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Kolumne: Solar Piraten

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Autor Norbert Lohrke Bewertung (0):
Erstellt am: 09.05.08 08:58 Antworten: 0  
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Kolumne: Solar Piraten

Bereits in den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts erkannte Friedrich August von Hayek, ein Vertreter der neoklassischen Wirtschaftstheorie, das Wettbewerb immer zur Entdeckung von Wissen führt und Wettbewerb somit das beste Entdeckungsverfahren sei. Dabei hat er erkannt, dass Preise darin eine äußerst wichtige Rolle spielen. Sie zeigen dabei nicht nur an, was ein Produkt kostet.

 

Viel wichtiger als dass, ist die damit einhergehende Funktion, Knappheiten anzuzeigen und damit dem Wettbewerb zu signalisieren, wonach es sich zu suchen bzw. forschen lohnt. Diese äußerst wichtige Funktion der Preise als Knappheitsindikator wird von vielen Menschen, insbesondere unseren wirtschaftspolitisch unbedarften Politikern, weitestgehend unterschätzt bzw. gar nicht erst wahrgenommen. Nur so ist es zu verstehen, dass diese andauernd und mit grober Hand in die Preisbildung reinpfuschen und damit das ganze Preis- und Markt-Gefüge mitunter gehörig durcheinander bringen.

 

Die Folgen sind teilweise dramatisch. So führte z.B. das Auslaufen der Eigenheimförderung vor über einem Jahr zu einem drastischen Einbruch des Wohnungsbaus, den wir noch heute spüren. Mit all ihren Verwerfungen bei Unternehmen und Mitarbeitern. Zahlreiche Betriebe mussten deshalb Insolvenz anmelden.

Man muss sich das ungefähr so vorstellen, wie wenn man das Licht eines Leuchtturms – so wie es übrigens früher Piraten machten – verschiebt, damit ein falsches Signal setzt und die Schiffe, die glauben, dem scheinbar richtigen Signal zu folgen, auf die Klippen laufen lässt. Um sie dann später auszurauben. Wenn Sie jetzt Ähnlichkeiten mit unserer Wirtschaftspolitik entdecken, so kommt das nicht von ungefähr.

 

Denn so etwas ist bei uns an der Tagesordnung. Ob das die Subventionierung des Biosprits ist, der – auch wenn es viele nicht wahrhaben wollen – durch Substitutionseffekte zu einem Anstieg der Nahrungsmittelpreise und zu Hunger in der Dritten Welt geführt hat bzw. führt. Oder die Preise im Agrarmarkt, die seit Jahrzehnten total politisch und damit künstlich gesetzt sind und die Preisbildung auf den Weltagrarmärkten schlichtweg ignorieren.

 

Dennoch kümmert es kaum jemand, dass unsere unsinnigerweise anfallenden Überschüsse, die wir verbilligt in Gutmenschenmanier in die Entwicklungsländer liefern, dort den Aufbau von funktionierenden Agrarstrukturen im Keime ersticken. Um unser Gewissen zu beruhigen, leisten wir uns dafür ein Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Damit wir das aufheben, was wir mit dem Arsch umgeschmissen haben. Eigentlich ganz schön bescheuert, oder? Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, versteigt sich unsere Bundeskanzlerin Frau Merkel zu der Behauptung, dass die Entwicklungsländer daran selbst schuld sind und mehr für ihre Agrarpolitik tun müssten.

 

Wer sich heute noch an die damalige Windenergieförderung und deren Auslaufen erinnert, weiß, wie dramatisch die damaligen börsennotierten Windwerte aufgrund des Ausbleibens der Förderbrise die Flügel hängen ließen und zusammengebrochen sind. Heute gibt es nur noch wenige, die sich – mehr schlecht als recht - halten können. Und die nächste politisch motivierte Bereinigung steht offensichtlich unmittelbar bevor. So will die Union, allen voran ihr Wirtschaftsminister Glos, endlich die Milliarden-Förderung für Solarstrom deutlich kürzen. Darüber gibt es jetzt Streit mit den Solarlobby-Politikern aus den neuen Bundesländern, in denen viele Solarunternehmen angesiedelt und die meisten Arbeitsplätze entstanden sind.

 

Die mit Milliarden subventionierte Solarenergie, die wir u.a. alle über eine Umlage auf den Strompreis mittragen, trägt derzeit nur 3,5 % zur Gewinnung von Elektrizität aus alternativen Anlagen bei. Gemessen an der gesamten Stromproduktion sind das weniger als ein Prozent. Man stelle sich das einmal vor, was hier an Geld verschwendet wird.

 

Wie dem auch sei. Eins ist auf jeden Fall klar. Trotz enorm hoher Rohöl- und Strompreise rechnet sich die Solarenergie bis heute, mit Ausnahme weniger Gegenden in dieser Welt, einfach nicht. D.h., dass es im Falle einer Kürzung der Förderung zu einem dramatischen Einbruch bei Solarwerten kommen wird. Wahrscheinlich werden das nur wenige Unternehmen überleben. Insofern sollte der intelligente Investor gut überlegen, ob es wirklich Sinn macht, in diesen alternativen, am staatlichen Tropf hängenden Unternehmen investiert und damit von Politikern abhängig zu sein.

 

Das alles müsste nicht sein, wenn wir etwas mehr auf Leute wie Hayek hören, die Preisbildung akzeptieren und dem Markt als Entdeckungsverfahren vertrauen würden. Die kreativen Kräfte, die daraus entspringen, wenn die Knappheit zu groß wird, sollten nicht unterschätzt werden und sind allemal gewaltiger, als sich das unsere Wirtschaftsautisten in Berlin vorstellen können.

 

Windenergieunternehmen, Eigenheimbau und bald Solarwerte. Wann endlich hört ihr auf ganze Branchen ins Unglück zu stürzen?

 

Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen.

 

Ihr Norbert Lohrke

 

 

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