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Autor | Commerzbank Analyst | Bewertung bei 0 Stimme(n): | ![]() |
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| Erstellt am: | 13.05.08 16:31 | Antworten: | 0 | ||
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Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Sowohl am deutschen als auch am US-Staatsanleihemarkt waren in der vergangenen Woche Kursgewinne zu verzeichnen, berichten die Analysten der Commerzbank.
Der für den deutschen Rentenmarkt richtungweisende Bund-Future sei um 159 Basispunkte auf 115,07 Punkte gestiegen. Die Rendite von 10-jährigen Bundesanleihen sei um 20 Basispunkte auf 4,00% gesunken. 10-jährige US-Staatsanleihen hätten zum Wochenschluss mit 3,77% gegenüber 3,86% eine Woche zuvor rentiert.
Einerseits hätten Kursverluste an den Aktienmärkten stützend auf festverzinsliche Wertpapiere gewirkt. Andererseits hätten die Konjunkturdaten aus dem Euroraum verdeutlicht, dass auch hierzulande nach einem noch kräftigen Wachstum im ersten Quartal mit einer ruhigeren Gangart der Wirtschaft zu rechnen sei. So seien die Auftragseingänge in der deutschen Industrie schlechter als erwartet ausgefallen und die Produktion im Produzierenden Gewerbe sei im März rückläufig gewesen. Auch in Frankreich habe die Industrieproduktion enttäuscht und die Einzelhandelsumsätze im Euroraum hätten auf eine Konsumzurückhaltung hingewiesen.
Neben den Konjunkturdaten habe insbesondere die turnusmäßige Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Fokus der Marktteilnehmer gestanden, die ebenfalls stützend auf den europäischen Rentenmarkt gewirkt habe. Zwar habe die Notenbank den Leitzins erwartungsgemäß bei 4% belassen und erneut klar gemacht, dass vorerst mit keiner Zinssenkung zu rechnen sei. Doch seien durch das Statement die Zinserhöhungserwartungen, die während der vergangenen Wochen aufgekommen seien, zurückgedrängt worden, was den Rentenmärkten zu Kursgewinnen verholfen habe.
Nachdem in der vergangenen Woche kaum bedeutende Daten aus den USA auf der Agenda gestanden hätten, würden die Ereignisse aus Amerika in dieser Woche wieder in den Fokus der Marktteilnehmer rücken. Die positive Stimmung, die sich an den Finanzmärkten zuletzt breitgemacht habe, könnte mit den ersten "harten" US-Daten für das zweite Quartal einen deutlichen Dämpfer erhalten.
Insbesondere die US-Einzelhandelsumsätze sollten zeigen, dass sich der Motor der US-Wirtschaft - der Konsum - deutlich abgeschwächt habe. Für die eingetrübte Kauflaune werde ebenfalls das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan sprechen, das seit dem letzten zyklischen Hoch zu Beginn des vergangenen Jahres bereits von 96,9 auf 62,6 Punkte im April gefallen sei. Ferner seien von der US-Industrie und vom Immobilienmarkt keine positiven Nachrichten zu erwarten. Auch der Inflationsdruck sollte weiterhin hoch sein.
Die Daten zum Bruttoinlandsprodukt im Euroraum würden dagegen zeigen, dass die Wirtschaft in der Währungsunion, insbesondere in Deutschland, im ersten Quartal noch einmal kräftig zugelegt habe. Allerdings werde die Industrieproduktion - wie auch schon die Produktion im deutschen Verarbeitenden Gewerbe, die Auftragseingänge in der deutschen Industrie und die Industrieproduktion in Frankreich in der letzten Woche - darauf hinweisen, dass die europäische Wirtschaft bereits deutlich an Dynamik verliere und das Wachstum im zweiten Quartal wesentlich niedriger als noch im ersten Quartal ausfallen werde.
Die erwarteten schwachen Konjunkturdaten aus den USA würden die Rentenmärkte auch in dieser Woche tendenziell stützen. Entscheidend für die Kursentwicklung werde jedoch sein, wie die Daten die Stimmung der Marktteilnehmer beeinflussen würden. Sollte weiterhin die Ansicht dominieren, dass die Talsohle durchschritten sei, würden auch schlechte Konjunkturdaten den Rentenmärkten nicht zu deutlichen Kursgewinnen verhelfen können. (13.05.2008/ac/a/m)
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