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Kolumne: Übernahmewelle?

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Erstellt am: 19.06.08 13:13 Antworten: 0  
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Kolumne: Übernahmewelle?

Interhyp, Ersol und jetzt Comuterlinks – bei den Nebenwerten gab es zuletzt eine Reihe an Übernahmen. Der Trend könnte sich fortsetzen. In Phasen der wirtschaftlichen Abkühlung suchen Großkonzerne nach Möglichkeiten, ihr von der Konjunkturschwäche gebremstes Wachstum zu beschleunigen. Zukäufe sind dabei eine gute Variante. Und Nebenwerte sind im aktuellen Marktumfeld lukrative Ziele.

 

Seit längerer Zeit hinken sie der Wertentwicklung der Blue Chips und Midcaps hinterher. Während der DAX in den vergangenen zwölf Monaten 15 Prozent und der MDAX 12 Prozent eingebüßt haben, waren es beim SDAX satte 28 Prozent. Bei den kleineren Titeln unterhalb des SDAX verlief die Kursentwicklung oft noch enttäuschender. Das führt zu teils abstrusen Bewertungen. So gibt es bei den Nebenwerten eine Reihe an Firmen, die profitabel arbeiten und dennoch unter Buchwert notieren – gemeinhin ein Zeichen für eine klare Unterbewertung. Die Aktie von Funkwerk etwa kämpft seit mehr als drei Jahren mit einem drastischen Kursverfall. Zwar liefen die Geschäfte zuletzt nicht mehr so gut wie gewohnt, 2007 lag die operative Rendite aber immer noch bei 4,6 Prozent. Für das laufende Jahr hat der Vorstand einen profitablen Wachstumskurs angekündigt. Auch bei unserem Depotwert Analytik Jena sehen wir gewaltiges Potenzial: Wachstumsraten von zuletzt über 20 Prozent, operative Margen größer 10 Prozent, und dennoch nur eine Bewertung knapp über dem bilanzierten Eigenkapital – ein Witz. Ähnlich sieht es bei anderen unserer Favoriten aus wie Integralis, FJH oder Augusta.

 

Die Liste an attraktiven Akquisitionsobjekten ließe sich fortsetzen. Wir warnen aber dafür, alleine wegen der Aussicht auf eine üppige Übernahmeprämie in ein Unternehmen zu investieren. Lösen sich solche Spekulationen in Luft auf, drohen Kurseinbußen. Prinzipiell sollten Anleger bei ihren Investments nur die Fundamentaldaten im Blick haben. Kommt dann noch Übernahmefantasie oben drauf, ist das ein Extra-Schmankerl.

 

In diesem Sinne

 

Wolfgang Braun

 

 

Wolfgang Braun ist Chefredakteur des „Global Performance“. Der seit 1999 erscheinende Börsenbrief hat sich auf deutsche Wachstums-Aktien spezialisiert. Dank einer ausgefeilten und bewährten Anlagestrategie schlägt das Musterdepot die Vergleichsindizes deutlich. So schaffte das Wachstumswerte-Depot seit seiner Auflegung im März 1999 eine durchschnittliche jährliche Performance von über 18 Prozent - obwohl in diesen Zeitraum der dramatische Niedergang des Neuen Marktes fällt. Weitere Informationen unter www.globalperformance.de.

 

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