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Autor | Bankhaus Lampe | Bewertung bei 1 Stimme(n): | ![]() |
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| Erstellt am: | 12.09.08 12:52 | Antworten: | 0 | ||
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Sebastian Hein, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von Arcandor (ISIN DE0006275001/ WKN 627500) von "verkaufen" auf "kaufen" hoch.
Die Arcandor-Aktie habe nach den jüngsten Kursverlusten ein historisch niedriges Niveau erreicht. Seit Jahresanfang liege der Kursverfall bei deutlichen 73%. Die Analysten würden weiterhin davon ausgehen, dass Arcandor die Jahresziele nicht erreiche, und mit einem bereinigten EBITDA von 770 Mio. EUR rechnen (Guidance liege bei 800 Mio. EUR). Sie würden aber konstatieren, dass sich dies im aktuellen Kursniveau bereits ausreichend widerspiegeln sollte.
Ein Blick auf den Unternehmensbereich Thomas Cook zeige die Ertragspotenziale von Arcandor, welche wiederum angesichts der Diskussionen über eine anhaltende Konsumschwäche zurzeit nahezu keine Beachtung im Markt finden würden. Das Management habe sich zuletzt zuversichtlich gezeigt, operativ auf Zielkurs zu sein, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Während die Guidance des Arcandor-Konzerns für 2008/2009 reduziert worden sei (1,1 Mio. EUR bereinigtes EBITDA nach 1,3 Mio. EUR bereinigtes EBITDA), würden die Analysten davon ausgehen, dass Thomas Cook seinen Ergebnisbeitrag liefere. Das Ergebnisziel von 800 Mio. EUR in 2009/2010 würden sie für erreichbar halten.
Angesichts der Profitabilität von Condor würden die Analysten zudem positiv bewerten, dass Thomas Cook die Bedingungen für einen Zusammenschluss mit Tuifly und Germanwings genau prüfe. Condor sollte im Rahmen der Asset-Light-Strategie veräußert werden. Die Analysten würden zurzeit aufgrund kartellrechtlicher Gründe und der Komplexität der Transaktion von keiner Fusion der drei genannten Airlines ausgehen.
Die größte Baustelle des Konzerns bleibe das Warenhausgeschäft. Neben dem Umsatzrückgang (Q2: -3,2%) belaste die gegenwärtig ineffiziente Kostenstruktur das Ergebnis des Bereichs. Dies betreffe vorrangig den Overhead-Bereich in der Zentrale von Karstadt. Der Konzern habe auf die Probleme reagiert und plane, bei Karstadt 400 bis 450 Stellen in der Zentrale zu streichen. Die Portfoliooptimierung hingegen stocke. Alle 90 Karstadt-Warenhäuser sollten trotz der schlechten Zahlen des Karstadt-Bereichs im Konzern verbleiben. Auch hier gelte: Die Erwartungen der Anleger seien am Boden, sodass tendenziell positive Überraschungspotenziale existieren würden.
Die Analysten würden nach ihren jüngsten "verkaufen"-Empfehlungen auf dem jetzigen Kursniveau ihre abwartende Haltung gegenüber Arcandor aufgeben. Auch wenn für die Aktie zweifelsohne ein weiteres Kursrisiko gegeben sei, zeige die Analyse der Analysten vom Bankhaus Lampe, dass sich das Chance/Risiko-Verhältnis verbessert habe. Das Abwärtspotenzial werde durch die operative Stärke und den Börsenwert von Thomas Cook nach unten begrenzt. Der Thomas Cook-Anteil für sich habe derzeit einen Börsenwert von 6,25 EUR je Arcandor-Aktie, wobei in der Bewertung der Thomas Cook-Aktie bereits negative Konjunkturszenarien eingepreist seien.
Die Analysten würde es nicht verwundern, wenn es aufgrund der gesunkenen Marktkapitalisierung von Arcandor in den nächsten Wochen zu stabilisierenden Maßnahmen des Großaktionärs Schickedanz (Anteil: 53,3%) kommen werde. Die Erwartungshaltung hinsichtlich des kommenden Newsflow sei äußerst negativ und biete nach Einschätzung der Analysten auf dem jetzigen Kursniveau erhebliche Überraschungspotenziale.
Vor diesem Hintergrund sei der Wert für die Analysten ein Kauf. Die stabilisierenden Faktoren und ein Fortschreiten des Konjunkturzyklus, der zu einer veränderten Einschätzung von Konsumtiteln führen würde, könnten nach ihrer Einschätzung eine zweistellige Rendite auf Sicht von zwei Jahren nach sich ziehen.
Folgende Punkte sollte man bei der Aktie im Blick haben: Sie sei historisch günstig. Thomas Cook liege operativ auf Kurs. Der Einstieg von Thomas Cook in das hochpreisige Hotelgeschäft biete Fantasie. Die Guidance sei zuletzt gesenkt worden. Das Zahlenwerk sei intransparent. Das Warenhausgeschäft kämpfe mit Kostenproblemen und der anhaltenden Konsumzurückhaltung.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe stufen die Arcandor-Aktie von "verkaufen" auf "kaufen" herauf. Das Kursziel werde von 5 auf 6 Euro angehoben. (Analyse vom 12.09.2008) (12.09.2008/ac/a/d)
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