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Kolumne: Wochenausblick Euro-Dollar und Dax

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Autor Markus Fugmann Bewertung:
Erstellt am: 31.03.08 15:47 Antworten: 0  
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Kolumne: Wochenausblick Euro-Dollar und Dax

Euro-Dollar:

 

Eine starke Woche hat der Euro-Dollar hinter sich. Begann der Handel in der letzten Woche noch in der Spanne zwischen 1,5350 und 1,5450, so startete am Dienstag morgen der kontinuierliche Anstieg des Euro mit einer impulsiven Bewegung von 1,5410 bis 1,5570. Auslöser waren Bemerkungen des Bundesbankchefs Weber, der in drastischen Worten auf die sich verstärkenden Inflationsrisiken in der Euro-Zone hinwies und zugleich das Euro-Wachstum als solide bezeichnete. Den zweiten Nackenschlag brachten wenig später die amerikanischen Daten zum Verbrauchervertrauen, die mit 64,5 deutlich unter den Erwartungen (75,0) ausfielen. Der Euro nutzte die Steilvorlage und erreichte am späten Abend knapp die Marke von 1,5660, fiel jedoch im asiatischen Handel wieder unter die 1,56 zurück. Die nächste Aufwärtswelle ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Vorlagengeber war diesmal EZB-Chef Trichet, der erneut die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen in der EZB-Zone schmälerte. Wenig hilfreich für den Dollar waren dann auch die schwächeren Daten zu den US-Auftragseingängen; insgesamt also ein schwer zu verdauernder Cocktail für den Greenback. Der Euro stieg in der Folge auf 1,5860 und markierte damit sein Wochenhoch. Die europäische Einheitswährung bröckelte daraufhin unter mäßigen Umsätzen von seinen Höchstständen ab und bewegt sich seitdem in einer Spanne zwischen 1,5840 und 1,5725.

Wie geht es nun weiter? Charttechnisch hat der Euro mit der Bewegung der letzten Woche seinen Ausbruch über die 1,50 eindrucksvoll bestätigt. Die europäische Einheitswährung ist jetzt wieder in Sichtweite des Allzeithochs bei 1,59 - und sollte dieses Niveau unter normalen Umständen in dieser Woche erneut erreichen, um von dort aus den (finalen?) Angriff auf die 1,60 zu wagen. Doch stehen in dieser Woche eine Fülle von entscheinden Daten an: so am heutigen Montag der Chicago-Einkaufsmanagerindex, am Dienstag der amerikanische ISM-Index (verarbeitendes Gewerbe), am Mittwoch eine Rede Ben Bernankes, am Donnerstag dann - neben einer Rede Trichets - die amerikanischen Daten zum Dienstleistungs-ISM, und am Freitag schließlich der Höhepunkt mit den Daten zum amerikanischen Arbeitsmarkt (außerhalb der Landwirtschaft).

Maßgebliche Unterstützungen finden sich seit Ausbruch über die 1,50 kaum: so etwa die 1,5150, die 1,5280 und 1,5450-60, während auf der Oberseite lediglich die 1,59 eine seriöse Barriere darstellen. Der Verlauf in dieser Woche wird also wesentlich von den Daten (Chicago-Einkaufsmanager-Index, ISM und non-farm payrolls) abhängen.

 

 

 

Dax:

 

Vergleichsweise wenig Bewegung brachte die letzte Handelswoche für den Dax. Bis zum Mittwoch bewegte sich der Index in einer recht schmalen range um den Bereich 6500 Punkten herum. Erst am Mittwoch nahm der Dax etwas Fahrt auf, und attackierte in einem ersten Anlauf die 6600 Punkte, prallte von dort ab und erreichte in einem zweiten Anlauf erneut die 6600er-Marke. Am Freitag dann die Abwärts-Konsolidierung des bisherigen Anstiegs schon im europäischen Handel, dann aber verstärkt durch Gerüchte über Probleme von Lehman Brothers (respektive die Schieflage eines Hedge-Funds, der über Kredite von Lehman verfügt, sodaß hier mit einem Ausfall für Lehman zu rechnen ist). Im Gefolge der amerikanischen Aktienmärkte rutschte auch der Dax zügig nach unten, blieb jedoch deutlich über der 6400er-Marke. Am späten Nachmittag erholten sich die Aktienindizes jedoch, sodaß der Dax im Bereich der 6500 Punkte schließen konnte.

Nach wie vor belasten also die subprime-Kreditkrise-Themen die Märkte. Auffällig ist jedoch, daß etwa Meldungen wie von der Deutschen Bank, eine Art "Gewinnwarnung", nicht mehr wie noch vor Kurzem zu heftigen Abverkäufen führen. Daß die amerikanische Konjunktur derzeuit nicht gerade brummt, ist nun selbst den Berufsoptimisten klar geworden. So werden negative US-Konjunkturdaten nach kurzem Erschrecken schulterzuckend zur Kenntnis genommen, während weniger negativ als erwartet ausgefallene Daten zumindest kurzzeitig Euphorie erzeugen und die Kurse nach oben treiben. Ursache für die derzeitige Gelassenheit ist zunächst die Tatsache, daß die Märkte schon recht überkauft sind und rein technisch die Zeit reif ist für eine Korrektur innerhalb des Abwärtstrends. Die zweite Ursache ist der Glaube an die hilfreiche Hand der Fed, die den Märkten versichert hat, das Geld notfalls bündelweise zu verteilen. So ist es bezeichnend, daß für die 200 Milliarden Dollar, die von der Fed (und anderen Notenbanken) den Banken angeboten wird, auch Hypothekenkredite als Sicherheit akzeptiert werden: das ist in etwa so, wie wenn Sie ein Unternhmen haben, das insolvent ist und dann nochmal einen Kredit bekommen, bei dem eben dieses insolvente Unternehmen als Sicherheit dient - als wären hier noch reale Werte zu holen! Die Fed tut nun genau das Gegenteil ihrer eigenen Wirtschaftstheorie, sie hat den Glauben an die Selbstregulierung der Märkte offensichtlich verloren und sieht sich als Wohlfahrtsinstitut. Dabei wird gerne vergessen, daß die heutigen Wohltaten die Krise nur vertagen und damit notwendige Bereinigungen verschieben, die früher oder später dann doch kommen müssen.

Charttechnisch befindet sich der Dax weiterhin im Abwärtstrend, könnte jedoch zu eine Bärenmarktralley ansetzen, wenn der Bereich 6680-6700 überwunden wird (bzw. 6640 als obere Begrenzung des Abwärtstrendkanals). Kursziel wäre dann der Bereich 7060. Gelingt dies nicht, sollte erneut die Zone 6360-6380-6400 angesteuert werden, bei einem Bruch dieser Zone sehen wir wahrscheinlich neue Tiefs. Wir erwarten in dieser Woche nervöse Märkte, die sich volatil von einer Datenveröffentlichung zur nächsten bewegen. Ein Ausbruch aus der oben beschreibenen Range ist wohl erst am Freitag mit Veröffentlichung der amerikanischen Arbeitsmarktdaten zu erwarten.

 

 

Markus Fugmann

fugmann@actior.de

 

 

 

 

 

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