass finanzkräftige und nicht gerade für Zockereien bekannte „Value“-Investoren bei krisengeschüttelten Investmenthäusern einsteigen, ist ein klares Zeichen dafür, dass es um die Investmenthäuser besser steht, als man offensichtlich allgemein annimmt. Denn sonst würde ein Investor, vom Kaliber eines Buffett’s, nicht einmal den Teppich betreten, der in der Eingangshalle liegt.

Man vernimmt aber auch in anderen Bereichen positive Signale. So ist die Industrieproduktion in Japan auf einem Rekordhoch und erreicht den höchsten Stand seit 1953. Auch kommt der amerikanische Anleihemarkt, selbst der für Hypothekenanleihen, langsam wieder in Schwung. Und auch die Finanzierung des Leveraged Buy-Out der First Data Corp. in Höhe von 9,4 Mrd. Dollar war offensichtlich ohne größere Probleme möglich.

Selbst die M&A Szene in London ist zuversichtlich, dass das soeben stark eingebrochene M&A Geschäft im nächsten Jahr wieder anlaufen wird. Und wie heute zu lesen ist, wittern sogar die Beteiligungsfonds wieder Morgenluft.

Wie gestern berichtet, sind auch die Erwartungen an die Quartalsergebnisse positiv. Und die Kreditvergabe an die europäischen Unternehmen ist nach Angaben der Europäischen Zentralbank von 11 % im Vormonat auf 11,2 % in diesem Monat gestiegen.

Und als ob das noch nicht genug wäre, hat sich sogar unser Wirtschaftsminister aus der Versenkung gemeldet und die Wachstumsprognose der Bunderregierung bekräftigt. Das ist der Herr, der noch vor kurzem in der Haushaltdebatte die Wolken am Konjunkturhimmel sah und jetzt sein Fähnchen flugs an die neue Lage angepasst und richtungskonform in den Wind gestellt hat.

Obwohl unbestritten noch ein paar Negativaspekte zu konstatieren sind, wie z.B. der sehr hohe Ölpreis, der relativ niedrige Konsum und der gegenüber dem Dollar relativ starke Euro, so kann man alles in allem feststellen, dass die Märkte sich auf breiter Front erholen.

Das haben wir übrigens der vielgeschmähten Globalisierung zu verdanken. Die Weltwirtschaft steht inzwischen auf mehreren Beinen und ist damit, trotz der zunehmenden und enger werdenden Verflechtung stabiler geworden. Die jüngste Krise hat das eindrucksvoll gezeigt.

Es wird Zeit, dass wir alle die Koordinaten neu ausrichten. Auch der starre Blick zur Wallstreet sollte sich langsam lösen. Wir haben noch ein zweites Auge. Und das sollte chamäleonhaft ruhig mal öfter nach Osten gedreht werden.

Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen

Ihr Norbert Lohrke

 

 

 

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