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peketec.de: 18.07.08 08:55 Der aktuelle Tradingtag |
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Autor | Norbert Lohrke | Bewertung (0): | |
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| Erstellt am: | 17.03.08 09:16 | Antworten: | 0 | ||
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J.P. Morgan Chase wird mit Hilfe der US-Notenbank Fed die Investmentbank Bear Stearns für nur 2 Dollar je Aktie oder 236 Mio. Dollar übernehmen. Bear Stearns, die noch im Januar 2007 20 Mrd. Dollar wert waren, haben damit zuletzt einen gigantischen Wertverlust hinnehmen müssen und standen am Wochenende kurz vor dem Konkurs. Zum Verkauf gab es deshalb letztlich keine Alternative.
Damit der Deal zustande kommen konnte, hat die US-Notenbank 30 Mrd. Dollar zur Verfügung gestellt. Wie und zu welchen Konditionen wurde der Öffentlichkeit bisher noch nicht mitgeteilt. Wie man aber hört, sollen die subprime mortgages Gegenstand des Geschäfts sein. Ungewöhnlich dabei ist, dass nicht der neue Eigner J.P. Morgan für eventuelle Verluste aus diesem Engagement gerade stehen muss, sondern angabegemäß die FED selbst das Risiko übernehmen wird.
Die US-Notenbank hat sich zu dieser ungewöhnlichen Maßnahme entschlossen, weil Sie im Falle eines Konkurses von Bear Stearns eine Schockwellen-ähnliche Ausweitung der Krise befürchtete. Deshalb auch das ungewöhnlich schnelle Vorgehen, um rechtzeitig vor Börseneröffnung in Japan eine Lösung präsentieren zu können.
Die Angestellten, die zu einem Drittel an ihrem Unternehmen Bear Stearns beteiligt sind, zeigten sich nicht sehr glücklich über den Deal. Manche meinen, dass allein das Gebäude einen Preis von 8 Dollar je Aktie rechtfertigen würde. Andererseits muss man sehen, dass Interessenten wie J.C. Flowers & Co., Kohlberg Kravis Roberts & Co. sowie Barclays Plc und die Royal Bank of Canada abgesprungen sind.
Auch, wenn das ein schwerer Schlag für die Wallstreet und den Finanzmarkt der USA ist. So kam die Meldung für Eingeweihte nicht gerade überraschend. Dass Bear Stearns sich vollkommen verhoben hatte, konnte man schon im letzen Jahr sehen. Und zwar als die beiden Hedge Fonds des Hauses in Schieflage gerieten. Die beiden Fonds „High Grade Structured Credit Strategies Endhanced Leverage Fund“ und „High Grade Structured Credit Strategies Fund“ hatten massiv in Wertpapiere investiert, die durch hochverzinsliche Hypotheken an Hausbesitzer mit geringer Bonität gedeckt waren (sog. subprime mortgages).
Insofern stellt sich die grundsätzliche Frage, ob der Niedergang von Bear Stearns, der Beginn weiterer Bankenzusammenbrüche oder eher ein Einzelfall ist. Es spricht vieles dafür, dass es sich um Letzteres handelt. Denn kaum ein Unternehmen steht und stand an der Wallstreet für „subprime mortgages“ wie Bear Stearns. Sie waren es, die die Verbriefung in massiven Schritten vorangetrieben hatten. Und natürlich in voller Überzeugung selbst massiv in diese Papiere investierten. Was Ihnen jetzt das Genick gebrochen hat.
Und dass jetzt nur eine Rettung unter dem massiven Einsatz der FED zustande kommt, hat vielleicht ein wenig auch damit zu tun, dass sich das Investmenthaus 1998 selbst weigerte, an einer 3,6 Mrd. Dollar schweren Rettungsaktion des in Schieflage geratenen Long Term Capital Management Fonds zu beteiligen, die im wesentlichen von 12 Banken bzw. Investmenthäusern getragen wurde. Auch das sollte man nicht unterschätzen.
Obwohl einige Gazetten in Deutschland mit Bezeichnungen wie „Apocalypse now“ und „Showdown der FED“ marktschreierisch ihre Auflagen zu steigern versuchen, halte ich solche Titulierungen nicht für angemessen und sachgerecht. Und verantwortungslos noch dazu.
Im vorliegenden Fall hat ein Unternehmen schlichtweg auf das falsche Pferd gesetzt und die alte Börsenregel „Don’t put all your eggs in one basket“ sträflich verletzt. Was sich nun rächt. Insofern sehe ich keine Apokalypse oder das Fallen des ersten Dominosteins. Es ist lediglich das reinigende Gewitter, das kommen musste und auch notwendig war.
Insofern heißt das Gebot der Stunde: Nerven bewahren.
Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen
Ihr Norbert Lohrke
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