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Autor | Norbert Lohrke | Bewertung (0): | |
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| Erstellt am: | 15.07.08 09:06 | Antworten: | 0 | ||
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Es kracht und knirscht weltweit im Gebälk der Finanzbranche. Schon müssen erste Stützpfeiler angebracht werden, um das Gesamtgefüge zu stabilisieren. Und vor kurzem war im Wallstreet Journal wieder einmal das deutsche Wort „Angst“ zu lesen, dass die Amerikaner immer dann verwenden, wenn es kritisch auf dem Parkett wird und „fear“ die Lage bei weitem nicht angemessen beschreibt, da der Begriff nicht an die Ausdruckskraft unseres deutschen Wortes heranreicht.
Die Anleger sehen das Ganze mit Abneigung und bleiben dem Parkett weitestgehend fern. Die Lage ist für viele einfach zu unübersichtlich. Da scheint es besser zu sein, das Ganze mit Abstand zu betrachten. Aber ist das derzeit wirklich die richtige Handlungsweise?
Richten wir unseren Blick vielleicht einmal darauf, was die Profis machen. So beabsichtigt Frau Maria-Elisabeth Schaeffler gegenwärtig die Continental AG zu übernehmen. Der Börsenwert des Unternehmens beläuft sich derzeit auf ca. 10,8 Mrd. Euro. Eine Menge Holz werden da manche sagen und vielleicht mit dem Kopf schütteln. Schließlich übernimmt hier der Kleine den Großen. Ich bin diesbezüglich einer etwas anderen Meinung. Der Deal ist schlichtweg genial und kommt absolut zur richtigen Zeit. Die Continental AG passt ausgezeichnet zur Schaeffler Gruppe und ist noch dazu massiv unterbewertet. Laut Berechnungen von Globalyze, wäre ohne Berücksichtigung des Future Values, also der Zukunftsfantasie, ein Aufschlag von mindesten +23 % auf den heutigen Börsenkurs gerechtfertigt.
Was also Manche auf den ersten Blick verwundert ist bei näherer Betrachtung eine äußerst kluge und rationale Entscheidung. Man kann Frau Schaeffler für diese mutige, intelligente und wirtschaftlich sinnvolle sowie weitsichtige Entscheidung nur den allergrößten Respekt zollen.
Aber nicht nur Continental ist ein Schnäppchen. Sehen Sie sich z.B. die BMW einmal an. Der Automobilwert hat – ohne Berücksichtigung von Zukunftsfantasie – ein Aufwärtspotential von um die +45 %. Und würde ich Ihnen das Kurspotential, das ich für die BASF sehe, mitteilen, dann würden Sie mich glattweg für verrückt halten.
Was ich damit sagen will ist folgendes. Derzeit wimmelt es an der Deutsche Börse nur so von Kaufgelegenheiten. Bevor ich heute in die Stadt gehe und mich im Sommerschlussverkauf mit Sonderangeboten eindecke, würde ich mich eher auf den Wühltischen der Deutschen Börse umschauen und dort ordentlich zugreifen. Ich habe nämlich das Gefühl, dass die Marktteilnehmer derzeit in die Bewertung der Unternehmen einen zusätzlichen Diskontfaktor einrechnen. Einen, den es in der Theorie schlichtweg so nicht gibt. Und der heißt Angst.
Angst vor Rezession, Angst vor Bankenzusammenbrüchen, Angst vor der Klimaerwärmung usw. usw.
Es ist schon faszinierend zu sehen, wie irrational die Menschen handeln. Zu New Economy Zeiten konnten die Bewertungen gar nicht abenteuerlich und hoch genug sein. Und jetzt bleiben die gleichen Menschen der Börse fern, wo doch die massive Unterbewertung einer ganzen Reihe von Unternehmen auf der Hand liegt. Und zwar nicht nur nach Kurs-Gewinn Verhältnis, das sich natürlich sehr schnell ändern kann. Sondern auch nach den weitaus stabileren Kennzahlen Kurs-Umsatz-Verhältnis oder Kurs-Buchwert-Verhältnis.
Wissen Sie was ich inzwischen glaube? Dass sich die Menschen an der Börse total anders verhalten, als sonst im normalen Leben. Würden Sie ihr ganz normales und alltägliches Handeln auf die Börse übertragen, wären Sie auch da wesentlich erfolgreicher. Denn da gilt:
Wer Schnäppchen haben will, muss zulangen wenn die Preise niedrig sind.
Einen schönen Tag und hohe Renditen wünscht Ihnen.
Ihr Norbert Lohrke
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