Banner Rotation

Login

Login   

Kolumnen

mehr...
 Rohstoffspiegel: 11.10.08 21:21 Die Rohstoff-Woche -...
Frank Sterzbach: 11.10.08 12:34 Crash: Was tun?
Stephan Heibel: 10.10.08 23:23 Fehlende Rahmenbedingungen...

Börsenbrief des Tages

mehr...

Kolumne: Gordon Gekkos gesucht

Zurück
Autor Norbert Lohrke Bewertung (0):
Erstellt am: 25.03.08 09:28 Antworten: 0  
Bookmarken bei: Bookmarken bei Del.icio.us Bookmarken bei digg Bookmarken bei FURL Bookmarken bei reddit Bookmarken bei Feed Me Links Bookmarken bei Technorati Bookmarken bei Blogmarks Bookmarken bei Co.mments Bookmarken bei Yahoo My Web Bookmarken bei Newsvine Bookmarken bei Mr. Wong Bookmarken bei Ma.gnolia Bookmarken bei Stumble Upon Bookmarken bei Google Bookmarks Bookmarken bei RawSugar Bookmarken bei Squidoo

Kolumne: Gordon Gekkos gesucht

Wenn man einmal in die deutsche Börsenlandschaft blickt, so bekommt man ein ziemlich eindimensionales Bild geboten. Auf den deutschen Hauptversammlungen und nicht nur dort, regieren die institutionellen Anleger. Also, die Versicherungen und Banken mit ihren entsprechenden Fonds. So wird es jedem Anleger, der eine Hauptversammlung besucht hat, nicht nur einmal passiert sein, dass ein ganzer Saal anzahlmäßig gegen einen Vorschlag aus Reihen des Managements bzw. Aufsichtsrats war, die kapitalbestimmte Mehrheit im drastischen Gegensatz dazu, überwältigend den Kurs des Boards und der Vorstände unterstützte. Ähnlich ist es auf dem politischen Feld. Sie brauchen das Wort „institutionelle Anleger“ nur durch die politischen Parteien ersetzten.

 

Zurück bleibt ein Gefühl der Resignation, wie es nicht nur in Hauptversammlungssälen, sondern auch weit darüber hinaus deutlich zu spüren ist. „Die machen doch sowieso, was sie wollen. Da werden wir doch nichts dran ändern“, ist ein Satz, den nicht nur ich schon tausend Mal gehört habe.

Wobei ich mich zunehmend frage, ob das so sein muss. Ob wir es uns da nicht alle etwas zu einfach machen. Ob dahinter letztlich nicht mangelnde Beweglichkeit und fehlendes Engagement sowie übertriebenes Sicherheitsdenken und mangelnder Zivilcourage die Ursache sind.

 

Haben Sie z.B. irgendwo gelesen, dass bei den Großbanken nach dem Hypothekendebakel massenweise die Konten gekündigt wurden? Oder sich die Ministerpräsidenten nach den Verlustkatastrophen und Missbrauch von Steuergeldern bei den Landesbanken vor Protestbriefen nicht mehr retten konnten? Oder z.B. Lebensversicherungen gekündigt wurden und die Gelder an private Firmen, z.B. als Private Equity Capital, zur Verwaltung übertragen wurden? Oder, dass ein Großinvestor wegen Verlusten richtig Druck macht und vor Gericht auf Einsichtnahme von Dokumenten klagt und vier Aufsichtsratsmandate für sich fordert?

 

Das ist soeben bei Motorola geschehen. Und derjenige, der die verlustreiche Motorola mächtig unter Druck setzt, ist kein geringerer als Carl Celian Icahn, ein amerikanischer Multi-Milliardär und Groß-Investor.

 

Er agiert als Corporate Raider. Einer, der unterbewertete Akteinpakete aufkauft, die gekauften Firmen in ihre Teile zerlegt und dann wieder mit finanziellem Gewinn verkauft. In dem Film „Wall Street“ wurde diesen Corporate Raidern in Person von Gordon Gekko, der von Michael Douglas in der Hauptrolle gespielt wurde, ein eher unrühmliches Denkmal gesetzt. Am Ende gewinnt dort natürlich der aufstrebende Börsenmakler Bud Fox, der von Charlie Sheen gespielt wurde und dem mächtigen Gekko gemeinsam mit der Börsenbehörde das Handwerk legt. Vorbilder für diesen Film sollen Ivan Boesky und eben Carl Icahn gewesen sein.

