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Analyse/ Meinung: 10TACLE STUDIOS im Fokus

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Autor Geldanlage-Report Analyst Bewertung bei 1 Stimme(n): Weitere Beiträge von diesem Autor
Erstellt am: 11.03.08 09:51 Antworten: 0
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Analyse/ Meinung: 10TACLE STUDIOS im Fokus

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "Geldanlage-Report" nehmen die Aktie von 10TACLE STUDIOS (ISIN DE000TACL107/ WKN TACL10) in den Fokus.


Die Experten würden sich bei der Informationspolitik des einen oder anderen börsennotierten Unternehmens momentan wieder an die Zeit des Neuen Marktes erinnert fühlen. Vordergründig sehe alles bestens aus. Umsätze und Gewinne würden steigen, es würden Übernahmen bekannt gegeben, Analysten würden Kurspotenziale von 100 Prozent und mehr sehen, der CEO schwelge in Interviews von Visionen - und trotzdem falle die Aktie von Tief zu Tief. Das genau passiere momentan beim deutschen Computerspiel-Entwickler und -Vermarkter 10TACLE STUDIOS.


Die Story hinter 10TACLE STUDIOS lese sich auf den ersten Blick richtig toll und verspreche einiges an Potenzial. Innovative Computerspiele seien nach wie vor ein Wachstumsmarkt. Der Megatrend innerhalb des Sektors seien Online-Multiplayer-Spiele.


Die Idee dahinter: Kids müssten ihre Freunde nicht mehr nach Hause einladen, um gegeneinander zu "zocken", sondern könnten zu jeder Tages- und Nachtzeit beliebig viele Kontrahenten online herausfordern. Speziell in Asien, und dort insbesondere in China, seien dieses Games der absolute Renner und hätten speziell bei Jüngeren inzwischen einen ähnlichen oder größeren Stellenwert wie der tägliche Fernsehkonsum.


Im Frühjahr 2007 habe 10TACLE STUDIOS damit geworben, dass man nun - zusätzlich zur erfolgreichen Entwicklung herkömmlicher Computer- und Konsolenspiele - massiv in diesen Bereich einsteigen werde. Dazu sei auch gleich vor Ort in China eine Kooperation mit einem Spiele-Publisher (Vermarkter) namens 9you vereinbart worden. Gleichzeitig wurde bzw. wird in Zusammenarbeit mit dem Musiksender MTV ein laut CEO Michele Pes "einzigartiges Produkt aufgelegt", in dessen Rahmen auf dem MTV-Portal eine virtuelle Parallel-Welt entstehen soll, so Experten vom "Geldanlage-Report".


Damit nicht genug schien das Unternehmen durch die innovative Finanzierungsform über Spielefonds auch die Entwicklungsrisiken bei neuen Spielen elegant auszulagern, so Experten vom "Geldanlage-Report". So genannte Game-Fonds würden bei Investoren bereits vor Entwicklungsbeginn Geld einsammeln. Sie würden also die Finanzierung vorstrecken und dann - im Optimalfall - nach Fertigstellung vom Erfolg des Spiels entsprechend ihrer Fondsanteile profitieren.


Fantasie sei ja schön und gut, könnte man als kritischer Investor nun anmerken, aber was sei mit den tatsächlich erwirtschafteten Umsätzen und Gewinnen? Ein Blick auf den letzten Quartalsbericht lasse den Optimismus weiter ansteigen: Seit 2004 habe der Umsatz dynamisch von 15 Mio. über 17,9 bis auf 29,3 Mio. Euro in 2006 gesteigert werden können. Der Gewinn je Aktie habe sich in dieser Zeit von minus 0,19 Euro auf plus 0,97 Euro, bzw. in absoluten Zahlen von minus 70.000 Euro auf plus 2,9 Mio. Euro entwickelt.


