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Analyse/ Meinung: wallstreet:online halten

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Autor SES Research Bewertung bei 2 Stimme(n): Weitere Beiträge von diesem Autor
Erstellt am: 13.08.07 13:32 Antworten: 0
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Analyse/ Meinung: wallstreet:online halten

Hamburg (aktiencheck.de AG) - Wais Samadzada und Jochen Reichert, Analysten von SES Research, stufen die Aktie von wallstreet:online (ISIN DE0005507149/ WKN 550714) von "kaufen" auf "halten" herab.


wallstreet:online habe am 6. August die Zahlen für das zweite Quartal 2007 präsentiert. Der Umsatz und das EBIT hätten unter den Erwartungen der Analysten von SES Research gelegen. Das Unternehmen habe demnach einen Umsatzzuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 16% auf EUR 4,3 Mio. erzielt (SESe: EUR 4,9 Mio.). In Q2 sei zu beobachten gewesen, dass die Werbespendings saisonal nicht mehr so stark wie im Vorquartal gestiegen seien, den nachlassenden Werbespendings habe sich wallstreet:online nicht entziehen können.


Infolge der getätigten Erhöhung der Vertriebsaktivitäten sei das Ergebnis deutlich belastet worden. Das EBIT sei von EUR 1,8 Mio. im Vorjahreszeitraum auf EUR 96.000 gesunken. In den Aufwendungen enthalten seien einmalige Sondereffekte wie z.B. die Erstellung des Börsenprospekts mit EUR 427.000. Bereinigt um den Sondereffekt habe sich ein EBIT in Höhe von EUR 523.000 ergeben (SESe: EUR 1,1 Mio.).


Bisher habe das Unternehmen mit der Ausweitung der Themenportale eine Diversifikationsstrategie verfolgt. Auch sollten mit der Drittvermarktung neue Bereiche erschlossen werden und die Abhängigkeit vom Themengebiet Kapitalmarkt reduziert werden. Im Zuge des Einstiegs von Springer refokussiere sich wallstreet:online auf das Themengebiet Finanzen und Kapitalmärkte.


Aufgrund der gemeldeten Zahlen, der Repositionierung auf das Themengebiet Finanzen, der Ungewissheit über die Einbindung in das Springer-Netzwerk und der Annahme, dass die hohen Margen der Vergangenheit nicht mehr erreicht werden könnten, würden die Analysten von SES Research ihre Prognosen deutlich reduzieren.


Die gemeldeten Zahlen hätten unter ihren Erwartungen gelegen und würden bisher keine positiven Effekte resultierend aus dem Aufbau des Vertriebsteams zeigen. Die Anlaufkosten des Vertriebsausbaus und die gleichzeitigen Anlaufschwierigkeiten hätten erste Spuren im Halbjahresbericht hinterlassen. Trotz des Ausbaus des Vertriebsteams sei es dem Unternehmen nicht gelungen, die Umsätze im zweiten Quartal in Höhe von EUR 2,4 Mio. gegenüber dem Vorjahreswert von EUR 2,2 Mio. deutlich zu steigern. Es sei davon auszugehen, dass der Aufbau bisher fehlgeschlagen sei.


Die geplante Repositionierung auf das Thema Finanzen lasse die Diversifikationsstrategie der letzten Quartale ins Leere laufen und erhöhe zugleich die Umsatzrisiken. Es sei davon auszugehen, dass die Refokussierung auch vonseiten des Springer-Verlags forciert worden sei, da Springer derzeit seine eigenen Online-Aktivitäten ausbaue. Zudem sei nicht bekannt, wann wallstreet:online in das Springer-Netzwerk eingebunden werde und wie wallstreet:online von eventuellen Synergien profitieren könne.


Neu würden die Analysten von SES Research davon ausgehen, dass die hohe EBITDA-Marge in 2006 (42,4%) zukünftig nicht mehr erreicht werden könne. Zum Einen müsste wallstreet:online das Vertriebsteam weiter ausbauen, um sich einen neue Werbekundenkreis zu erschließen. Zum Anderen würden die Analysten von SES Research erwarten, dass wallstreet:online für Wirtschafts- und Finanzcontent aus dem Springer-Netzwerk marktübliche Preise bezahlen müsse. Auf Basis der gemeldeten Zahlen, der oben getroffenen Annahmen und insbesondere vor dem Hintergrund eines sich verlangsamenden Wachstums im Online-Werbemarkt würden die Analysten von SES Research ihre Prognosen deutlich senken.


Insbesondere aufgrund der schleppend verlaufenden Neuakquisition und den hohen Kosten, die durch den Vertriebsausbau weiterhin zu erwarten sind, ändern die Analysten von SES Research ihr Kursziel auf EUR 4,50 und senken ihr Rating für die wallstreet:online-Aktie von "kaufen" auf "halten". Sie würden zunächst auf positiven Newsflow bezüglich des Zeitpunktes über eine stärkere Einbindung in das Springer-Netzwerk warten. (Analyse vom 13.08.2007) (13.08.2007/ac/a/nw)


 

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