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Autor | Norbert Lohrke | Bewertung (0): | |
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| Erstellt am: | 14.09.07 09:35 | Antworten: | 0 | ||
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Was man derzeit alles an Negativbotschaften lesen muss, geht - wie man bei uns sagt - auf keine Kuhhaut. Da ist von Rezession, Kollaps, Zusammenbruch der Märkte und was weis ich nicht alles die Rede. Wenn man sich das alles zu Gemüte führt, möchte man sich am liebsten in sein Zimmer einschließen und nicht mehr vor die Haustür treten. Denn da könnte ja ein Dachziegel vom Hausdach fallen oder ein Autofahrer könnte just in dem Moment die Kontrolle verlieren, wenn ich über die Straße gehe oder ein Blitzschlag trifft mich aus heiterem Himmel.
Sie merken, liebe Anleger, ich übertreibe bewusst ein Wenig, um Ihnen die Lücke zwischen der objektiven Situation und der Dargestellten, wie sie derzeit unter die Leute gebracht wird, aufzuzeigen. Und ich will Ihnen im folgenden auch gern Fakten liefern, um Ihnen meine Haltung zu erläutern.
Das renommierte Institut für Weltwirtschaft in Kiel hat gestern seine vierteljährlich erscheinenden Konjunkturberichte herausgegeben. Hier zunächst nur die Überschriften:. Da steht bei Deutschland: „Aufschwungkräfte behalten die Oberhand“. Und für die Welt: „Weltwirtschaft expandiert nur wenig verlangsamt“.
In dem Bericht steht zu lesen, dass „ein Ende des inzwischen vier Jahre währenden kräftigen weltwirtschaftlichen Aufschwungs nicht in Sicht ist, ein wichtiger Grund dafür die Geldpolitik ist, die bislang auf ausgeprägte Bremsmanöver verzichten konnte und der Preisauftrieb auf der Verbraucherebene nach wie vor mäßig ist, obwohl die kräftige Expansion der Weltproduktion zu einem starken Anstieg der Rohstoffpreise geführt hat“.
Zur USA kann man folgendes vernehmen: „In welchem Ausmaß es zu indirekten Verstärkungseffekten eines Abschwungs am Immobilienmarkt kommt, ist freilich unsicher. So ist es in den Vereinigten Staaten bislang nicht zu der befürchteten deutlichen Abschwächung beim privaten Verbrauch gekommen“.
Im Ausblick ist zu lesen: „Die Weltproduktion insgesamt steigt voraussichtlich auch in diesem und im kommenden Jahr mit Raten von annähernd 5 Prozent nur wenig verlangsamt.“ Und „im Euroraum bleibt die Konjunktur im weiteren Verlauf dieses Jahres und im Jahr 2008 aufwärts gerichtet“. Als Risiko wird die Inflation aufgezeigt, die „die Notenbanken zu einer restriktiven Politik veranlassen könnte“. Auch, dass „nach wie vor das Risiko besthet, dass die internationalen Investoren nicht mehr bereit sind, das hohe Leistungsbilanzdefizit der Vereinigten Staaten zu finanzieren, was zu einer starken Abwertung des US-Dollar sowie einem beträchtlichen Anstieg der Kapitalmarktzinsen in den USA führen und die Absorption in der amerikanischen Wirtschaft erheblich dämpfen würde“.
Wenn diese Verlautbarungen aus der „Fundi-Ecke“ keine guten Botschaften sind, dann weis ich mir auch nicht mehr zu helfen! Hinzu kommt, dass sich der Commercial Paper Markt normalisiert, inzwischen Banken und Unternehmen – wie gestern von mir berichtet – wieder Anleihen, wenngleich zu höheren Zinsen aufnehmen können und der Hypothekenverleiher Countrywide Financial gerade 12 Mrd. Dollar eingesackt hat.
Wenn der Markt für strukturierte Kredite derzeit in den Seilen hängt und dort hoher Abschreibungsbedarf für Banken festgestellt wird, werden Sie es mir sicher nachsehen, dass ich da kein Mitleid verspüre. Die Banken sollen für Ihre Fehler bluten! So ähnlich, wenngleich etwas vornehmer, hat es auch Bernanke in seiner vielbeachteten Rede vor kurzem gesagt.
„Völker hört die Signale“ möchte man ausrufen. Oder etwas weniger dramatisch: Jetzt geht’s lost. Die Herbst-Rally ist eröffnet und nicht mehr aufzuhalten!
Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen
Ihr Norbert Lohrke
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