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Analyse/ Meinung: Infineon halten

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Autor SES Research Bewertung bei 2 Stimme(n): Weitere Beiträge von diesem Autor
Erstellt am: 25.04.08 17:24 Antworten: 0
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Analyse/ Meinung: Infineon halten

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst Malte Schaumann von SES Research stuft die Aktie von Infineon (ISIN DE0006231004/ WKN 623100) unverändert mit "halten" ein.


Mit dem Bericht über das 2. Quartal habe Infineon die Qimonda-Beteiligung als zum Verkauf stehendes Vermögen umklassifiziert. Als Folge würden die Qimonda-Beiträge nicht in den operativen Größen erfasst. Die Ergebnisbeiträge würden in der GuV zukünftig als Ergebnisse aus nicht fortgeführten Aktivitäten ausgewiesen. Die operativen Größen des Logik-Bereichs hätten im Rahmen der Erwartungen gelegen, ein leicht besseres EBIT resultiere insbesondere aus geringeren Aufwendungen für Konzernfunktionen.


Mit der Umgliederung der Qimonda-Anteile habe Infineon eine signifikante Abschreibung in Höhe von EUR 1 Mrd. auf den Buchwert von Qimonda vornehmen müssen. Nachdem die Anteile bislang mit USD 12 bewertet worden seien, seien diese nun mit USD 6,5 angesetzt worden. Angesichts der derzeitigen Notierung von unter USD 4, seien weitere Abwertungen in den kommenden Quartalen wahrscheinlich.


Die von Infineon genannten Erwartungen für Q3 und das Gesamtjahr würden keine Überraschungen bieten. Aufgrund der Dekonsolidierung der Bipolar-Aktivitäten würden Umsatz und EBIT im Bereich AIM leicht rückläufig ausfallen. Im Bereich Communications werde bei einem Umsatzwachstum von rund 28% ein negatives EBIT verzeichnet werden. Vor dem kommenden Geschäftsjahr sei hier nicht mit dem Erreichen positiver EBIT-Größen zu rechnen.


Aufgrund der hohen Kostenbasis im Euro-Raum und dem signifikanten Umsatzanteil in USD würden die Ergebnisgrößen in erheblichem Umfang von der US-Dollar-Abschwächung belastet. Die Abschwächung des USD um ca. 1 Cent belaste das EBIT mit rund EUR 8 Mio. Diese Ausgangssituation habe bereits eine Korrektur des mittelfristigen Margenziels erwarten lassen. Nun habe Infineon klar gestellt, dass auf dem gegenwärtigen Wechselkursniveau das Ziel von 10% EBIT-Marge nicht erreicht werden könne. Während im Bereich AIM eine Marge im hohen einstelligen %-Bereich zu realisieren sein dürfte, erschwere die Währungsrelation insbesondere die Erzielung attraktiver Renditen im Bereich Communications.


Die Anpassung der Prognosen reflektiere die Berücksichtigung der Qimonda-Beiträge als Ergebnis aus nicht fortgeführten Bereichen. Das EBIT des laufenden Geschäftsjahres sei durch Sondereffekte im Umfang von rund EUR 50 Mio. positiv beeinflusst.


Mit der Umgliederung der Qimonda-Anteile habe Infineon Spekulationen um einen schnelleren Verkauf der Qimonda-Beteiligung neuen Auftrieb gegeben. Infolge der Technologiepartnerschaft mit Elpida rücke auch eine engere Kapitalbeteiligung in den Fokus. Die hohe Verschuldung Elpida's dürfte die größte Hürde für die Realisierung dieses Szenarios darstellen. Neben Elpida dürften vor allem Micron und Hynix Interesse haben. Als letzte Möglichkeit verbleibe Infineon nach wie vor die Ausschüttung als Sachdividende mit der nächsten Hauptversammlung im Februar 2009.


Mit der nun erfolgten Abwertung der Qimonda-Anteile und der Bestätigung des Nichterreichens des Margenziels auf dem aktuellen USD-Niveau sei der zu erwartende zukünftige News-Flow weit weniger negativ. Operativ dürfte es kaum Überraschungen geben. Das Nettoergebnis werde bis zum Unterschreiten der 50%-Schwelle anhaltend durch die Ergebnisbeiträge von Qimonda belastet werden. Eine weitere Abwertung der Qimonda-Anteile erscheine wahrscheinlich. Frühestens im kommenden Geschäftsjahr werde Infineon den Break-Even im Bereich Communications erreichen.


Eine Sum-of-the-parts-Bewertung führe zu einem Kursziel von EUR 6,10 (vorher 8,50) je Aktie. Dies korrespondiere mit einem EV/Umsatz-Multiplikator von 1,2 für das verbliebene Logik-Geschäft inklusive des Marktwertes von Qimonda.


Das Rating der Analysten von SES Research lautet für die Aktie von Infineon "halten". (Analyse vom 25.04.2008) (25.04.2008/ac/a/d)


Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.


 

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