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Kolumne: Update Wochenausblick Euro-Dollar und Dax

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Autor Markus Fugmann Bewertung (0):
Erstellt am: 19.03.08 16:47 Antworten: 0  
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Kolumne: Update Wochenausblick Euro-Dollar und Dax

Update Wochenausblick:

 

Mit der gestrigen Fed-Entscheidung liegt nun eines der beiden Highlights dieser turbulenten Woche hinter uns. Die Fed senkte den Leitzins um 0,75% auf nunmehr 2,25% - und enttäuschte damit den Markt, der mit einer 1%-Senkung gerechnet hatte. Hinzu kam, daß die Einschätzung der Fed zur US-Wirtschaft so negativ wie schon lange nicht mehr ausfiel und das Thema Inflation mehr und mehr in den Fokus gerät. Dennoch reagierten die Aktienmärkte nach einer kurzen Atempause letztlich positiv und starteten eine spätabendliche Ralley, schienen doch die besser als erwartet ausgefallenen Berichte der US-Banken Goldman Sachs und Lehman Brothers den Markt stabilisiert zu haben (heute folgte noch JP Morgan).

Ist damit also alles Bestens? Eher nicht. Das grundlegende Problem am Kredit- und Immobilienmarkt bleibt unverändert bestehen, auch wenn die US-Banken die "Hosen herunterlassen" um zu zeigen, daß sie nicht pleite sind. Wie schnell das gehen kann, haben wir in letzter Zeit schon öfter gesehen. So weist zum Beispiel der britische Hypothekenfinanzierer HBOS Gerüchte über Liquiditätsprobleme zurück - wahrscheinlich um dann nächste Woche Insolvenz anzumelden.

Wie dem auch sei, ob der jetzige Zeitpunkt der Richtige ist, um in den Dax einzusteigen, bleibt dahingestellt - eine Überschrift lautet heute zum Beispiel "Fondsmanager raten zum Einstieg" (wobei der Rat wohl eher den Privatanlegern gilt und nicht das eigene Investmentverhalten betrifft). Der Dax jedenfalls hat heute vormittag zunächst deutlich über dem entscheidenden Bereich 6380-6400 gehandelt, fiel dann jedoch nicht zuletzt aufgrund der negativen Aufnahme des Telekom-Ausblicks zurück. Derzeit handelt der Index wieder in dieser Zone, und es wird das zweite Großereignis dieser Woche - der morgige große Verfallstag - erweisen, ob der Dax wieder nach oben blicken kann. Vorstellbar ist, daß hier viele Marktteilnehmer aufgrund der Entwicklung seit Januar auf dem falschen Fuß erwischt wurden und so weiter Druck auf den Index ausüben.

Der Euro hingegen sieht zumindest kurzfristig nach einer Korrektur aus. Erstes Ziel einer überfälligen Korrektur ist der Bereich 1,55.

Den vollständigen Wochenausblick lesen Sie bitte unten.

 

Markus Fugmann

fugmann@actior.de

 

 

 

 

 

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Euro-Dollar:

Von einem Allzeithoch zum nächsten rast derzeit der Euro zum Dollar. Dabei begann die letzte Handelswoche noch recht harmlos: Nach einem Start im Bereich handelte das Währungspaar recht impulslos im Bereich 1,5430-1,5310. Zwar blieb das US-Handelsbilanzdefizit leicht unter den Erwartungen, doch verpuffen derzeit jene fundamentalen Daten, die eher für den Dollar sprechen könnten, fast völlig. Lediglich die massive Finanzspritze (200 Milliarden Dollar!) unter Federführung der Fed sorgte für eine Atempause. Am Mittwoch dann mit Beginn des europäischen Handels ohne Nachrichten ein fulminanter Anstieg zunächst auf knapp 1,55 - eine Marke, die dann im Verlaufe des Tages souverän gehalten werden konnte. Am Donnerstag dann der nächste Nackenschlag für den Dollar: die US-Einzelhandelsumsätze fielen mit -0,6% (erwartet war ein etwa unveränderter Wert) miserabel aus und sorgten so für eine erneute Aufwärtswelle für den Euro. So handelte das Währungspaar am Donnerstag abend bei knapp 1,58, also auf erneutem Rekordniveau. Am Freitag dann die neuerliche Hiobsbotschaft in Gestalt der massiven Liquiditätsprobleme der Investmentbank Bear Stearns. Im Laufe des asiatischen Handels dann die völlig überraschende Senkung des Diskontsatzes durch die Fed, die den Euro schließlich auf 1,59 hievte. Seit diesem Hoch tendiert der Euro wieder schwächer, wohl aufgrund von Spekulationen über eine baldige Intervention durch die Fed.

