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Analyse/ Meinung: Aktienmärkte erholen sich

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Autor Deutsche Börse AG Bewertung bei 0 Stimme(n): Weitere Beiträge von diesem Autor
Erstellt am: 24.07.08 17:49 Antworten: 0
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Analyse/ Meinung: Aktienmärkte erholen sich

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Märkte erholen sich, so die Deutsche Börse AG.


Der Dow Jones gewinne in der Spitze beinahe vier Prozent, der DJ EURO STOXX 50 lege um etwa 6 Prozent zu. "Die Erholung hat sich bereits Ende vergangener Woche abgezeichnet", sage Walter Vorhauser von ICF AG. Die Abschläge bei den Aktien seien übertrieben gewesen. Für das freundliche Marktumfeld würden zum einen die positiven Quartalszahlen großer Unternehmen sorgen, die zum Teil über den Erwartungen der Analysten liegen würden.


Zum anderen sei der Eingriff der amerikanischen Aktienaufsichtsbehörde SEC, die Leerverkäufe in großen amerikanischen Finanzwerten verboten habe, von den Marktteilnehmern sehr positiv aufgenommen worden, meine Vorhauser. Das heiße, es sei vorerst untersagt, bei Aktien von großen Unternehmen auf fallende Kurse zu setzen. "Ebenso haben die Hilfspakete, die für die angeschlagenen halbstaatlichen US-amerikanischen Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae diskutiert werden, zur Beruhigung der Märkte beigetragen", kommentiere Roland Stadler von der Baader Bank die aufgeräumte Stimmung der Investoren. Zudem dämpfe der gefallene Ölpreis die Inflationssorgen der Marktteilnehmer.


Der Schweizer Pharmakonzern Roche habe diese Woche Quartalsergebnisse präsentiert. Zwar hätten die Schweizer einen Gewinnrückgang um 2 Prozent melden müssen - der Umsatz von Tamiflu, dem Medikament gegen Vogelgrippe, sei um 70 Prozent eingebrochen - doch gleichzeitig habe die Holding auch die komplette Übernahme des Biotechnologie-Unternehmens Genentech gemeldet. "Roche hält bereits über 50 Prozent an Genentech. Mit der kompletten Übernahme für 44 Milliarden US-Dollar will Roche seine Immunologie- und Krebsmedikamentenforschung weiter stärken und Wettbewerbsvorteile im Gesundheitsmarkt aufbauen", berichte Vorhauser.


Außerdem habe Roche die Übernahme des kanadischen Biotechnologieunternehmens Arias angekündigt. An der Börse Frankfurt würden Roche-Stammaktien und Roche Inhaber-Genussscheine gehandelt. Beide Aktien hätten zunächst nach Bekanntgabe der Zahlen verloren, doch die Kurse hätten sich bereits wieder erholen können. Durch die Genentech-Übernahme verspreche sich Roche Synergie-Effekte in Höhe von 850 Millionen US-Dollar.


Auch Genentech habe in dieser Woche Quartalszahlen vorgelegt. Das Unternehmen könne einen Gewinnanstieg von 4,7 Prozent melden Die Aktie von Genentech sei in der Spitze um über 20 Prozent auf 61 Euro gestiegen und notiere heute zur Mittagszeit knapp unter 60 Euro.


Mit Biogen berichte ein weiteres Biotechnologieunternehmen über seine Quartalsergebnisse. "Biogen hat in den vergangenen Handelstagen um mehr als 13 Prozent zugelegt. Umsatztreiber bei Biogen sind die Medikamente Tysabri und Avonex, die beide sehr starkes Wachstum im Verkauf zeigten", berichte Vorhauser. Die Verkäufe des Multiple-Sklerose-Mittels Tysabri hätten sich verdreifacht, der Umsatz mit dem älteren Mittel Avonex sei um 14 Prozent gestiegen. Zudem habe Biogen seine Gewinnerwartung angehoben.


Der US-amerikanische Hersteller von integrierten Schaltkreisen und elektronischen Bauteilen für digitale Sprach-, Daten- und Videoübertragung auf Breitbandbasis Broadcom vervierfache seine Gewinne im zweiten Quartal. "Vor allem hat Broadcom vom Markt für Internetvideos und von der steigenden Internetnutzung profitiert. Doch für den Aktienkurs hatte das Quartalsergebnis keinen Impuls", erzähle Vorhauser. Anleger hätten mit mehr gerechnet. In der Zukunft rechne das Unternehmen mit sinkenden Bruttomargen.


Die Erwartungen verfehlt habe American Express. Der Finanzdienstleister, der unter anderem auch Kreditkarten anbiete, leide unter der fehlenden Zahlungsmoral der privaten Kunden. Für Roland Stadler ein Zeichen, dass die privaten Haushalte ihren Konsum einschränken könnten. "Solche Ergebnisse werden von Marktteilnehmern immer als Vorzeichen beobachtet", sage der Skontroführer. Die Aktie sei in Frankfurt in der Spitze um mehr als zehn Prozent von etwa 27 auf 22 Euro gefallen, notiere derzeit aber wieder bei 25 Euro.


Vodafone enttäusche die Anleger mit Zukunftsaussichten, die am unteren Ende der Erwartungen der Analysten liegen würden, und verliere 15 Prozent des Kurswertes. "Marktteilnehmer reagieren immer äußerst empfindlich auf schlechtere Umsatzaussichten", kommentiere Stadler den Absturz. Diese entzogene Investorenliebe erfahre derzeit auch der schwedische Handyhersteller Ericsson. Ein Gewinneinbruch von 69 Prozent habe zwar im Rahmen der Erwartungen gelegen, aber der Kostenfaktor bei der Handyherstellung und Restrukturierungskosten, die höher ausfallen würden als angenommen, lasse die Aktie um mehr als 15 Prozent einbrechen. "Die Investoren sind Ericsson gegenüber vorerst skeptisch", meine Stadler. (24.07.2008/ac/a/m)


 

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