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Autor | Performaxx - Anlegerbrief | Bewertung (0): | |
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| Erstellt am: | 10.09.07 12:27 | Antworten: | 0 | ||
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Nach den Hiobsbotschaften von GPC und Paion rümpfen viele Investoren beim Wort „Biotech“ derzeit die Nase. Doch im Gegensatz zum Gros ihrer börsennotierten Branchenkollegen betreibt die Leverkusener Biofrontera keine (risikoreiche) Neuentwicklung von Wirkstoffen, sondern setzt auf Substanzen, die bereits bei anderen Indikationen zum Einsatz kommen. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass bei der Beantragung der Zulassung oft auf eine jahrelange Anwendung des Wirkstoffs in der Praxis verwiesen werden kann und zudem meist eine umfassende Basis an wissenschaftlichen Studien verfügbar ist.
Spezialist für Haut- und Entzündungskrankheiten
Biofrontera hat sich auf die Entwicklung und Vermarktung von Arzneimitteln für Haut- und Entzündungskrankheiten spezialisiert. Derzeit befinden sich Wirkstoffe gegen eine Frühform des Hautkrebses sowie Genitalwarzen, chronische Nesselsucht, Neurodermitis und Migräne in unterschiedlichen Phasen der klinischen Erprobung. Weitere Kandidaten mit entzündungshemmender Wirkung werden präklinisch untersucht.
Mit der Spezialisierung auf Hautkrankheiten adressiert die Gesellschaft große und stark wachsende Märkte. Insbesondere in den Industriestaaten schreitet die Verbreitung von Hautkrebs, Neurodermitis oder Nesselsucht mit einem hohen Tempo voran. Bei der aktinischen Keratose, dem zunächst wichtigsten Zielmarkt von Biofrontera, besteht schon heute bei etwa 50 % der über 60jährigen eine Erkrankung. Und jedes Jahr kommen in Europa etwa 5 Mio. neue Patienten hinzu, die an dieser Frühform des weißen Hautkrebses erkranken. Auch die Neurodermitis-Fälle steigen rasant: Mittlerweile liegt die Zahl der Betroffenen in den Industrieländern bei rund 1 bis 3 Prozent der Erwachsenen und sogar bei 10 bis 20 Prozent der Kinder – in den letzten 30 Jahren hat sich die Häufigkeit damit verdreifacht (Quelle: Unternehmensangaben).
Potenzieller Blockbuster gegen weißen Hautkrebs
Das am weitesten fortgeschrittene Produkt der Gesellschaft (klinische Testphase III) basiert auf dem Wirkstoff BF-200 ALA, der zur Behandlung der aktinischen Keratose eingesetzt werden kann. Im Gegensatz zu den üblichen mechanischen Verfahren (Vereisung, Abtragen, Herausschneiden oder Lasern), welche die Haut erheblich verletzen und zu Narbenbildung führen können, wird der Wirkstoff mittels Salbe appliziert und per Rotlicht-Bestrahlung aktiviert, wodurch schon bei nur einer Behandlung fast alle betroffenen Hautzellen absterben.
Die wesentliche Neuerung des Erzeugnisses gegenüber anderen am Markt verfügbaren Salben besteht in der Kombination mit einer Nanoemulsion, die ein schnelles Eindringen des Wirkstoffs in die Haut ermöglicht und zudem eine hohe chemische Stabilität des Medikaments sicherstellt. Da sowohl die Substanz als auch die damit kombinierte Nanoemulsion bereits vielfach anderweitig am Menschen eingesetzt werden, ist die Gesellschaft zuversichtlich, bis 2009 die Zulassung zu erhalten.
Weitere Wirkstoffe
Das Präparat auf Basis von BF-200 ALA kann allerdings nicht nur bei aktinischer Keratose, sondern auch bei anderen Hauterkrankungen wie Basalzellkarzinomen (ebf. weißer Hautkrebs) oder Kondylomen (Genitalwarzen) eingesetzt werden. Für letztere liegen bereits Ergebnisse aus einer Phase-II-Studie vor, die eine sehr gute Wirksamkeit bei einer einzigen Anwendung bestätigen. Eine ähnlich effiziente Arznei ist nach Unternehmensangaben derzeit nicht am Markt erhältlich.