Wie geht es nun weiter? Charttechnisch ist die Tür für weitere Anstiege ohnehin offen. Dollar-Bullen haben jedoch eine Hoffnung: bei der morgigen Fed-Sitzung erwarten die Marktteilnehmer eine Zinssenkung von 0,75%, andere gehen sogar von einer 1%-Senkung aus. Möglicherweise würden bei einer 0,75%-Senkung Gewinne mitgenommen - eingepreist ist dieser Schritt ohnehin. Weniger als 0,75% wären für den Markt bereits eine massive Überraschung und könnte zu einem regelrechten Euro-Abverkauf führen. Neben der Fed-Sitzung stehen morgen die US-Erzeugerpreise sowie US-Immobiliendaten auf der Agenda. Am Donnerstag beschließen die US-Frühindikatoren sowie der Philadelphia-Fed-Index die Handelswoche.

Entscheidend für den Verlauf dieser Woche - möglicherweise für die nächsten Monate - wird die morgige Fed-Entscheidung sein. Die amerikanische Notenbank steht derzeit unter scharfer Kritik - zu Recht. Der Markt jedenfalls scheint sein Vertrauen in die Fed verloren zu haben, und das könnte den Dollar weiter auf Talfahrt schicken.

 

 


Dax:


Wenig erfreulich verlief dagegen die Woche für den Dax. Nach einem Start oberhalb der 6400 Punkte sorgte insbesondere die erneute Geld-Spritze durch die Fed zunächst für Auftrieb bei den US-Indizes und damit auch beim Dax. Der deutsche Aktienindex stieg bis 6660 Punkte, konnte also die ehemals entscheidende Unterstützung bei 6680, die numehr zum Widerstand geworden ist, nicht einmal erreichen. Daß zumindst ein Test dieses Bereichs nicht gelang, sollte sich als böses Omen erweisen. Zwar hielten sich die Abgaben vorerst in Grenzen, nachdem Bear Stearns Gerüchte über ihre Liquiditätssituation als reinen Unfug abgetan hatte. Ebenso schockierten die deutlich unter den Erwartungen ausgefallenen US-Einzelhandelsumsätze kurzfristig, doch setzten sich dann - gemäß amerikanischer Art, nach der das Glas jederzeit halbvoll, und nicht halbleer ist - Zinssenkungsphantasien durch, die den Markt stützten. So sah die Situation bis Freitag dann recht entspannt aus, als Bear Stearns dann doch zugeben mußte, in Problemen zu stecken. Der Markt reagierte entsprechend: der Dax fiel kurzfristig unter das entscheidende Unterstützungsniveau bei 6380 (dem Tief des Abverkaufs im Januar). Nach Erreichen eines Tiefs bei 6350 konnte die 6380 jedoch zurückerobert werden. Der Index schloß auf Future-Basis deutlich über 6400 Punkten - und die Welt schien einigermaßen in Ordnung zu sein.

Doch das Wochenende sorgte für zwei Paukenschläge. Zunächst die außerplanmäßige Senkung des Diskontsatzes durch die Fed - vom Markt inzwischen eher als hektischer Aktionismus wahrgenommen, denn als souveräne Hilfsaktion interpretiert. Schon an der Aufnahme dieser Maßnahme läßt sich einiges erkennen: der Glaube an die Fed ist verloren gegangen, es wird nun auch den naiv-optimistischen Marktteilnehmern klar, daß die Krise in den USA tiefer geht, als uns die von institutionellen Adressen geprägten Medien erzählen wollen. So hört man allenthalben, daß der Dax noch ein bißchen fallen könne, aber dann gehe es wieder nach oben, schließlich sei der Dax doch so günstig. Normalerweise - und hier wiederholen wir uns - dauern Immobilienkrisen deutlich länger als ein halbes Jahr, dasselbe gilt für Kreditmarktkrisen. Man sollte eben nicht vergessen, daß die USA die mit Abstand größte Blase der Börsengeschichte produziert hat - und so etwas läßt sich eben nicht mit ein paar Geldspritzen so ohne weiteres reparieren. Wie dramatisch die Situation ist, zeigt die Situation bei Bear Stearns, die für 2 Dollar pro Aktie über den Tisch gehen, also praktisch verramscht werden.

Die Möglichkeiten der Fed, den Märkten unter die Arme zu greifen, werden nun immer geringer. Wir werden morgen sehen, wie die Notenbank mit der Situation umgeht: im Grunde ist sie in einer lose-lose-Situation (also das Gegenteil einer win-win-Situation), die von Greenspan ausgelöst wurde und nun von seinem Nachfolger ausgebadet werden muß. Es wird sich zeigen, daß die alten Rezepte (Zinssenkungen) eben nicht mehr helfen, wenn das System an sich krank ist.

Für den Dax sollte das Potential auf der Oberseite bei 6350-6380 begrenzt sein. Ein Überschreiten dieser Marke würde weiteres Potential bis 6680 freisetzen. Für wahrscheinlicher halten wir jedoch ein weiteres Abrutschen bis 5800 Punkte - wenngleich das nicht in dieser Woche passierten muß.

 

 

 

 

 

 

 

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