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Analyse/ Meinung: H&R WASAG kaufen

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Autor Bankhaus Lampe Bewertung bei 1 Stimme(n): Weitere Beiträge von diesem Autor
Erstellt am: 07.05.08 12:46 Antworten: 0
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Analyse/ Meinung: H&R WASAG kaufen

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Marc Gabriel, Analyst vom Bankhaus Lampe, bewertet die H&R WASAG-Aktie (ISIN DE0007757007/ WKN 775700) nach wie vor mit "kaufen".


Das Geschäftsjahr 2007 sei wesentlich von dem Verkauf des Sprengstoffbereiches bestimmt gewesen. Neben dem erzielten Mittelzufluss von 67,3 Mio. EUR seien noch knapp 21,3 Mio. EUR Umsatz auf den veräußerten Bereich entfallen. In der Erfolgsrechnung habe sich ein Bruttoentkonsolidierungserfolg von 16,4 Mio. EUR ergeben.


Der Bereich chemisch-pharmazeutische Rohstoffe sei auf 729,3 (Vorjahr: 700,5) Mio. EUR gewachsen. Aufgrund der Preisentwicklung beim Rohöl und den sich normalisierenden Margen bei Fertigprodukten und damit geringeren außergewöhnlichen Gewinnen als im Vorjahr habe sich das EBITDA in diesem Bereich auf 81,1 Mio. EUR (Vorjahr: 98,3 Mio. EUR) reduziert.


Positiv habe sich der Bereich Kunststoffe entwickelt. Bei einer Umsatzsteigerung um 10% auf 47,3 Mio. EUR (2006: 43,0 Mio. EUR) habe der Geschäftsbereich ein EBITDA von 3,9 Mio. EUR erzielt (2006: 2,9 Mio. EUR) - ein deutlicher Zuwachs um 34%. Damit habe der Konzern ein Ergebnis vor Ertragssteuern innerhalb der fortgeführten Bereiche von 59,8 Mio. EUR und einen Konzerngewinn von 52 Mio. EUR erzielt.


Dieser werde in diesem Jahr erstmals nicht nur auf die Stammaktionäre verteilt, da zusätzlich 2,65 Mio. Vorzugsaktien ausgegeben worden seien, die aus der Einbringung der außenstehenden Anteile an der Sythengrund Wasagchemie Grundstücksverwertungsgesellschaft Haltern mbH stammen würden. Die neuen Aktien seien nicht zum Handel an der Börse zugelassen und das Unternehmen sei bestrebt, hier eine langfristig bessere Lösung zu finden. Die Vorzugsaktionäre würden eine um zehn Prozent erhöhte Dividendenzahlung erhalten.


Die Bewegungen an den Ölmärkten würden zu einer Verteuerung bzw. Verbilligung des Wareneinstands führen und würden zwar zeitnah in der Kalkulation angepasst, jedoch würden sich typischerweise regelmäßig Verzögerungen in der Preisanpassung ergeben. Diese kurzfristigen Verzögerungen würden als so genannte "Windfall Profits" oder "Windfall Losses" bezeichnet. H&R plane durch Spezialisierung und Internationalisierung in Zukunft unabhängiger von diesen Effekten zu werden. Nach den zwei Gewinnrevisionen im letzten Geschäftsjahr seien die Windfall Profits mit 10 Mio. EUR um 20 Mio. EUR geringer als im Vorjahr ausgefallen.


Mit dem Kauf der ExxonMobil Manufacturing Malaysia Sdn. Bhd., einer Produktionsgesellschaft von Wachs- und Ölemulsionen, habe H&R weitere Schritte in die Internationalisierung des Konzerns unternommen. Der Geschäftsbereich Kunststoffe, der 2007 eine Umsatzsteigerung von 10% auf 47,3 Mio. EUR erzielt habe, sei durch die Gaudlitz Precision in Tschechien und die vollständige Übernahme des chinesischen Joint Ventures gestärkt worden.


Die Ergebnisprognose für 2008 liege bei 50 bis 60 Mio. EUR für das Vorsteuerergebnis. Die Guidance basiere auf der Erwartung eines Rohölpreises von 90 USD je Barrel und einer annähernd parallel dazu verlaufenden Entwicklung bei den Preisen für zahlreiche Endprodukte. Dabei werde nach Erachten der Analysten das erste Quartal 2008 aufgrund der Stillstände im Rahmen der Erweiterungsinvestitionen das schwächste des Gesamtjahres sein. Für den weiteren Jahresverlauf würden die Analysten mit spürbar höheren Ertragsanteilen rechnen. Der Umsatz dürfte knapp unter der Milliardengrenze liegen, wobei der Geschäftsbereich Kunststoffe mit knapp 50 Mio. EUR immer noch den geringeren Teil beitragen werde.


Die Ergebniserwartung sei um die in den vergangenen Jahren realisierten Windfall Profits bereinigt. H&R konzentriere sich im Wesentlichen auf den Ausbau seiner internationalen Präsenz und die Effizienzsteigerung der beiden Raffinerien in Salzbergen und Hamburg.


Das hierzu aufgelegte "Projekt 40" liege inzwischen im Plan und sollte im laufenden Geschäftsjahr einen Ergebnisbeitrag von 9 Mio. EUR auf Vorsteuerbasis bringen. Im folgenden Geschäftsjahr sollte sich dieser Betrag um 5 Mio. erhöhen und im Jahr 2010 würden die Analysten weitere 20 Mio. EUR aus der Kapazitätserweiterung erwarten. Dabei würden gezielt diejenigen Teilanlagen der Raffinerien ausgebaut, welche die an sich höhere Gesamtkapazität durch ihren Durchsatz beschränken würden.


Dieser als "De-Bottlenecking" bekannte Ansatz führe im Vergleich zur Erhöhung der Ausstoßmenge bei unterproportionalen Kosten zu Umsatz- und vor allem zu erheblichen Ergebnissteigerungen. Die Investitionssumme von 70 Mio. EUR und der höhere Geschäftsumfang würden durch den im April dieses Jahres abgeschlossenen unbesicherten Konsortialkredit mit einem Volumen von 300 Mio. EUR finanziert.


Das Unternehmen verfüge noch über ein umfangreiches Quarzsandvorkommen, um dessen Abbau (13,5 Mio. t) sich das Unternehmen aktuell bemühe. Der Quarzsand werde unter anderem für die Stahl- und Glasindustrie verwendet. Erste Ergebnisbeträge seien hieraus erst ab 2009 zu erwarten.


Die Analysten würden das Jahr 2008 als Übergangsjahr ansehen, in dem das Ergebnis je Aktie mit 1,31 EUR deutlich unter dem Vorjahreswert von 1,58 EUR je Stammaktie liegen werde. Der Kursrutsch der Aktie vom Hoch im Januar 2007 bei 42 EUR auf unter 12 EUR Ende März habe nach Erachten der Analysten diese Entwicklung bereits verarbeitet. Für das kommende Jahr würden sie bereits wieder einen Anstieg der Ergebnisse erwarten. Der Aktienkurs habe sich zuletzt bereits von den schweren Kursverlusten erholt.


Die Analysten vom Bankhaus Lampe empfehlen die H&R WASAG-Aktie weiterhin zum Kauf mit dem erhöhten Kursziel von 20,00 EUR (zuvor 16,00 EUR). Das Engagement des Großaktionärs sollte die Aktie nach unten entsprechend absichern. (Analyse vom 07.05.2008) (07.05.2008/ac/a/nw)


 

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