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Autor | HSH Nordbank AG | Bewertung bei 0 Stimme(n): | ![]() |
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| Erstellt am: | 15.05.08 17:14 | Antworten: | 0 | ||
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Hamburg (aktiencheck.de AG) - Eines ist auffällig: Das so genannte R-Wort (Rezession) ist in den vergangenen Wochen immer mehr aus den Medien verschwunden; kann man bereits "hurra" rufen, wir haben das Schlimmste hinter uns? Nein, das wäre verfehlt, so die Analysten der HSH Nordbank AG.
Wenngleich möglicherweise eine Rezession vermieden werden könne, würden die privaten Haushalte in den USA in den nächsten Quartalen und vermutlich Jahren einen schmerzhaften wirtschaftlichen Anpassungsprozess durchleben müssen, der sich für viele wie eine Rezession anfühlen werde.
In den vergangenen Jahren sei das US-Wachstum in erster Linie durch den privaten Konsum angetrieben worden. Die privaten Haushalte hätten durch einen kontinuierlichen Abbau ihrer Sparquote auf derzeit 0% (1981 habe sie noch bei 12% des verfügbaren Einkommens gelegen) ihren Konsum mit einem höheren Tempo als ihr Einkommen ausweiten können.
Gefördert worden sei dieser Prozess insbesondere seit 2001 durch den Boom des Wohnungsbaumarktes. Dieser sei 2006 zum Erliegen gekommen. Seitdem habe sich die Bedeutung des Konsums als Wachstumstreiber abgeschwächt. Mit dem Ausbrechen der Finanzmarktkrise habe sich diese Entwicklung verschärft. Striktere Kreditvergabebedingungen, rekordhohe Energie- und Lebensmittelpreise sowie eine rückläufige Beschäftigung in Kombination mit sinkenden Realeinkommen seien sozusagen der perfekte Sturm, der bei den sonst so wetterfesten US-Verbrauchern deutliche Spuren hinterlasse. Das von der Regierung geschnürte Fiskalpaket werde vermutlich nur kurzzeitig Erleichterung schaffen.
Man stelle sich die Frage, warum das Wirtschaftswachstum wahrscheinlich dennoch im positiven Bereich bleiben werde. Während der Konsum seine Rolle als Wachstumstreiber eingebüßt habe, nehme die Bedeutung der Netto-Exporte (Exporte-Importe) stetig zu. In den vergangenen Quartalen habe diese Komponente nahezu ein Prozentpunkt zum Wachstum beigetragen, da der schwache USD die Exportwirtschaft fördere und gleichzeitig denjenigen Industrien Auftrieb gebe, die mit Importen in Konkurrenz treten würden (Importsubstitution nehme zu).
Es wird nach Erachten der Analysten der HSH Nordbank AG über die nächsten Jahre ein Strukturwandel stattfinden: US-Unternehmen würden unter dem Strich weniger Güter für den Inlandsmarkt und mehr Güter für den Auslandsmarkt produzieren, das Leistungsbilanzdefizit werde sich reduzieren und die Auslandsverschuldung dürfte im Verhältnis zum BIP zurückgehen. Am Ende dieses Prozesses, der drei bis fünf Jahre dauern könne und unter dem Strich mit einem relativ niedrigen Wachstum von 1% bis 2% verbunden sein werde, dürfte die US-Wirtschaft auf einem solideren Fundament stehen als bisher. (15.05.2008/ac/a/m)
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