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Analyse/ Meinung: Europäische Zinsstrukturkurve weiter verflacht

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Autor HSH Nordbank AG Bewertung bei 0 Stimme(n): Weitere Beiträge von diesem Autor
Erstellt am: 15.05.08 17:28 Antworten: 0
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Analyse/ Meinung: Europäische Zinsstrukturkurve weiter verflacht

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Seit der Rettung der US-Investmentbank Bear Stearns Mitte März hat sich die Lage in den meisten Finanzmarktsegmenten etwas beruhigt, so die Analysten der HSH Nordbank AG.


So hätten sich die Aktienmärkte erholt, die Credit Spreads hätten sich eingeengt und im Zuge der Abflüsse aus dem Safe Haven "10-jährige Staatsanleihe" seien dort die Renditen spürbar angestiegen. Nach wie vor weit entfernt von der Normalität seien hingegen die Geldmärkte - so habe der 3-Monats-Euribor zuletzt oberhalb von 4,80%, der 1-Monats-Euribor bei nahezu 4,40% gelegen. Beide Sätze seien damit ungewöhnlich weit von dem Mindestbietungssatz der EZB von 4% entfernt gewesen und würden signalisieren, dass das Vertrauen zwischen den Banken noch lange nicht wieder hergestellt sei. Man gehe davon aus, dass in den nächsten Monaten weitere Belastungen auf die Finanzinstitute zukommen würden, so dass die Anspannungen erst ab der zweiten Jahreshälfte allmählich abklingen dürften.


Die EZB dürfte in diesem Umfeld noch länger zu unkonventionellen Maßnahmen greifen, um die Märkte zu stabilisieren, wie durch ihre Auflage von 6-Monats-Tendern. Für ihre zweite Aufgabe, die Wahrung der Preisniveaustabilität, werde die Notenbank hingegen zunächst nicht zu einer Lockerung der Finanzierungsbedingungen greifen. Denn angesichts der ausufernden Teuerung lägen Zinssenkungen derzeit nicht im Bereich des Möglichen, wie auch die jüngsten "hawkischen" Kommentare von EZB-Mitgliedern signalisieren würden. Diese dürften darauf abzielen, die Inflationserwartungen sowie die Lohnerhöhungen im Zaum zu halten, um eine Preis-Lohn-Spirale zu verhindern.


Ab dem vierten Quartal sollte die EZB dann allerdings den Spielraum gewinnen, die Leitzinsen etwas zurückzunehmen, da dann die Teuerungsraten sänken und zudem die konjunkturelle Abkühlung in der Eurozone offensichtlich sei - man erwarte je einen Schritt um 25 bp in Q4 sowie in Q1 2009. In ihrem Statement zum jüngsten Zinsentscheid habe die EZB nach Erachten der Analysten damit begonnen, die Märkte vorsichtig auf einen Wechsel von ihrer neutralen Haltung auf Zinssenkungskurs vorzubereiten. So verweise sie auf das Risiko, dass die Finanzmarktturbulenzen negativere Auswirkungen auf die reale Wirtschaft haben könnten, als ursprünglich erwartet. An erster Stelle betone sie allerdings nach wie vor die Inflationsrisiken, so dass kurzfristig nicht mit einer Lockerung der Geldpolitik zu rechnen sei.


Die restriktiven Töne aus der EZB hätten in den letzten Wochen dazu geführt, dass sich die Zinsstrukturkurve ausgehend vom kurzen Ende auf höherem Niveau weiter verflacht habe. Die Analysten würden jedoch davon ausgehen, dass sich diese Entwicklung kurzfristig wieder umkehren werde. So dürften zunehmend Zinssenkungserwartungen auf den Plan rücken, wenn sich die Wirtschaft in der Eurozone im zweiten Halbjahr abschwäche. Die Renditen der 10-jährigen Bunds sollten hingegen leicht steigen, wenn sich die Turbulenzen an den Finanzmärkten weiter beruhigen würden und Gelder aus den sicheren Staatsanleihen abfließen würden. Zudem sollten die Kurse durch die anhaltenden Inflationsrisiken weiter gedrückt werden. (15.05.2008/ac/a/m)


 

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