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Autor | Bankhaus Lampe | Bewertung bei 1 Stimme(n): | ![]() |
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| Erstellt am: | 14.08.08 17:20 | Antworten: | 0 | ||
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Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Sebastian Hein, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von Arcandor (ISIN DE 0006275001/ WKN 627500) von "halten" auf "verkaufen" herab.
Arcandor habe die Q3-Zahlen für das Geschäftsjahr 2007/08 vorgelegt und in einem Conference Call Details zur Geschäftsentwicklung erläutert. Die wichtigsten Konzernzahlen würden sich wie folgt darstellen: bereinigter Umsatz: 4,66 Mrd. EUR (Vorjahr pro forma: 4,86 Mrd. EUR), bereinigtes EBITDA: 36,4 Mio. EUR (Vorjahr pro forma: 49,2 Mio. EUR), Ergebnis je Aktie: -0,55 EUR (Vorjahr: 1,39 EUR).
Unbereinigt würden die Zahlen deutlich schwächer ausfallen. Das EBITDA liege demnach auf Konzernebene im negativen Bereich (-38,9 Mio. EUR); Primondo habe demnach auf EBITDA-Ebene rote Zahlen geliefert und Karstadt habe ein deutliches Minus von 70,2 Mio. EUR verbuchen müssen. Thomas Cook habe unbereinigt ein positives EBITDA von 74,0 Mio. EUR erzielen können.
Die größte Baustelle von Arcandor sei Karstadt. Im dritten Quartal hätten die Warenhäuser einen Umsatzrückgang von 1,9% auf 886,9 Mio. EUR verbucht, welcher allerdings unter dem des Mitbewerbers Kaufhof liege (zum Vergleich: Kaufhof habe im 2. Quartal einen Umsatzrückgang von 3,2% im Deutschland- Geschäft berichtet). In den Zahlen von Karstadt spiegele sich sowohl die Konsumzurückhaltung als auch die zeitliche Verschiebung des Ostergeschäfts wider.
Während umsatzseitig aufgrund des Trading-up des Geschäfts nach Auffassung der Analysten mittelfristig (auf vergleichbarer Fläche) Aufwärtspotenzial bestehe, sei die Kostenstruktur gegenwärtig ineffizient. Dies betreffe angabegemäß vorrangig den Overhead-Bereich in der Zentrale von Karstadt.
Arcandor begegne den Ineffizienzen mit einem Effizienzprogramm, mit dessen Umsetzung angabegemäß bereits begonnen worden sei. Zudem sei Ende Juli 2008 der bisherige Karstadt Vorstand Peter Wolf durch Stefan W. Herzberg ersetzt worden. Unter dem Strich bleibe festzuhalten, dass Karstadt die gesteckten Ziele vorerst nicht erreichen werde. Der Turn-around des Warenhausgeschäfts sei wieder fraglicher geworden.
Arcandor habe die EBITDA-Prognose für 2008/2009 gesenkt. Demnach erwarte der Konzern nunmehr mehr als 1,1 Mrd. EUR auf bereinigter Ebene. Bislang habe die Prognose auf 1,3 Mrd. EUR gelautet. Zudem sei angabegemäß die Anspannung zur Erreichung des EBITDA-Ziels 2007/2008 im vierten Quartal gestiegen. Arcandor habe mehr als 800 Mio. EUR in Aussicht gestellt. Die Analysten vom Bankhaus Lampe gehen nach dieser Aussage davon aus, dass die Prognose nicht erreicht werde und rechnen mit einem bereinigten EBITDA von 770 Mio. EUR.
Folgende Punkte sollte man nach dem Erachten der Analysten bei dieser Aktie im Blick haben: Thomas Cook trotze bislang der Konjunktureintrübung. Im Segment Primondo entwickele sich der Bereich E-Commerce sehr gut, dies gelte insbesondere auch für Quelle. Die Transparenz des Zahlenwerks sei weiterhin nicht gegeben; unbereinigte Zahlen würden ein schlechteres Bild als dies durch bereinigte Zahlen kommuniziert werde abzeichnen. Zudem weise Karstadt ein Kostenproblem auf und die Prognose für 2008/2009 sei gesenkt worden. Die Restrukturierung dauere weiter an; einTurnaround sei nicht visiebel. Angesichts anhaltend schlechter Zahlen sei auch das Geschäftsmodell von Arcandor zu hinterfragen.
Im Rahmen der Q3-Berichterstattung habe sich gezeigt, dass Arcandor weiterhin insbesondere im Bereich Karstadt operative Schwächen aufweise und der angekündigte Turnaround weiter auf sich warten lasse. Die reduzierte Prognose erhöhe die Unsicherheit in der Aktie zusätzlich. Dies spiegele sich, ebenso wie die reduzierten Gewinnreihen, in den Modellen der Analysten vom Bankhaus Lampe wider, so dass man nunmehr zu einem Kursziel von 6,00 EUR für die Arcandor-Aktie gelange.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe raten zum verkaufen der Arcandor-Aktie und senken das Kursziel von 13,50 EUR auf 6,00 EUR herab.(Analyse vom 14.08.2008) (14.08.2008/ac/a/d)
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