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Analyse/ Meinung: Rheinmetall halten

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Autor Bankhaus Lampe Bewertung bei 1 Stimme(n): Weitere Beiträge von diesem Autor
Erstellt am: 28.08.08 16:05 Antworten: 0
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Analyse/ Meinung: Rheinmetall halten

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Gordon Schönell, Analyst vom Bankhaus Lampe, bewertet die Aktie von Rheinmetall (ISIN DE0007030009/ WKN 703000) weiterhin mit dem Rating "halten".


Die von der Rheinmetall AG am 12.08. vorgelegten Zahlen zum zweiten Quartal hätten leicht unter den Erwartungen der Analysten gelegen, hätten aber im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich zulegen können. Die Umsätze hätten im Konzern bei 963 Mio. EUR gelegen und sich damit auf dem Vorjahresniveau bewegt. Das EBIT habe um 38,7% auf 53 Mio. EUR zulegen können, und der Konzernjahresüberschuss habe sich auf 27 Mio. EUR verdoppelt.


Die Umsätze im Segment Defence hätten sich im zweiten Quartal, wie von den Analysten erwartet, nur auf dem Niveau des Vorjahres bewegt. Unter Berücksichtigung des komfortablen Auftragsbestandes von 3,4 Mrd. EUR und eines abrechnungsbedingten stärkeren zweiten Halbjahres, werde dieses Segment sowohl mit Blick auf die Umsätze als auch auf das EBIT unverändert der Treiber für das zu erwartende Konzernwachstum sein. Die EBIT-Marge habe sich im zweiten Quartal von 5,6% auf 9,2% verbessert, womit sie über den Erwartungen der Analysten gelegen habe. Bedingt durch den Projektcharakter des Geschäftes habe der Auftragseingang im zweiten Quartal um 44,1% über dem Vorjahresniveau gelegen, nachdem im ersten Quartal ein Rückgang von 34,2% habe hingenommen werden müssen.


Im Segment Automotive seien die Umsätze, wie auch schon im zweiten Quartal, nicht überraschend um 1,2% unter das Vorjahresniveau gefallen. Die EBIT-Marge von 3,8% (22 Mio. EUR) habe nicht das Niveau aus dem zweiten Quartal 2007 erreicht (4,5%), da u. a. im Juni abgeschlossene Umstrukturierungen der Kleinkolbenfertigung an den Standorten Neckarsulm und Hamburg, verbunden mit einem Abbau von rund 250 Arbeitsplätzen, mit 4 Mio. EUR belastend gewirkt hätten.


Infolgedessen erwarte die Gesellschaft aber ab 2010 eine um 10 Mio. EUR verbesserte Kostenbasis (2009: ca. 5 bis 6 Mio. EUR). Weitere negative Effekte habe es in diesem Segment durch Anlaufkosten für neue Produkte sowie verzögerte Serienanläufe und Preiszugeständnisse gegeben, die nur teilweise hätten kompensiert werden können. Der Auftragseingang sei im zweiten Quartal ebenfalls mit -1,2% leicht rückläufig gewesen.


In den USA seien die Umsätze im ersten Halbjahr von 140 Mio. EUR auf 108 Mio. EUR zurückgegangen. Dieser Rückgang um 23% sei je zur Hälfte auf Währungs- und Volumeneffekte zurückzuführen.


Der Konzern habe zuletzt bestätigt, auch im laufenden Geschäftsjahr organisch zu wachsen. Die Zuwächse würden allerdings, entgegen vorheriger Aussagen, nun ausschließlich aus dem Defence-Bereich kommen. Die schwache Entwicklung im Segment Automotive könne durch eine besser als erwartet verlaufende Entwicklung im Segment Defence aufgefangen werden. Die EBIT-Guidance von 280 bis 290 Mio. EUR sei ebenfalls bestätigt worden. Für 2009 plane Rheinmetall eine weitere Erhöhung der Umsätze und der Gewinne.


Für KSPG erwarte der Konzern bis 2010 eine EBIT-Marge von 7 bis 8%. Zum Halbjahr 2008 habe diese bei 4,9% gelegen. Vor dem Hintergrund der schlechten Nachrichtenlage aus der Automobilbranche, die nach Erachten der Analysten infolge eines schwächeren privaten Konsums anhalten werde, und der schwierigen finanziellen Situation der amerikanischen Kunden wirke das Margenziel für 2010 in ihren Augen ambitioniert. Um das Ziel zu erreichen, setze der Konzern auf Innovationen wie z. B. Verbrauch- und Schadstoffreduzierung, Ausweitung der Produktion in Niedriglohnländern (Osteuropa, Mexiko) und das Wachstum in Märkten wie Brasilien, Indien und China.


Nach Erachten der Analysten werde das Segment Defence der Treiber für ein weiteres Wachstum des Unternehmens sein. Der Auftragseingang habe hier zum zweiten Quartal bei 3,4 Mrd. EUR gelegen, was einem Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 14% entspreche. Damit biete es eine solide Grundlage für weiteres Wachstum. Bis 2010 plane die Gesellschaft hier ein organisches Wachstum von etwa 10% p.a. Für darüber hinaus gehendes weiteres Wachstum würden unverändert Zukäufe sorgen.


Angesichts der zahlreichen weltweiten Konfliktherde, deren Zahl nach Erachten der Analysten eher steigen als sinken werde, würden sie denken, dass die Rüstungs- bzw. Verteidigungsetats auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten recht konstant bleiben würden. Die Margen hätten sich hier sehr erfreulich entwickelt und zuletzt bei 7,3% gelegen, nach 5,3% im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Hier würden die Analysten weiteres Potenzial sehen, sodass sie für 2009 mit weiter steigenden Margen auf Konzernebene rechnen würden.


Die Rheinmetall AG erwirtschafte einen Großteil ihrer Erträge im Segment Defence, dessen Entwicklung die Analysten positiv sehen würden. Allerdings werde der Kursverlauf ihres Erachtens derzeit durch die schlechte Nachrichtenlage aus der Automobilindustrie dominiert. In den nächsten Monaten würden die Analysten aufgrund ihres konjunkturellen Szenarios auch keine Abkehr von dieser Entwicklung erwarten.


Aus diesem Grund stufen die Analysten vom Bankhaus Lampe den Wert von Rheinmetall unverändert mit dem Anlageurteil "halten" ein, auch wenn eine SOTP-Bewertung möglicherweise höhere Kursziele rechtfertigen könnte. Das Kursziel von 44 EUR werde bestätigt. (Studie "MDAX-Guide Herbst 2008" vom 27.08.2008) (28.08.2008/ac/a/d)


 

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