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Thomas Grüner: 17.05.08 12:57 Bearkeil oder Ausbruch? |
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Markus Fugmann: 16.05.08 11:41 Marktausblick vom 16.05.08 |
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Norbert Lohrke: 16.05.08 08:57 New Economy, Old Economy |
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Autor | Norbert Lohrke | Bewertung: | |
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| Erstellt am: | 02.04.08 09:12 | Antworten: | 0 | ||
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„Investors Hope Bleeding Stops“, ist heute die Headline des Wallstreet Journals. Trotz der bekannt gewordenen weiteren Abschreibungen der UBS auf Hypothekenverbriefungen in Höhe von 12 Mrd. Euro und 2,5 Mrd. Euro bei der Deutschen Bank AG gehen viele Marktteilnehmer also davon aus, dass wir in der Hypothekenkrise bald das Ende der Fahnenstange erreicht haben.
Für die UBS muss das Abschreibungs-Waterloo, das sich jetzt immerhin auf fast 40 Mrd. Dollar beläuft, bald ein Ende haben. Denn beliebig weiterschreiben lässt sich diese Verlustserie, trotz noch vorhandener Geldgeber, nicht. Und obwohl die 2,5 Mrd. Euro der Deutschen Bank AG dagegen geradezu niedlich wirken, so steht der anfangs so große Töne spuckende Vorstandssprecher Ackermann jetzt blamiert bis auf die Knochen da. Und mit ihm sein gesamtes so arrogantes Bankhaus. Geschieht ihnen Recht!
Es kommt aber schon noch mehr. So wird bei der Citigroup allein bei den CDO (collateral debt obligations) ein Mindestabschreibungsbedarf von 12 Mrd. Dollar und bei Merrill Lynch von 2 Mrd. Dollar erwartet. So werden also bei der Offenlegung der Zahlen für das erste Quartal die beiden nicht die Einzigen sein, die die Designer-Hose herunterlassen werden. Insofern sollte man bei Finanzwerten noch sehr vorsichtig sein und im Zweifel die Finger von scheinbar günstigen Engagements lassen.
Und obwohl der Internationale Währungsfonds soeben angekündigt hat, dass er die Prognose für die Weltwirtschaft deutlich senken werde, so spricht der Anstieg der amerikanische ISM Einkaufsmanagerindex im verarbeitenden Gewerbe um +0,3 % auf 48,6 doch gegen ein solches, tatsächlich real stattfindendes Szenario. Auch, wenn man eine einmonatige Entwicklung eines Index nicht überbewerten sollte.
Und nachdem was wir alles gehört und gelesen haben und was selbst der Chef-Volkswirt von Morgan Stanley und Kieler Absolvent Joachim Fels in Interviews von sich gegeben hat, dürfte es solch positive Entwicklungen derzeit gar nicht geben. Und auch der sonst eher pessimistisch dreinblickende Fels rechnet im zweiten Halbjahr 2008 mit einer Belebung der amerikanischen Konjunktur. Obwohl er darin eher ein Strohfeuer sieht.
Wenigstens die Vertreter der amerikanischen Autoindustrie werden doch richtig negativ gestimmt sein, will man meinen. Immerhin nimmt diese Branche derzeit Umsatzverluste von durchschnittlich -12 %, Ford sogar von -17 % hin. Übrigens sind davon auch die bisher gut weggekommenen japanischen Autobauer wie Toyota betroffen. Aber auch hier sind Stimmen zu vernehmen, die aufgrund der massiven Zinssenkung der FED und dem Konjunkturprogramm im zweiten Halbjahr Positives erwarten.
Und was die steigenden Benzinpreise angeht, so hat die American Public Transportation Association soeben festgestellt, dass die Amerikaner zunehmend auf Busse, U-Bahnen und sonstige Massentransportmittel umsteigen und die Beförderungszahlen die höchsten der letzten 50 Jahre sind. Was nichts anderes heißt, dass die Amerikaner sich sehr flexibel verhalten und den höheren Preisen ausweichen, wo sie nur können.
Auch sollte man die Auswirkungen der bevorstehenden Präsidentschaftswahlen nicht unterschätzen. Wahlen sind in den USA schon etwas anders, als bei uns. Und sollte der Hoffnungsträger Barak Obama – übrigens eine Art von Politiker, die man hierzulande vergeblich sucht- die Vorwahlen tatsächlich erfolgreich hinter sich bringen und dann gegen McCain gewinnen und der zukünftige Präsident der Vereinigten Staaten werden, so könnte die zu erwartende Aufbruchstimmung das Land aus dieser tiefen Vertrauenskrise holen.
Wenn Sie mich fragen, sprechen also eine ganze Reihe von Gründen dafür, dass es jetzt erst einmal wieder aufwärts gehen sollte. Denn was soll nach Hypothekenkrise, Beinahe-Bankenzusammenbruch, Hedge Fonds Pleite und US-Rezession an schlechten Nachrichten sonst noch kommen?
Und das Beste. All das ist bereits in den Kursen eingepreist. Kein Wunder, dass da die Kauflaune der Anleger steigt. Insofern sollte der kleine Schritt hin zum Einstieg nicht allzu schwer sein. Insbesondere da die Bewertungen der Unternehmen zum Teil und historisch dramatisch niedrig liegen.
Vielleicht schaffen es die Privatanleger diesmal schneller zu sein, als die Profis. Es wäre doch eine faszinierende Vorstellung, wenn - im Gegensatz zu früher – wenigstens einmal die Profis den Anlegern die Kursgewinne abkaufen würden.
Die Chance dafür ist aufgrund der Schwäche der Banken und Investmenthäuser so groß wie nie zuvor. Drehen wir einfach mal den Spieß um.
Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen
Ihr Norbert Lohrke
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