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Kolumne: Wochenausblick Euro-Dollar und Dax

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Autor Markus Fugmann Bewertung (0):
Erstellt am: 09.06.08 14:40 Antworten: 0  
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Kolumne: Wochenausblick Euro-Dollar und Dax

Euro-Dollar:

 

Seinen Abwärtstrend stoppen konnte in der letzten Handelswoche der Euro zum Dollar. Dabei begann der Handelsverlauf alles andere als vielversprechend: nach einem Start bei 1,5560 sorgten die weniger schlecht als erwartet ausgefallenen Daten zum amerikanischen ISM-Index (49,6% gegenüber 48,5% erwartet - wie auch immer man die Zahl liest, unter 50 ist und bleibt negativ) bis in den Bereich 1,5490. Zwar konnte sich der Euro in der Folge wieder erholen und am Dienstag vormittag bis in den Bereich 1,5620 steigen, doch sorgte die Rede Ben Bernankes am Nachmittag für massive Enttäuschung bei den Euro-Bullen: der amerikanische Notenbankchef machte recht unmißverständlich klar, daß mit weiteren Zinssenkungen in naher Zukunft nicht mehr zu rechnen sei. Der Euro quittierte diese Aussagen mit einem rasanten Abverkauf von 1,5610 auf knapp über 1,54. Daß Bernanke seine Aussagen am Folgetag wiederholte und der ISM-Dienstleistung aus den USA recht ordentlich ausfiel, machte die Situation für den Euro nicht besser. Folgerichtig erreichte der Euro dann am Donnerstag sein Wochentief im Bereich 1,5360, und die Situation sah für die europäische Einheitswährung nicht gerade positiv aus. Dann jedoch die Pressekonferenz nach der Zinsentscheidung durch die EZB: zwar behielt die Notenbank ihren Zinssatz weiterhin bei 4,0%, doch sorgten die Aussagen Trichets auf der Pressekonferenz für einen Paradigmenwechsel. Nach dem Hinweis auf besorgniserregende Inflationsdaten in der Euro-Zone verstieg sich Trichet zu der Aussage, daß er baldige Zinsanhebungen nicht ausschließen könne. Der Euro stieg 200 pips von 1,5360 auf zunächst 1,5560 und beendete den Donnerstag bei 1,56.

Am Freitag folgte dann der nächste Nackenschlag für den Dollar in Gestalt der Daten zu den neugeschaffenen Stellen in den USA. Zwar gingen nur 49.000 Stellen verloren (gegenüber 60.000 erwartet), doch stieg die Arbeitslosenrate von 5,1% auf 5,5%. Dadurch wird nun endgültig klar, daß der Abschwung am amerikanischen Arbeitsmarkt angekommen ist. Jedenfalls stieg der Euro auf knapp 1,58, ein Niveau, auf dem der Euro auch am heutigen Montag handelt.

Damit hat sich das Bild geändert. Gingen wir letzte Woche noch von fallenden Kursen aus (und hatten bis Donnerstag recht damit), so hat sich die Situation nun verändert. Zwar glauben wir nicht, daß die EZB schon im Juli die Zinsen anheben wird, doch werden einige Big Player darauf spekulieren und sich so im Vorfeld der nächsten EZB-Sitzung vermutlich long positionieren. Entscheidend ist jetzt der Widerstandsbereich 1,5810-20, in dessen unmittelbarer Nähe sich der Euro derzeit befindet. Gelingt hier ein Durchbruch, rechnen wir mit einer zügigen Attacke auf das alte High knapp über der 1,60. Gelingt dies nicht, ist die erste Anlaufstation der Bereich 1,5680, sodann 1,5620-30 und im worst case 1,5480.

 

 

 

 

Dax:

 

Den von uns erwartet schwachen Verlauf nahm der Dax in der letzten Handelswoche. Nach einem Beginn bei 7100 Punkten am Montag konnte der Dax am Montag seinen schwachen Start zunächst durch den amerikanischen ISM-Index kompensieren. Mit der Herabstufung von drei amerikanischen Brokerhäusern durch die Ratingagentur Standard & Poor´s war jedoch die Richtung für die gesamte Woche vorgegeben: der Dax rutschte lawinenartig unter die 7000er-Marke und fand erst im Bereich 6960 seinen Halt. Am Dienstag gelang dem Index zunächst die Wiedereroberung der 7000er-Marke, doch sorgte die Ankündigung Bernankes, den US-Leitzins in absehbarer Zeit nicht mehr zu senken, für Enttäuschung. Zwar hätte jedem vernünftig denkenden Marktteilnehmer klar sein müssen, daß die Fed kaum mehr Spielraum für Zinssenkungen hat - doch steht rationalen Denkprozessen der gelegentlich schwer erklärbare Optimismus vieler Amerikaner entgegen, für die das Glas grundsätzlich halbvoll und nicht halbleer ist (das führt dann manchmal zu einer Mentalität, die einen Militär-Einmarsch in den Irak als Spaziergang empfindet).

Am Donnerstag dann erfolgte der nächste Nackenschalg für den Dax durch die zinsbullischen Aussagen des EZB-Chef Trichet. Der Index kam erst bei 6900 Punkten zum Stehen, erholte sich zwar noch einmal mit den an diesem Tag positiven US-Börsen. Doch die Erholung war nur von kurzer Dauer: mit Veröffentlichung der amerikanischen Arbeitsmarktdaten setzte ein sell-off ein, der den Dax von knapp 7000 Punkten letztlich sogar unter die Marke von 6800 Punkten (und damit sogar unter das von uns im letzten Wochenausblick genannte Kursziel) drückte. Am heutigen Montag kämpft der deutsche Leitindex mit der 6800er-Marke.

Der Dax hat nun den Anstieg auf die 7240 Punkte durch die Korrektur bis 6800 und darunter mustergültig auskonsolidiert. Wie aber geht es nun weiter? Zunächst ist eine Erholung in Richtung 6880 und 6900 Punkte möglich, da der Index kurzfristig überverkauft ist und der Bereich 6800 doch ein recht massiver Unterstützungsbereich ist. Dennoch: der Index hat mit der Bewegung der letzten Woche seinen kurzfristigen Aufwärtstrend klar verlassen und sieht in längerer Perspektive (8-Stunden-Einstellung) nach einer Schulter-Kopf-Schulter-Formation aus. Unser favorisiertes Szeanrio geht daher von einer Aufwärtsbewegung zu Beginn der Handelswoche aus, die jedoch im Bereich 6900 Punkte zum Stehen kommen sollte. Zu Beginn der Woche stehen nämlich kaum relevante Daten auf der Agenda, die den Martteilnehmern die angeschlagene Konjunkturlage in den USA bewußt machen. Erst am Donnerstag stehen mit den amerikanischen Einzelhandelsumsätzen und dann am Freitag mit den US-Verbraucherpreisen wichtige Daten bevor, die sich negativ auf die Aktienmärkte auswirken sollten. Als neues Kursziel sehen wir den Bereich 6520-6600 Punkte im Dax.

 

 

 

Markus Fugmann

fugmann@actior.de

 

 

 

 

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Markus Fugmann

fugmann@actior.de

Tel.:040/44809860

 

 


 

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