In 2007 solle das Unternehmen laut eigenen Schätzungen bereits 51 Mio. Euro umgesetzt und dabei 5,1 Mio. oder 0,83 Euro je Aktie verdient haben (weder die offiziellen noch die vorläufigen Ergebnisse lägen bisher vor). Dem kritischen Anleger falle eventuell auf, dass das beim Gewinn je Aktie einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr bedeute. Das hänge damit zusammen, dass sich durch den Börsengang die Zahl der ausstehenden Aktien massiv erhöht habe. Doch das könnte man eigentlich angesichts der scheinbar extrem niedrigen Bewertung auf KGV-Basis leicht verschmerzen. Schließlich habe das Unternehmen bereits in 2006 die eigenen Ziele und die Erwartungen der Analysten deutlich übertroffen.


Was könnte noch wichtig sein bei einer Investition? Genau, welche institutionellen Anleger seien denn in der Aktie investiert? "Die werden sich ja wohl vor einem Kauf genau informiert haben", denke sich der gemeine Anleger. Und auch hier wird er fündig: Die Schweizer Großbank UBS ist bzw. war mit einem Anteil von über drei Prozent genauso an 10TACLE STUDIOS beteiligt wie die DAH Beteiligungs-GmbH, die Investmentgesellschaft von Daniel Hopp, so Experten vom "Geldanlage-Report". Hopp sei der Sohn des SAP-Gründers Daniel Hopp.


Würden die Analystenschätzungen bleiben: O.k., Performaxx sage "kaufen" mit Kursziel knapp über 20 Euro, SES Research sage "kaufen" mit Kursziel 22 Euro und Dr. Norbert Kalliwoda habe noch im Dezember ebenfalls die Aktie zu "kaufen" empfohlen, habe dabei aber auf ein Kursziel verzichtet.


Zu diesem Zeitpunkt habe die Aktie circa 10 Euro gekostet. Anleger, die sich nun ihrer Sache sicher gewesen seien und nach dem Kostolany-Motto "Aktie kaufen und dann Schlaftabletten nehmen" den weiteren Kursverlauf nicht mehr verfolgt hätten, dürfte dieser Tage der Schlag treffen, wenn sie aus ihrem Schlummer erwachen würden. Die Aktie notiere jetzt bei einem Kurs von 2,08 Euro, nicht etwa bei 20,80 Euro oder 20,08 Euro wie von den Analysten prognostiziert, sondern auf 2,08 Euro.


Nun gut werde man sagen, da sei von Unternehmensseite bestimmt eine Hiobsbotschaft verkündet worden, die die Aktie auf einen Schlag zum Einbruch gebracht habe. Mitnichten, nichts Derartiges sei passiert. Am 19.12. sei mit gewohnt euphorischem Unterton eine weitere Übernahme bekannt gegeben worden. Seither herrsche von Unternehmensseite Funkstille. Die einzigen offiziellen Mitteilungen in 2008 würden von einer Reduzierung des Anteils der UBS Global Asset Management an 10TACLE STUDIOS berichten. Gemeldet werde eine scheinbar harmlose Verringerung von 3 auf 2,94 Prozent. Gleiches gelte für die luxemburgische LRI Invest, die die Schwelle von fünf Prozent unterschritten habe und nunmehr noch 4,88 Prozent besitze.


Wer schon etwas länger an den Finanzmärkten aktiv sei, den beschleiche dabei sofort ein ungutes Gefühl. Die Aktie befinde sich im freien Fall, von Unternehmensseite herrsche Funkstille und die Großinvestoren würden sich durch die Hintertür verabschieden. Bereits Ende 2007 sei darüber hinaus der Vorstandsvorsitzende des TecDAX-Unternehmens Wirecard, Dr. Markus Braun, "in gemeinsamem Einvernehmen" als Aufsichtsratsvorsitzender von 10TACLE STUDIOS zurückgetreten. Das alles erinnere doch stark an die Zeiten des Neuen Marktes.


Es beschleicht einen der Verdacht, dass die Privatanleger wieder einmal als letzte informiert und die schlechten Nachrichten nachgereicht werden, wenn es zu spät ist, so die Experten vom "Geldanlage-Report" zu der 10TACLE STUDIOS-Aktie. (Analyse vom 11.03.2008) (11.03.2008/ac/a/nw)


 

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