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Kolumne: Dünne Luft

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Erstellt am: 22.05.08 12:33 Antworten: 0  
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Kolumne: Dünne Luft

Vor allem zwei Gründe lassen sich für den jüngsten Börsenaufschwung ausfindig machen. Zum einen war die Stimmung an den Finanzmärkten im März an einem Tiefpunkt angelangt. Die zu dieser Zeit befürchteten Untergangsszenarien sind dann nicht eingetreten. Die Erleichterung darüber treibt die Kurse nach oben. Dazu waren die Bewertungen der Unternehmen nach dem drastischen Kursverfall so günstig wie selten zuvor. Beide Börsentreiber dürften in den nächsten Wochen kaum noch eine Rolle spielen und so die Luft für weitere Kursgewinne dünner werden.

 

Die Optimisten haben inzwischen wieder klar das Heft in der Hand. Von Untergangstimmung kann keine Rede mehr sein, vielmehr gehen die Experten zunehmend davon aus, dass die schwächelnde US-Konjunktur dank der Eingriffe der Federal Reserve bald wieder an Fahrt gewinnt. Bestehende Risiken – wie etwa die massive Verschuldung der US-Haushalte – werden dabei ausgeblendet. Aus bewertungstechnischer Sicht wirken Aktien inzwischen teilweise teuer. Nachdem die Berichtssaison für das erste Quartal weitgehend abgeschlossen ist, bahnt sich für den S&P 500 ein Rückgang der operativen Gewinne von 25 (statt der ursprünglich erwarteten minus sieben) Prozent an. Auf Basis der operativen Gewinne der letzten vier Quartale (also Q2/07 bis Q1/08) errechnet sich für den Index damit ein KGV von 18,5. Nimmt man die Nettogewinne, ergibt sich sogar ein Gewinnvielfaches von 23,4.

 

Beim DAX sind die Nettogewinne in Q1 gegenüber dem (sehr starken) Vorjahr um 47 Prozent eingebrochen. Zwar waren einige Sondereffekte für den Rückgang verantwortlich, die Zeit kontinuierlich steigender Margen dürfte aber vorüber sein. Wir rechnen auch für das Gesamtjahr mit einem Ergebnisrückgang. Mit einem 2008er-KGV von 13 ist der Index aber noch akzeptabel bewertet. Deutlich schlechter sieht es im TecDAX aus, wo das Gewinnvielfache für das laufende Jahr auf üppige 30 gestiegen ist.

 

In diesem Sinne

 

Wolfgang Braun

 

 

Wolfgang Braun ist Chefredakteur des „Global Performance“. Der seit 1999 erscheinende Börsenbrief hat sich auf deutsche Wachstums-Aktien spezialisiert. Dank einer ausgefeilten und bewährten Anlagestrategie schlägt das Musterdepot die Vergleichsindizes deutlich. So schaffte das Wachstumswerte-Depot seit seiner Auflegung im März 1999 eine durchschnittliche jährliche Performance von über 18 Prozent - obwohl in diesen Zeitraum der dramatische Niedergang des Neuen Marktes fällt. Weitere Informationen unter www.globalperformance.de.

 

 

 

 

 

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