 

Obwohl das Bild, das dort von den Corporate Raidern gezeichnet wird nicht sehr schmeichelnd ist, so hat Carl Icahn in der Realität allen Grund dazu Motorola ordentlich Druck zu machen. In 2007 wurde ein Jahresfehlbetrag von -49 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. Wobei man hinzufügen muss, dass in den Vorjahren Gewinne von 3,6 Mrd. Dollar und 4,6 Mrd. Dollar gemacht wurden. Auch gingen die Umsätze von 42,9 Mrd. auf 36,6 Mrd. Dollar zurück. Der Aktienkurs ist folgerichtig von 14,05 Euro in der Spitze in 2007 auf jetzt 6,23 Euro gefallen. Also nicht gerade das, was man von einem Investment erwartet.

 

Icahn, der seit langem fordert, die Mobilfunksparte zu verkaufen, wirft dem Management vor, dass es statt zu handeln, sich in Studien ergeht. In einem Brief an die anderen Gesellschafter hat er die mangelnde Qualifikation des Vorstandsvorsitzenden Greg Brown angegriffen und ihm vorgeworfen, dass er keine Ahnung vom Handy-Geschäft habe. Aufgrund dieser aggressiven Vorgehensweise wurden ihm von Motorola nun zwei Aufsichtsratsposten angeboten, die er – der vier Aufsichtsratssitze fordert – schroff zurückgewiesen hat.

 

Nun mag man ja über Personen wie Carl Icahn oder den in Deutschland wahrscheinlich bekannteren Guy Wyser-Pratte unterschiedlicher Meinung sein. Aber, was das Vorgehen betrifft, so kann ich daran nichts Verkehrtes erkennen. Wenn unsere deutschen Vorstände so horrende Gehälter wie in den USA haben wollen, dann sollen Sie bitte auch dem Druck ausgesetzt werden, der dort herrscht bzw. gemacht wird. Und bei Erfolglosigkeit müssen sie auch aus dem Unternehmen ausscheiden. Nicht wie bei uns, wo zum Teil Vorstände hohe Gehälter kassieren und schwache Leistungen abliefern.

 

Insofern möchte ich unsere deutschen Anleger dazu aufrufen, etwas mehr Geld in aggressiv vorgehende deutsche Investoren und Gesellschaften zu investieren. Und nicht in Versicherungen und Banken, die sowieso alles abnicken, um anschließend hinter den Kulissen ihre Geschäfte zu machen.

 

Wir brauchen eine etwas aggressivere Investorenkultur. Menschen, die etwas Wind in die langweilige deutsche Hauptversammlungskultur bringen. Damit den Aufsichtsräten und Vorständen in Deutschland endlich etwas mehr Wind ins Angesicht bläst. Damit die endlich in die Puschen kommen. Was der gesamten Aktienkultur zugute käme.

 

Das geht aber nur, wenn wir alle bereit sind, etwas mehr zu riskieren. Wer alles hinnimmt, weil er keinen Ärger haben will und nach Sicherheit giert, braucht sich nicht zu wundern, wenn andere diese Bequemlichkeit nutzen, um in die eigene Tasche zu wirtschaften.

 

Also raus aus den Fernsehsesseln und rein in das Leben. Zeigen wir unserem Führungspersonal in Politik und Wirtschaft, wo es lang gehen soll. Denn die haben das offensichtlich irgendwie aus dem Auge verloren.

 

Und, was Coprorate Raider anbetrifft. Ein paar davon hierzulande würden uns sicherlich nicht schaden.

 

Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen

 

Ihr Norbert Lohrke
 

 

 

Nehmen Sie jetzt am 14-Tage-Gratis-Test unseres Aktienanalyseportals Globalyze teil.

 

Das bieten wir Ihnen: 
  • 14 Tage lang einen kostenlosen Exklusiv-Zugang zu allen intelligenten Auswertungsmöglichkeiten und Tools, die Ihnen so sonst kein anderer Dienst derzeit bietet
  • 14 Tage lang einen kostenlosen Zugriff auf eine der umfangreichsten Jahresabschluss-Datenbanken von fast 500 deutschen Unternehmen mit einer Historie von bis zu 10 Jahren
  • 14 Tage lang kostenlos alle Globalyze-Top-Aktienempfehlungen
  • Ihre Telefonnummer zur Portal-Hotline: Ich, Diplom-Volkswirt Norbert Lohrke, stehe Ihnen persönlich Rede und Antwort.
  • 24 Stunden-Antwortsgarantie für alle E-Mail und Fax-Anfragen. Alle Anfragen werden von mir persönlich innerhalb von 24 Stunden beantwortet.
     

Ja, ich möchte endlich auch zu den Börsengewinnern zählen...

 

Ich möchte erst einmal näheres über die Funktionsweise Ihres Portals erfahren... 

 

Warum man mit der Nutzung von kostenlosen Analysen vorsichtig sein muss...

 

Sie sind leider nicht angemeldet. Melden Sie sich mit Ihren Benutzername und Password und geben Sie dann bitte Ihre Bewertung ab. Sollten Sie noch keinen Account bei World of Investment haben, können Sie sich hier registrieren.