Eine vergleichbar führende Marktstellung könnte eine Medikation auf Basis des Wirkstoffs BF-derm 1 (alpha-FMH) einnehmen, die für Patienten mit chronischer Urtikaria (Nesselsucht) entwickelt wird. Besonders schwere Fälle dieser Krankheit sind bislang nicht zufriedenstellend behandelbar. Bereits in den 80er Jahren wurde von dem Pharmagiganten Merck Sharp & Dohme eine Behandlung mit alpha-FMH getestet, jedoch wegen anderer Prioritätensetzung nicht weiterverfolgt. Nichtsdestotrotz erscheint es wegen seiner Wirkungsweise so aussichtsreich, dass Biofrontera 2001 die Weiterentwicklung übernommen hat. Derzeit befindet sich BF-derm 1 in der zweiten Phase der klinischen Tests. In einem noch früheren Entwicklungsstadium befinden sich die Wirkstoffe BF-37 gegen atopische Dermatitis (Neurodermitits) sowie BF-1 gegen Migräne. Aufgrund viel versprechender Zwischenergebnisse rechtet die Gesellschaft hier ebenfalls mit zügigen Fortschritten in der klinischen Testung.
Enormes Upside-Potenzial
Derzeit erzielt Biofrontera nur geringe, nicht kostendeckende Umsätze aus der (nebenbei betriebenen) Auftragsforschung für andere Pharmaunternehmen. Dennoch sieht sich das Unternehmen mit einem Cashbestand von rd. 15 Mio. Euro bis zum erwarteten Break-even in 2010 solide durchfinanziert. Sollte es dann gelingen, einen oder mehrere Wirkstoffe zur Marktreife zu bringen – und die Chancen dafür stehen wie erwähnt gut –, so ergibt sich ein geradezu explosiver Umsatz- und Ertragshebel.
Naturgemäß sind im jetzigen Stadium Schätzungen zu künftigen Geschäftszahlen noch mit sehr großen Unsicherheiten behaftet. Die „Wettchancen“ lassen sich aber schon grob skizzieren: Selbst wenn es dem Unternehmen „nur“ gelingen sollte, das Umsatzpotenzial für den Wirkstoff BF-200 ALA (akt. Keratose & Kondylome) zur Hälfte auszuschöpfen, ergäbe sich bei einer – für Pharmaunternehmen konservativen – Nettorendite von 15 % ein Jahresgewinn von ca. 25 Mio. Euro, also ein KGV von unter 2. Oder anders betrachtet: Bei obiger Umsatzrendite und einem als fair angenommenen KGV von 10 wäre nur ein Jahresumsatz von 30 Mio. Euro erforderlich, um den derzeitigen Börsenwert zu rechtfertigen. Das sind gerade einmal 2,3 % des gesamten Umsatzpotenzials (rd. 1,3 Mrd. Euro), welches das Management bei seinen in klinischen Phasen befindlichen Wirkstoffen schätzt.
Fazit
Sofern Biofrontera die Zulassung und der erfolgreiche Vertrieb von nur einem oder zwei Präparaten gelingt, bietet die Aktie ein explosiveres Aufwärtspotenzial. Risikobereite Langfristinvestoren können daher schon auf dem aktuellen Kursniveau erste Positionen aufbauen, mit Blick auf den recht illiquiden Handel jedoch nur streng limitiert und gegebenenfalls in mehreren Tranchen. Bei weiterhin volatilen Märkten könnte sich auch der Versuch lohnen, mit Abstauberlimits um 13,50 Euro zum Zuge zu kommen.
Für die Inhalte ist die Redaktion des Performaxx-Anlegerbriefs verantwortlich. Der Performaxx-Anlegerbrief zählt mit einer Musterdepotperformance von über 721 % seit 1.1.2001 zu Deutschlands erfolgreichsten Börsenbriefen. Weitere Informationen finden Sie unter www.performaxx-anlegerbrief.de/neuanmeldung.php.
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