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Analyse/ Meinung: Ölpreis Aufwärtstrend fortgesetzt

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Autor HSH Nordbank AG Bewertung bei 0 Stimme(n): Weitere Beiträge von diesem Autor
Erstellt am: 15.05.08 17:40 Antworten: 0
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Analyse/ Meinung: Ölpreis Aufwärtstrend fortgesetzt

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Nach dem Durchbrechen der 100 USD-Marke setzten die Ölpreise ihren Aufwärtstrend in den letzten Wochen nahezu ungebremst fort, so die Analysten der HSH Nordbank AG.


Dabei seien die ausschlaggebenden Preistreiber nach Erachten der Analysten jedoch weniger in einer Verschärfung der fundamentalen Situation zu finden, sondern vielmehr im Bereich der anlageorientierten Kapitalzuflüsse. Insbesondere der schwache USD, die hohen Inflationsraten und die schwierige Situation an den etablierten Kapitalmärkten hätten viele Marktteilnehmer in Rohstoffanlagen getrieben. Auch Absicherungsbemühungen von Unternehmen, die rohstoffintensiv produzieren würden und jetzt unter Margendruck stünden, hätten sicherlich ihren Teil beigetragen. Schätzungen würden davon ausgehen, dass allein im ersten Quartal 2008 zwischen 40 Mrd. USD und 80 Mrd. USD auf diesem Weg in die Commodity-Märkte geflossen seien.


Dagegen würden die abnehmende Konjunkturdynamik und die hohen Zapfsäulenpreise in den OECD-Staaten ihre Spuren bei der Ölnachfrage hinterlassen. Dies werde zwar durch das unverändert starke Wachstum vieler Schwellenländer mehr als kompensiert, die Analysten würden ihre globale Nachfrageschätzung für 2008 dennoch von 87,3 auf 86,9 Mio. bpd, ein Plus von nur noch knapp 1,2% gegenüber 2007, senken.


In 2009 dürfte die erwartete Stabilisierung der US-Konjunktur - wenn auch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau - auf eine allmählich abnehmende Wachstumsdynamik in Asien treffen. Insbesondere im Falle von China glaube man, dass die jüngsten Zuwachsraten bei der Ölnachfrage von fast 12% kaum zu halten seien, da man diese auf Lagerbestandsaufbauten im Vorfeld der Olympischen Spiele zurückführe. Insgesamt würden die Analysten für 2009 mit einer Zunahme der weltweiten Ölnachfrage um 1,8% auf 88,5 Mio. bpd rechnen.


Angebotsseitig seien in den vergangenen Monaten zwar erneut Ausfälle (Nigeria), Enttäuschungen (Mexiko, Russland) und Verschiebungen zu verzeichnen gewesen. Dennoch habe die Förderung der OPEC im Q1 mit 32,3 Mio. bpd deutlich über dem Bedarf von 31,6 Mio. bpd gelegen. Da man auch weiterhin von vergleichsweise starken Kapazitätsausweitungen der Förderländer in 2008 und 2009 ausgehe, sollte sich dieses Bild in den kommenden Quartalen fortsetzen und die aktuell bereits wieder komfortablen Lagerbestände bei Rohöl weiter ausbauen. Die Benzinvorräte befänden sich vor dem Beginn der US-Feriensaison ebenfalls auf einem guten Niveau. Deutlich angespannter sei die Situation der Destillate (Diesel, Kerosin, Heizöl), die sich allerdings durch die Inbetriebnahme mehrerer großer Exportraffinerien in Asien im zweiten Halbjahr etwas beruhigen sollte.


Insgesamt halten die Analysten der HSH Nordbank AG die aktuellen Ölpreise damit fundamental weiterhin für zu hoch. Kurzfristig seien zwar im Umfeld geopolitischer Zwischenfälle und eines nochmaligen Schwächeanfalls des USD neue Rekordstände möglich, mittelfristig sollten sich die Notierungen jedoch wieder stärker an den fundamentalen Gegebenheiten orientieren - unterstützt auch durch das erwartete allmähliche Widererstarken des USD. Man rechne daher bis in das erste Quartal 2009 hinein mit rückläufigen Preisen, bevor der langfristig aufwärts gerichtete Preistrend wieder aufgenommen werde. (15.05.2008/ac/a/m)


 

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