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Autor | HSH Nordbank AG | Bewertung bei 0 Stimme(n): | ![]() |
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| Erstellt am: | 15.05.08 17:18 | Antworten: | 0 | ||
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Die Signale einer anstehenden konjunkturellen Abschwächung in der Eurozone werden deutlicher, so die Analysten der HSH Nordbank AG.
So habe sich das Vertrauen bei den Industrieunternehmen seit dem Höchststand im April letzten Jahres bis zuletzt deutlich eingetrübt. Auf die Stimmung würden die Finanzmarktkrise, die Abschwächung der Nachfrage aus dem Ausland, der starke EUR sowie die Verschlechterung der Kostensituation infolge der gestiegenen Rohstoffpreise drücken.
Während sich die Unternehmen in Deutschland - wohl dank ihrer investitionsgüterlastigen Exportpalette und der vergleichsweise hohen preislichen Wettbewerbsfähigkeit - noch länger relativ robust gezeigt hätten, habe sich die Stimmung laut ifo inzwischen auch hierzulande eingetrübt. Der Index liege allerdings trotz seines jüngsten Rückgangs von 104,8 auf 102,4 im langfristigen Vergleich noch auf recht hohem Niveau. Der Rückgang der Auftragseingänge für die deutsche Industrie viermal in Folge deute aber darauf hin, dass sich auch hier die Konjunktur abkühlen werde.
Auch bei den europäischen Verbrauchern sinke die Konsumlaune bereits seit Frühjahr letzten Jahres. Dies dürfte im Wesentlichen der hohen Teuerung geschuldet sein, durch die ein großer Teil der durch die Lohnerhöhungen gewonnenen zusätzlichen Kaufkraft wieder aufgebraucht werde. In einigen Ländern würden die Verbraucher aber auch unter der Verschlechterung der Lage am Arbeitsmarkt leiden, vor allem in Spanien und Italien.
Insgesamt rechne man damit, dass die Eurozone dieses und nächstes Jahr deutlich unterhalb ihres Potenzials expandieren werde. Zwar sei das BIP im ersten Quartal noch kräftig um 0,7% qoq (2,2% yoy) ausgeweitet worden. Hierfür seien aber nicht zuletzt die außergewöhnlich milde Witterung sowie die Veränderung der Abschreibungsbedingungen in Deutschland verantwortlich gewesen - in Deutschland habe das BIP damit so stark zugelegt wie seit 12 Jahren nicht mehr. Schon im laufenden Vierteljahr dürfte sich die Konjunktur aber - u.a. infolge von Rückpralleffekten - deutlich verlangsamen.
Die äußerst kräftigen Preissteigerungen bei Öl, Nahrungsmitteln und sonstigen Rohstoffen würden sich inzwischen auf allen Stufen der Produktionskette niederschlagen. So hätten in Deutschland die Importpreise zuletzt um 5,7%, die Erzeugerpreise um 4,2% und die Großhandelspreise um 6,9% über ihrem Vorjahresniveau gelegen. Der Verbraucherpreisanstieg habe im März in der Eurozone mit 3,6% ein 16-Jahres-Hoch erreicht, sei im April allerdings wieder auf 3,3% zurückgegangen.
Angesichts des deutlichen Kostendrucks einerseits und der noch recht hohen Kapazitätsauslastung andererseits würden die Analysten damit rechnen, dass die Teuerungsrate erst im Herbst wieder unter 3% fallen werde. Die Zielmarke der EZB von 2% dürfte gleichwohl auch im nächsten Jahr anhaltend verfehlt werden. (15.05.2008/ac/a/m)
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